Pflanzen fürs Schlafzimmer: 10 Pflanzen für ein besseres Raumklima
Gute Pflanzen fürs Schlafzimmer kommen mit wenig Licht, kühlen Nächten und trockener Heizungsluft zurecht – etwa Bogenhanf, Grünlilie, Bergpalme oder Phalaenopsis. Hier finden Sie zehn pflegeleichte Arten mit Licht- und Gießbedarf, eine ehrliche Antwort darauf, wie viel Pflanzen die Raumluft wirklich verbessern, Angaben zur Giftigkeit für Katzen und Hunde und den passenden Topf für Nachttisch und Zimmerecke.
Verbessern Pflanzen im Schlafzimmer die Raumluft?
Kurz gesagt: kaum messbar. Die bekannten Listen „luftreinigender“ Zimmerpflanzen gehen auf eine NASA-Studie von 1989 zurück. Damals wurden Pflanzen in kleinen, luftdicht verschlossenen Kammern getestet – unter Bedingungen, die mit einer Wohnung wenig zu tun haben. Forschende der Drexel University in Philadelphia haben 2019 ein Dutzend solcher Studien aus 30 Jahren ausgewertet. Ihr Ergebnis: Um so viele Schadstoffe abzubauen wie der normale Luftaustausch eines Gebäudes, bräuchte man 10 bis 1000 Pflanzen pro Quadratmeter Grundfläche.
Wirksamer ist Stoßlüften: Fenster ganz öffnen, im Winter genügen etwa fünf Minuten, am besten morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Schlafengehen. Pflanzen lohnen sich im Schlafzimmer aus anderen Gründen. Sie geben über ihre Blätter Wasser ab und erhöhen die Luftfeuchtigkeit ein wenig, was bei trockener Heizungsluft angenehm ist. Und die meisten Menschen empfinden einen Raum mit etwas Grün als ruhiger und wohnlicher.
Nehmen Pflanzen nachts Sauerstoff weg?
Nein, das ist ein Mythos. Pflanzen atmen auch nachts und verbrauchen dabei etwas Sauerstoff, doch die Mengen sind winzig. Ein schlafender Erwachsener gibt pro Stunde rund zehn Liter Kohlendioxid ab, eine große Zimmerpflanze mit einem Quadratmeter Blattfläche nachts nur etwa 0,1 Liter. Zwei oder drei Pflanzen verändern die Luft im Schlafzimmer also praktisch nicht.
Oft liest man, Bogenhanf, Aloe vera oder Orchideen würden „nachts Sauerstoff produzieren“. Richtig ist: Diese sogenannten CAM-Pflanzen öffnen ihre Spaltöffnungen nachts, um Wasser zu sparen, und nehmen dann Kohlendioxid auf. Sauerstoff entsteht bei der Photosynthese aber nur mit Licht, also tagsüber. Für den Schlaf spielt das keine Rolle – als genügsame Schlafzimmerpflanzen eignen sich CAM-Pflanzen trotzdem gut, weil sie mit wenig Wasser auskommen.
10 Pflanzen fürs Schlafzimmer im Überblick
| Pflanze | Licht | Gießen | Katzen und Hunde | Gut zu wissen |
|---|---|---|---|---|
| Bogenhanf (Sansevieria) | hell bis halbschattig, verträgt dunklere Ecken | alle 2–4 Wochen, im Winter seltener | leicht giftig (Saponine) | CAM-Pflanze, verzeiht Gießpausen |
| Grünlilie (Chlorophytum comosum) | hell, ohne pralle Mittagssonne | etwa wöchentlich, Erde leicht feucht halten | ungiftig | bildet Ableger, gut als Hängepflanze |
| Einblatt (Spathiphyllum) | halbschattig | Erde gleichmäßig feucht, nie nass | giftig (Calciumoxalat) | lässt bei Durst die Blätter hängen |
| Bergpalme (Chamaedorea elegans) | halbschattig, keine direkte Sonne | Erde leicht feucht, Staunässe vermeiden | ungiftig | eine der wenigen Palmen für wenig Licht |
| Aloe vera | sehr hell, gern Süd- oder Westfenster | wenn die Erde ganz trocken ist, im Sommer etwa alle 1–2 Wochen, im Winter kaum | giftig | nur für helle Schlafzimmer |
| Phalaenopsis (Schmetterlingsorchidee) | hell, ohne direkte Mittagssonne | alle 7–10 Tage tauchen | ungiftig | blüht oft mehrere Monate |
| Geldbaum (Crassula ovata) | sonnig bis hell | wenn die Erde ganz trocken ist, im Sommer etwa alle 1–2 Wochen, im Winter selten | giftig | Sukkulente, verträgt Heizungsluft |
| Efeutute (Epipremnum aureum) | halbschattig bis hell | wenn die oberen 2–3 cm Erde trocken sind | giftig (Calciumoxalat) | rankt von Regal oder Schrank herab |
| Zwergpfeffer (Peperomia) | hell, ohne pralle Sonne | sparsam, wenn die Erde oben trocken ist | ungiftig | bleibt klein, passt auf den Nachttisch |
| Glückskastanie (Pachira aquatica) | hell, ohne pralle Mittagssonne | mäßig, wenn die obere Erde trocken ist | ungiftig | braucht Platz, keine Staunässe |
Die Angaben zu Katzen und Hunden folgen der Giftpflanzen-Datenbank der amerikanischen Tierschutzorganisation ASPCA. „Ungiftig“ heißt nicht, dass eine Katze die Grünlilie gefahrlos kahl fressen kann: Größere Mengen Pflanzenmaterial können auch dann Erbrechen auslösen. Einblatt und Efeutute enthalten Calciumoxalat-Kristalle, die Mund und Rachen reizen; Aloe, Geldbaum und Bogenhanf verursachen vor allem Magen-Darm-Beschwerden. Das gilt sinngemäß auch für kleine Kinder. Im Notfall helfen die Tierarztpraxis oder ein Giftinformationszentrum, etwa der Giftnotruf Berlin unter 030 19240.
Wer oft unterwegs ist und das Gießen vergisst, fährt mit Bogenhanf, Geldbaum und anderen Sukkulenten am besten. Für ein Schlafzimmer mit Nordfenster eignen sich Bogenhanf, Bergpalme, Efeutute und Zamioculcas; Aloe vera und Geldbaum brauchen dagegen ein helles Süd- oder Westfenster.
Wo stehen Pflanzen im Schlafzimmer am besten?
- Licht zuerst: Schon zwei bis drei Meter vom Fenster entfernt bekommt eine Pflanze nur noch einen Bruchteil des Tageslichts. Aloe vera, Geldbaum und Phalaenopsis gehören ans Fenster, Bogenhanf, Bergpalme und Efeutute vertragen auch einen Platz im Raum.
- Nicht über die Heizung: Auf der Fensterbank über dem Heizkörper trocknen Blätter und Erde schnell aus. Ein Hocker oder Pflanzenständer neben dem Fenster ist meist der bessere Platz.
- Beim Lüften an die Fensterbank denken: Kalte Zugluft im Winter schadet tropischen Pflanzen. Stellen Sie sie während des Stoßlüftens kurz zur Seite.
- Nachttisch: Eine kleine Pflanze in einem schweren Übertopf aus Keramik kippt nicht so leicht um, wenn Sie nachts nach dem Wecker greifen.
- Zimmerecke: Eine große Pflanze im Bodenkübel wirkt ruhiger als viele kleine Töpfe. Für ein durchschnittliches Schlafzimmer reichen eine große oder zwei bis drei kleinere Pflanzen.
- Staub: Wischen Sie große Blätter alle paar Wochen mit einem feuchten Tuch ab. Die Pflanze bekommt so mehr Licht, und im Raum sammelt sich weniger Staub.
Welche Pflanzen gehören nicht ins Schlafzimmer?
- Stark duftende Pflanzen wie Lilien, Hyazinthen, Jasmin oder Gardenien: Ihr Duft kann empfindliche Menschen nachts stören und Kopfschmerzen auslösen.
- Birkenfeige (Ficus benjamina): Allergene aus ihrem Milchsaft lagern sich mit Staub auf den Blättern ab und gelangen in die Raumluft. Sie gilt als eines der häufigsten Allergene unter den Zimmerpflanzen.
- Giftige Pflanzen, wenn ein Kleinkind oder eine Katze im Schlafzimmer schläft – dann besser Grünlilie, Bergpalme, Phalaenopsis, Zwergpfeffer oder Glückskastanie.
- Farne und Calatheen, wenn Sie selten zu Hause sind: Sie brauchen hohe Luftfeuchtigkeit und trocknen in Heizungsluft schnell aus. Solche Arten fühlen sich im Bad wohler – Ideen finden Sie im Ratgeber Badpflanzen für Räume mit und ohne Fenster.
- Sehr große Pflanzen in kleinen Räumen: Sie nehmen Licht und Platz weg.
- Dauerhaft nasse Blumenerde bei Schimmelpilzallergie: Auf feuchter Erde können sich Schimmelpilze bilden. Allergikern wird deshalb oft Hydrokultur empfohlen, also Pflanzen in Blähton mit Wasserstandsanzeiger.
Gut zu wissen: Lavendel steht auf vielen Listen für besseren Schlaf. Als Zimmerpflanze braucht er aber volle Sonne und einen kühlen Winterplatz; in einem durchschnittlichen Schlafzimmer kümmert er meist nach wenigen Wochen. Ein Säckchen mit getrockneten Lavendelblüten ist die einfachere Lösung.
Schlafzimmerpflanzen im Winter: Heizungsluft und wenig Licht
Von Oktober bis Februar ist es draußen dunkel und drinnen trocken: Geheizte Räume haben oft nur 30–40 % relative Luftfeuchtigkeit. So kommen Ihre Pflanzen gut durch den Winter:
- näher ans Fenster rücken, aber nicht auf die Fensterbank direkt über der Heizung
- seltener gießen: Die Pflanzen wachsen kaum und verbrauchen weniger Wasser. Prüfen Sie mit dem Finger, ob die Erde 2–3 cm tief trocken ist.
- von Oktober bis Februar nicht düngen
- für etwas mehr Luftfeuchtigkeit den Topf auf eine Schale mit Blähton oder Kies und wenig Wasser stellen – der Topfboden darf das Wasser nicht berühren
- mit zimmerwarmem Wasser gießen: Lassen Sie die Gießkanne über Nacht im Raum stehen
- Blattunterseiten regelmäßig ansehen: Spinnmilben vermehren sich in warmer, trockener Heizungsluft besonders schnell
Der richtige Topf: Übertopf oder Blumentopf mit Abzugsloch?
Im Schlafzimmer stehen Pflanzen auf Nachttisch, Kommode oder Holzboden – dort darf kein Wasser herauslaufen. Am praktischsten ist ein Übertopf: Die Pflanze bleibt in ihrem Kulturtopf aus Kunststoff mit Abzugslöchern, und diesen stellen Sie in das dichte Gefäß. Unsere Übertöpfe aus Steinzeug sind innen glasiert und haben bewusst kein Loch im Boden, damit nichts auf die Möbel tropft. So vermeiden Sie Staunässe:
- 2–3 cm Blähton oder Kies in den Übertopf geben, damit der Kulturtopf darauf steht und nicht im Wasser
- gießen, etwa 15 Minuten warten und das überschüssige Wasser aus dem Übertopf abgießen
- oder die Pflanze zum Gießen herausnehmen, im Waschbecken durchdringend wässern, abtropfen lassen und zurückstellen
- den Kulturtopf so wählen, dass er sich ohne Klemmen herausheben lässt
Wer lieber direkt in Keramik pflanzt, nimmt einen Blumentopf mit Abzugsloch und Untersetzer und gibt eine dünne Drainageschicht auf den Boden. Der neue Topf sollte 2–4 cm weiter sein als der Wurzelballen. Welche Größe zu welcher Pflanze passt:
| Pflanze (Beispiele) | Kulturtopf bis | Passender Topf |
|---|---|---|
| Phalaenopsis, Zwergpfeffer, kleine Grünlilie | 11 cm | Übertopf 12 cm |
| Grünlilie, kleiner Bogenhanf oder Geldbaum, direkt eingepflanzt | Wurzelballen 10–12 cm | Blumentopf mit Untersetzer 14 cm |
| Bogenhanf, Efeutute, junge Bergpalme | 16 cm | Übertopf 18 cm |
| Einblatt, großer Bogenhanf, Glückskastanie | 23 cm | Übertopf 25 cm |
| große Bergpalme oder Glückskastanie als Bodenpflanze | über 23 cm | Pflanzkübel 30–40 cm |
Eine Pflanze fürs Schlafzimmer verschenken
Eine robuste Pflanze in einem schönen Übertopf ist ein gutes Geschenk zum Einzug oder für alle, die gerade mit Zimmerpflanzen anfangen. Wählen Sie eine Art, die Fehler verzeiht – Bogenhanf, Grünlilie oder Phalaenopsis – und legen Sie eine Karte mit drei Pflegeregeln dazu: Standort, Gießrhythmus, kein Wasser im Übertopf stehen lassen. Pflanzen verkaufen wir nicht, wohl aber den Topf dazu: Auf Wunsch verpacken wir ihn kostenlos in einer Schachtel aus Recyclingpapier mit handgeschriebener Grußkarte. Weitere Ideen finden Sie bei unseren Einzugsgeschenken aus Keramik.
Häufige Fragen
Welche Pflanzen sind gut fürs Schlafzimmer?
Pflegeleichte Arten, die mit wenig Licht und trockener Heizungsluft zurechtkommen: Bogenhanf, Grünlilie, Bergpalme, Einblatt, Efeutute, Zwergpfeffer, Phalaenopsis und Glückskastanie. In hellen Räumen kommen Aloe vera und Geldbaum dazu.
Ist es ungesund, Pflanzen im Schlafzimmer zu haben?
Nein. Pflanzen verbrauchen nachts nur winzige Mengen Sauerstoff. Allergiker sollten aber auf stark duftende Pflanzen, die Birkenfeige und dauerhaft nasse Blumenerde verzichten, auf der sich Schimmel bilden kann.
Welche Schlafzimmerpflanzen sind ungiftig für Katzen?
Laut ASPCA unter anderem Grünlilie, Bergpalme, Phalaenopsis, Zwergpfeffer und Glückskastanie. Bogenhanf, Einblatt, Efeutute, Aloe vera und Geldbaum gelten als giftig.
Welche Pflanze gibt nachts Sauerstoff ab?
Keine in nennenswerter Menge. CAM-Pflanzen wie Bogenhanf, Aloe vera und Phalaenopsis nehmen nachts Kohlendioxid auf, Sauerstoff entsteht aber nur bei Licht, also tagsüber.
Welche Pflanzen eignen sich für ein dunkles Schlafzimmer?
Bogenhanf, Zamioculcas, Efeutute und Bergpalme kommen mit wenig Licht aus. Ganz ohne Fenster überlebt auf Dauer keine Pflanze – dann hilft nur eine Pflanzenlampe.
Wie viele Pflanzen sollten im Schlafzimmer stehen?
So viele, wie Sie gern pflegen. Für die Luftqualität macht die Zahl kaum einen Unterschied; optisch reichen in einem durchschnittlichen Schlafzimmer eine große oder zwei bis drei kleinere Pflanzen.
Helfen Pflanzen gegen trockene Luft im Schlafzimmer?
Ein wenig. Pflanzen verdunsten über ihre Blätter Wasser, großblättrige Arten wie Einblatt oder Bergpalme mehr als Sukkulenten. Gegen sehr trockene Heizungsluft reicht das allein aber nicht aus.







