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Pflanzen & Töpfe

Orchideen pflegen: Gießen, Standort und was nach der Blüte zu tun ist

PureKeramik Manufaktur · · 7 Min. Lesezeit

Orchideen pflegen ist leichter als ihr Ruf: Die beliebte Phalaenopsis braucht einen hellen Platz ohne pralle Sonne, Rindensubstrat statt Erde und ein Tauchbad, sobald die Wurzeln silbrig aussehen. Hier lesen Sie, wie oft Sie gießen, welcher Orchideentopf passt, was Sie nach der Blüte mit dem Stiel tun und wie Ihre Orchidee wieder blüht.

Orchideen pflegen: das Wichtigste auf einen Blick

Die Phalaenopsis, auch Schmetterlingsorchidee genannt, ist die häufigste Orchidee auf deutschen Fensterbänken. In der Natur wächst sie als Aufsitzerpflanze auf Bäumen: Ihre dicken Wurzeln klammern sich an die Rinde und nehmen Regen und Luftfeuchtigkeit auf. Deshalb wächst sie im Topf in grober Rinde statt in Erde und verträgt keine Staunässe. Eine Blüte hält oft zwei bis drei Monate, danach legt die Pflanze eine Pause ein.

PflegepunktSo geht’s
Lichthell, ohne pralle Mittagssonne; Ost- oder Westfenster
Temperaturtagsüber 20–25 °C, nachts einige Grad kühler
GießenTauchbad, wenn die Wurzeln silbrig grau und die Rinde trocken sind
Wasserweich und zimmerwarm: Regenwasser, gefiltertes oder mit destilliertem Wasser verdünntes Leitungswasser
SubstratOrchideensubstrat aus Rinde, keine Blumenerde
Topfdurchsichtiger Kulturtopf mit Löchern, in einem Übertopf
DüngenOrchideendünger in schwacher Dosis, im Wachstum etwa bei jedem zweiten Tauchen
Umtopfenalle 2–3 Jahre nach der Blüte
Giftigkeitlaut ASPCA ungiftig für Katzen und Hunde

Orchideen richtig gießen: Tauchen statt Gießkanne

  • Wurzeln ansehen: Sind sie silbrig grau, braucht die Orchidee Wasser; sind sie grün, ist noch genug da.
  • Kulturtopf aus dem Übertopf nehmen und 10–15 Minuten in eine Schüssel mit zimmerwarmem Wasser stellen, bis die Rinde sich vollgesogen hat.
  • Herausnehmen und gründlich abtropfen lassen, am besten auf einem Gitter oder im Spülbecken.
  • Erst dann zurück in den Übertopf stellen – dort darf kein Wasser stehen.
  • Kein Wasser in die Blattachseln und das Herz der Pflanze laufen lassen; stehendes Wasser führt dort zu Fäulnis.

Im Sommer ist das meist einmal pro Woche nötig, im Winter alle 10–14 Tage. In warmen, hellen Räumen trocknet die Rinde schneller als in kühlen.

Orchideen mögen weiches Wasser. Leitungswasser ist in vielen Regionen Deutschlands hart; der Kalk lagert sich als weiße Kruste auf Rinde und Wurzeln ab. Ideal ist Regenwasser. Alternativ verwenden Sie Wasser aus einem Tischwasserfilter oder verdünnen hartes Leitungswasser zur Hälfte mit destilliertem Wasser. Weiches Wasser brauchen übrigens noch dringender die Venusfliegenfallen.

Der beste Standort für Orchideen

PlatzEignung
Ost- oder Westfensteram besten: viel Licht ohne harte Mittagssonne
Südfensternur hinter einer Gardine oder mit etwas Abstand; im Sommer drohen Brandflecken
Nordfensterim Sommer möglich, im Winter meist zu dunkel für neue Blüten
Fensterbank über der Heizungungünstig: heiße, trockene Luft, Knospen fallen ab
helles Bad mit Fenstergut: hohe Luftfeuchtigkeit
helles, kühles Schlafzimmergut: kühlere Nächte fördern im Herbst neue Blütenstiele

Weil die Phalaenopsis ungiftig ist und nachts nicht stört, gehört sie zu den beliebtesten Pflanzen fürs Schlafzimmer. In einem hellen Bad fühlt sie sich wegen der feuchten Luft ebenfalls wohl – mehr Arten dafür finden Sie bei den Badpflanzen. Während der Blüte gilt: nicht umstellen und keine Zugluft, sonst fallen die Knospen ab.

Orchideentopf aus Keramik: Kulturtopf und Übertopf kombinieren

Am besten wächst die Phalaenopsis in einem durchsichtigen Kunststofftopf mit Löchern. Durch die Wand sehen Sie, ob die Wurzeln grün oder silbrig sind, und die Wurzeln bekommen etwas Licht. Diesen Kulturtopf stellen Sie in einen Übertopf aus Keramik, der gut aussieht und der Pflanze mit ihren hohen Blütenstielen Standfestigkeit gibt. Unsere Übertöpfe aus Steinzeug sind innen glasiert und haben kein Abzugsloch. Das ist praktisch, weil nichts auf die Fensterbank tropft, verlangt aber eine Regel:

  • Im Übertopf darf kein Wasser stehen. Lassen Sie den Kulturtopf nach dem Tauchen vollständig abtropfen.
  • Eine 2–3 cm hohe Schicht Blähton im Übertopf hebt den Kulturtopf an, falls doch etwas nachläuft, und bringt kleine Töpfe auf eine gute Höhe.
  • Den Kulturtopf vor dem Kauf am oberen Rand messen: Er sollte mit etwas Spiel in den Übertopf passen, damit Sie ihn zum Tauchen leicht herausheben.
OrchideeKulturtopfPassender Orchideen-Übertopf
Mini-Orchidee oder Phalaenopsis im kleinen Topfbis 11 cmÜbertopf 12 cm
Phalaenopsis im häufigen 12-cm-Topf12–16 cmÜbertopf 18 cm, mit Blähton darunter
große Orchideen wie Cymbidiumbis 23 cmÜbertopf 25 cm

Was tun nach der Blüte?

Zustand des BlütenstielsWas Sie tun
grün, nur an der Spitze verblühtstehen lassen: Oft bilden sich an der Spitze oder an einem seitlichen Knoten neue Blüten
grün, Sie möchten eine neue Blüte anregenetwa 1 cm über dem zweiten oder dritten Knoten von unten abschneiden; aus dem Knoten kann ein neuer Seitentrieb wachsen
gelb oder braun, trocknet einam Grund abschneiden, sobald er ganz eingetrocknet ist
Jungpflanze (Kindel) am Stielam Stiel lassen, bis sie zwei, drei Wurzeln von einigen Zentimetern Länge hat, dann abtrennen und eintopfen

Nach der Blüte legt die Phalaenopsis meist eine Pause von einigen Monaten ein. Gießen Sie dann etwas seltener und düngen Sie einige Wochen lang nicht. Neue Blätter und frische, grüne Wurzelspitzen zeigen, dass die Pflanze Kraft sammelt.

So blüht die Orchidee wieder

  • viel helles, indirektes Licht – ein zu dunkler Platz ist der häufigste Grund, warum keine neue Blüte kommt
  • im Herbst drei bis vier Wochen lang nachts etwa 5 °C kühler stellen, zum Beispiel bei 16–18 °C in einem kühleren Raum oder an einer Fensterbank fern der Heizung
  • während des Wachstums regelmäßig mit Orchideendünger in schwacher Dosis düngen
  • nicht umtopfen, solange sich ein neuer Blütenstiel bildet
  • Geduld haben: Vom neuen Stiel bis zur ersten offenen Blüte vergehen oft zwei bis drei Monate

Orchideen umtopfen Schritt für Schritt

  • Alle zwei bis drei Jahre nach der Blüte umtopfen – oder früher, wenn die Rinde zerfällt und muffig riecht.
  • Die Pflanze aus dem Topf lösen und die alte Rinde vorsichtig zwischen den Wurzeln herausschütteln.
  • Weiche, braune und hohle Wurzeln mit einer sauberen Schere abschneiden; gesunde Wurzeln sind fest und prall.
  • Die Orchidee in einen gleich großen oder etwas größeren Kulturtopf setzen und frisches Orchideensubstrat einfüllen; durch leichtes Klopfen verteilt sich die Rinde zwischen den Wurzeln.
  • Erst nach drei bis fünf Tagen wieder tauchen, damit die Schnittstellen abtrocknen.

Luftwurzeln, die aus dem Topf wachsen, gehören zur Pflanze – schneiden Sie nur vertrocknete oder faule ab. Grundsätzliches zum Topfwechsel zeigt der Ratgeber Pflanzen umtopfen.

Häufige Probleme: Knospen fallen ab, Blätter werden gelb

AnzeichenUrsacheWas tun
Knospen fallen abUmstellen, Zugluft, trockene Heizungsluftwährend der Blüte nicht umstellen, nicht über die Heizung stellen
weiche, faltige Blätterfaule Wurzeln durch zu viel Wasser – oder zu lange TrockenheitWurzeln prüfen, faule entfernen, in frische Rinde topfen
einzelnes unteres Blatt wird gelbnatürliches Alternabfallen lassen; ein Blatt ab und zu ist normal
mehrere Blätter gelb und matschigStaunässe im Übertopf, Wasser im HerzÜbertopf leeren, Blattachseln trocken halten
keine neue Blütezu wenig Licht, keine kühleren Nächteheller stellen, im Herbst nachts kühler
weiße, wattige KnäuelWollläusemit einem in Spiritus getauchten Wattestäbchen abtupfen, Pflanze isolieren
weiße Kruste auf Rinde und Wurzelnhartes Leitungswassermit Regenwasser oder gefiltertem Wasser tauchen, Substrat erneuern

Nicht nur Phalaenopsis: andere Orchideen im Überblick

OrchideeWas anders ist
Dendrobium nobilebraucht im Winter eine kühle Ruhezeit bei etwa 10–15 °C, sonst bildet sie kaum Knospen
Cambria (Oncidium-Hybriden)mag gleichmäßig leicht feuchtes Substrat und keine langen Trockenphasen
Cymbidiumgroße Pflanze; im Sommer gern draußen im Halbschatten, kühle Herbstnächte fördern die Blüte
Frauenschuh (Paphiopedilum)keine Speicherorgane, deshalb gleichmäßig feucht halten; verträgt etwas weniger Licht
Vandaoft wurzelnackt in einer Glasvase verkauft; braucht fast täglich ein Tauchbad und viel Licht

Orchideen verschenken

Eine blühende Orchidee ist eines der beliebtesten Pflanzengeschenke, etwa zum Muttertag am zweiten Sonntag im Mai, zum Geburtstag oder zum Einzug. Damit sie lange Freude macht, verschenken Sie sie im durchsichtigen Kulturtopf in einem passenden Übertopf und legen eine Karte mit der Tauchregel dazu: alle sieben bis zehn Tage 10–15 Minuten tauchen, gut abtropfen lassen, kein Wasser im Übertopf. Pflanzen verkaufen wir nicht, wohl aber den Übertopf; auf Wunsch verpacken wir ihn kostenlos in einer Schachtel aus Recyclingpapier mit handgeschriebener Grußkarte. Weitere Ideen finden Sie im Ratgeber Muttertag: Geschenkideen und Blumen für Mama.

Häufige Fragen

Wie oft muss man Orchideen gießen?

Im Sommer meist einmal pro Woche, im Winter alle 10–14 Tage – immer dann, wenn die Wurzeln silbrig grau und die Rinde trocken ist.

Wie gießt man Orchideen richtig?

Am besten mit einem Tauchbad: Kulturtopf 10–15 Minuten in zimmerwarmes, weiches Wasser stellen, gut abtropfen lassen und zurück in den Übertopf setzen.

Was macht man mit Orchideen nach der Blüte?

Einen grünen Blütenstiel lassen Sie stehen oder kürzen ihn über dem zweiten oder dritten Knoten. Einen vertrockneten Stiel schneiden Sie am Grund ab.

Wie bringt man eine Orchidee wieder zum Blühen?

Mit viel indirektem Licht, regelmäßigem Düngen in schwacher Dosis und drei bis vier Wochen lang etwa 5 °C kühleren Nächten im Herbst.

Darf eine Orchidee im Übertopf stehen?

Ja, im durchsichtigen Kulturtopf mit Löchern. Wichtig ist, dass im Übertopf nach dem Tauchen kein Wasser stehen bleibt.

Soll man die Luftwurzeln einer Orchidee abschneiden?

Nein. Luftwurzeln sind gesund und nehmen Feuchtigkeit aus der Luft auf. Schneiden Sie nur vertrocknete oder faule Wurzeln ab.

Kann man Orchideen mit Eiswürfeln gießen?

Davon raten wir ab. Die Phalaenopsis stammt aus den Tropen; ein Eiswürfel kühlt Wurzeln und Substrat stark ab und befeuchtet die Rinde nur ungleichmäßig. Ein Tauchbad mit zimmerwarmem Wasser ist besser.

Sind Orchideen giftig für Katzen?

Die Phalaenopsis gilt laut der Tierschutzorganisation ASPCA als ungiftig für Katzen und Hunde. Größere Mengen angeknabberter Blätter können trotzdem Erbrechen auslösen.

Produkte aus diesem Ratgeber

Übertopf 12 cm

13 cm, Nebelgrau

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Übertopf 18 cm

18 cm, Graphit gesprenkelt

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