Venusfliegenfalle: Pflege, Gießen und Überwintern
Bei der Venusfliegenfalle-Pflege entscheiden drei Dinge: weiches Wasser, nährstoffarme Erde und eine kühle Winterruhe. Die meisten Pflanzen gehen ein, weil sie Leitungswasser, Blumenerde oder Dünger bekommen oder den Winter im warmen Wohnzimmer verbringen. Hier lesen Sie, wie Sie richtig gießen, in welchem Substrat und Topf die fleischfressende Pflanze gedeiht, wann Füttern sinnvoll ist und wie das Überwintern gelingt.
Venusfliegenfalle-Pflege auf einen Blick
| Pflegepunkt | So geht’s |
|---|---|
| Licht | volle Sonne, mindestens vier Stunden direkt; Süd- oder Westfenster, im Sommer gern draußen |
| Wasser | nur weiches Wasser: Regenwasser, destilliertes oder entmineralisiertes Wasser, Osmosewasser |
| Gießen | Anstaumethode: im Sommer stets 1–2 cm Wasser im Untersetzer, im Winter Substrat nur feucht halten |
| Substrat | Karnivorenerde oder ungedüngter Weißtorf mit Quarzsand oder Perlite, etwa 1:1 |
| Düngen | nie – die Pflanze versorgt sich über ihre Beute |
| Winterruhe | etwa November bis Februar hell und kühl bei 0–10 °C |
| Umtopfen | alle 1–2 Jahre im zeitigen Frühjahr |
| Giftigkeit | laut ASPCA ungiftig für Katzen und Hunde |
Die Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) wächst wild nur in einem kleinen Gebiet in North und South Carolina an der Ostküste der USA. Dort steht sie in sonnigen, nassen und sehr nährstoffarmen Mooren und Kiefern-Savannen. Weil der Boden kaum Stickstoff liefert, fängt sie Insekten. Genau diese Bedingungen bilden Sie zu Hause nach: viel Licht, saures und mageres Substrat, ständige Feuchte und kalkfreies Wasser.
Venusfliegenfalle gießen: welches Wasser und wie oft?
Leitungswasser ist in vielen Regionen Deutschlands hart und enthält gelöste Mineralien. Sie reichern sich im Substrat an, heben den pH-Wert und schädigen die feinen Wurzeln – nach einigen Wochen bis Monaten kümmert die Pflanze. Geeignet sind:
- Regenwasser aus der Tonne oder einem sauberen Eimer
- destilliertes oder entmineralisiertes Wasser aus der Drogerie – aber ohne Duftstoffe, manches Bügelwasser ist parfümiert
- Osmosewasser aus einer Umkehrosmose-Anlage
Ungeeignet sind Mineralwasser, abgekochtes Leitungswasser (die Mineralien bleiben darin) und Wasser aus dem Tischwasserfilter, der den Kalk nur teilweise entfernt.
Gegossen wird nach der Anstaumethode: Der Topf mit Abzugsloch steht in einem Untersetzer, in dem von März bis Oktober immer 1–2 cm Wasser stehen. Die Pflanze zieht es von unten nach. Füllen Sie nach, sobald der Untersetzer leer ist; an heißen Sommertagen kann das täglich sein. In der Winterruhe halten Sie das Substrat nur leicht feucht und lassen kein Wasser im Untersetzer stehen. Weiches Wasser schätzen übrigens auch Orchideen.
Standort: viel Sonne, im Sommer gern draußen
Die Venusfliegenfalle braucht mehr Licht als fast jede andere Zimmerpflanze. An einem Süd- oder Westfenster bekommt sie die nötigen vier oder mehr Stunden direkte Sonne; an einem Nordfenster oder im Raum bilden sich lange, schlaffe Blattstiele, und die Fallen bleiben innen grün statt rot. Fehlt ein sonniges Fenster, hilft eine Pflanzenlampe.
Am besten wächst sie im Sommer im Freien. Stellen Sie sie nach den Eisheiligen Mitte Mai auf einen sonnigen Balkon oder eine Terrasse und gewöhnen Sie sie in ein bis zwei Wochen an die volle Sonne, damit die Blätter nicht verbrennen. Draußen fängt sie genug Insekten von allein. Wichtig: Der Untersetzer darf bei Hitze nicht austrocknen, und auch draußen füllen Sie nur Regenwasser nach. Läuft er bei einem Gewitterguss über, schadet das der Moorpflanze nicht.
Substrat und der richtige Topf
Normale Blumenerde, Kakteenerde oder Kräutererde sind gedüngt und oft gekalkt – darin geht die Venusfliegenfalle ein. Verwenden Sie fertige Karnivorenerde oder mischen Sie ungedüngten Weißtorf etwa 1:1 mit kalkfreiem Quarzsand oder Perlite. Wer auf Torf verzichten möchte, kann Torfmoos (Sphagnum) als Hauptbestandteil nehmen.
- Kunststoff oder innen glasierte Keramik: Beide geben keine Mineralien an das Substrat ab
- unglasierte Terrakotta meiden: Sie kann Mineralien abgeben und zieht Wasser aus dem Substrat
- Abzugsloch und Untersetzer für die Anstaumethode
- lieber hoch als flach: Die Wurzeln wachsen tief, ein Topf mit 10–14 cm Höhe ist für eine Einzelpflanze gut
Ein Blumentopf aus glasierter Keramik mit Untersetzer eignet sich gut. Der Blumentopf mit Untersetzer 14 cm ist 13,5 cm hoch und bietet den Wurzeln genug Tiefe; den Untersetzer füllen Sie mit Regenwasser. Steht die Pflanze in ihrem Kulturtopf, erfüllt ein Übertopf ohne Abzugsloch denselben Zweck: Gießen Sie 1–2 cm Regenwasser direkt in den Übertopf 12 cm und stellen Sie den Kulturtopf hinein. Anders als bei fast allen anderen Zimmerpflanzen ist das stehende Wasser hier erwünscht. Spülen Sie den Übertopf alle paar Wochen aus, damit sich keine Algen bilden.
| Pflanzsituation | Topfgröße | Passender Topf |
|---|---|---|
| Pflanze im Kulturtopf, Anstau im Übertopf | Kulturtopf bis 11 cm | Übertopf 12 cm |
| Einzelpflanze direkt eingepflanzt | Wurzelballen bis 10–12 cm | Blumentopf mit Untersetzer 14 cm |
| große Pflanze oder Horst im Kulturtopf | Kulturtopf bis 16 cm | Übertopf 18 cm |
| mehrere Pflanzen als kleines Moorbeet am Sonnenfenster | 40 cm lang | Pflanzkasten 40 cm mit Untersetzer |
Füttern: Muss man die Venusfliegenfalle füttern?
Nein. Im Sommer draußen fängt sie genug Beute selbst, und auch drinnen überlebt sie ohne Fütterung. Wer füttern möchte, beachtet ein paar Regeln:
- nur lebende Insekten wie Fliegen oder Spinnen, höchstens ein Drittel so groß wie die Falle
- pro Pflanze ein, zwei Fallen alle zwei bis drei Wochen füttern
- kein Fleisch, keine Wurst, kein Käse – die Falle fault
- tote Insekten nur, wenn Sie die geschlossene Falle danach einige Male sanft drücken, damit sie die Verdauung startet
- Fallen nie zum Spaß auslösen: Jedes Schließen kostet Kraft, und jede Falle schnappt nur wenige Male zu
- in der Winterruhe gar nicht füttern
Gut zu wissen: Die Venusfliegenfalle zählt. Forschende der Universität Würzburg haben 2016 gezeigt, dass sich die Falle schließt, wenn ihre Fühlhaare zweimal kurz hintereinander berührt werden. Erst ab fünf Reizen bildet sie Verdauungsenzyme. Zappelt nichts mehr, öffnet sie sich nach etwa einem halben Tag wieder. Echte Beute verdaut sie in ein bis zwei Wochen, danach bleibt nur die leere Insektenhülle zurück.
Venusfliegenfalle überwintern
Die Venusfliegenfalle braucht eine Winterruhe von drei bis vier Monaten. Ohne sie wird sie schwächer und geht oft nach ein bis zwei Jahren ein. Ab Oktober bildet sie kleinere Fallen, die Blätter liegen flach am Boden, ältere Blätter sterben ab – das ist normal.
- Zeitraum: etwa November bis Februar
- Temperatur: 0–10 °C, am besten um 5 °C; kurze leichte Fröste übersteht die Pflanze, ein durchgefrorener Topf ist aber riskant
- Ort: hell und kühl, etwa ein unbeheiztes Gäste- oder Treppenhausfenster, ein kühler Wintergarten oder eine Garage mit Fenster
- Wasser: Substrat leicht feucht halten, kein Anstau
- Pflege: abgestorbene Blätter regelmäßig entfernen, damit sich kein Grauschimmel bildet
- Notlösung ohne kühlen Raum: das Gemüsefach des Kühlschranks – nur für Erfahrene, weil die Pflanze dort leicht schimmelt
Keramiktöpfe mit nasser Erde sollten nicht durchfrieren; stellen Sie die Pflanze in Frostnächten geschützt auf. Wie Sie Töpfe und Kübel im Freien durch den Winter bringen, lesen Sie im Ratgeber Pflanzkübel im Winter. Im März kommt die Pflanze zurück an einen warmen, sonnigen Platz, und Sie beginnen wieder mit der Anstaumethode.
Umtopfen, Blüte und Vermehrung
- Umtopfen: alle ein bis zwei Jahre im zeitigen Frühjahr, wenn das Substrat zusammengesackt oder veralgt ist. Pflanze vorsichtig herauslösen, die zwiebelartige Basis nicht verletzen, in frische Karnivorenerde genauso tief einsetzen wie zuvor und mit Regenwasser angießen. Die Grundlagen zeigt die Anleitung Pflanzen umtopfen.
- Blüte: Im Mai oder Juni erscheint ein 20–30 cm hoher Stiel mit weißen Blüten. Die Blüte kostet viel Kraft; wer kräftige Fallen möchte, schneidet den Stiel früh ab. Wer Samen ernten will, lässt ihn stehen.
- Teilung: Ältere Pflanzen bilden mehrere Rosetten, die Sie beim Umtopfen vorsichtig trennen können.
- Blattstecklinge: Ein Blatt mit dem hellen Ansatz abziehen, flach auf feuchten Torf legen und hell und luftfeucht halten; nach einigen Wochen bilden sich Jungpflanzen.
Schwarze Fallen und andere Probleme
| Anzeichen | Ursache | Was tun |
|---|---|---|
| einzelne schwarze Fallen | natürliches Altern, zu große oder ungeeignete Beute, zu häufiges Auslösen | schwarze Fallen abschneiden; nur kleine, lebende Beute füttern |
| viele Fallen werden schwarz, ganze Pflanze kümmert | Leitungswasser, Dünger oder falsches Substrat | in frische Karnivorenerde umtopfen, nur noch weiches Wasser verwenden |
| lange, schlaffe Blätter, Fallen innen grün | zu wenig Licht | sonniger stellen oder Pflanzenlampe nutzen |
| Fallen schließen sich nicht | Licht- oder Wärmemangel, alte Falle, beginnende Winterruhe | heller und wärmer stellen; im Herbst ist das normal |
| grauer Pelz auf Blättern im Winter | Grauschimmel durch abgestorbene Blätter und Nässe | befallene Teile entfernen, weniger gießen, gut lüften |
| klebrige, gekräuselte junge Blätter | Blattläuse | Läuse abspülen oder absammeln, Pflanze regelmäßig kontrollieren |
Für Katzen und Hunde ist die Venusfliegenfalle laut der Tierschutzorganisation ASPCA ungiftig. Der Pflanze selbst bekommt das Anknabbern allerdings schlecht – stellen Sie sie außer Reichweite.
Häufige Fragen
Mit welchem Wasser gießt man eine Venusfliegenfalle?
Nur mit weichem Wasser: Regenwasser, destilliertem oder entmineralisiertem Wasser ohne Zusätze oder Osmosewasser. Leitungswasser und Mineralwasser schaden der Pflanze auf Dauer.
Wie oft muss man eine Venusfliegenfalle gießen?
Nach der Anstaumethode stehen im Sommer immer 1–2 cm Wasser im Untersetzer; nachfüllen, sobald er leer ist. Im Winter wird das Substrat nur leicht feucht gehalten.
Muss man die Venusfliegenfalle füttern?
Nein. Draußen fängt sie genug Insekten selbst. Drinnen können Sie alle zwei bis drei Wochen ein, zwei Fallen mit einem kleinen, lebenden Insekt füttern.
Wie überwintert man eine Venusfliegenfalle?
Drei bis vier Monate, etwa von November bis Februar, hell und kühl bei 0–10 °C. Das Substrat bleibt leicht feucht, gefüttert wird nicht.
Warum wird meine Venusfliegenfalle schwarz?
Einzelne schwarze Fallen sind normal, etwa nach dem Verdauen oder durch Alter. Werden viele Fallen schwarz, sind meist Leitungswasser, Dünger, falsches Substrat oder zu große Beute die Ursache.
Kann die Venusfliegenfalle draußen stehen?
Ja, nach den Eisheiligen bis in den Oktober an einem sonnigen Platz, nach ein bis zwei Wochen Eingewöhnung. Für den Winter braucht sie einen hellen, kühlen und geschützten Platz.
Welche Erde braucht eine Venusfliegenfalle?
Fertige Karnivorenerde oder ungedüngten Weißtorf, etwa zur Hälfte mit Quarzsand oder Perlite gemischt. Blumenerde und Kakteenerde sind ungeeignet.
Soll man die Blüte der Venusfliegenfalle abschneiden?
Wer kräftige Fallen möchte, schneidet den Blütenstiel früh ab, weil die Blüte viel Kraft kostet. Nur wer Samen ernten möchte, lässt ihn stehen.







