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Pflanzen & Töpfe

Pflanzen umtopfen: Schritt für Schritt – und was tun bei Töpfen ohne Abzugsloch?

PureKeramik Manufaktur · · 8 Min. Lesezeit

Pflanzen umtopfen Sie am besten im Frühjahr, in einen Topf, der nur wenige Zentimeter größer ist, mit Abzugsloch und frischer, passender Erde. Hier finden Sie die Anleitung Schritt für Schritt, die Warnzeichen für zu enge Töpfe, die richtige Erde für jede Pflanzengruppe – und die Antwort auf eine der häufigsten Fragen: Was tun mit einem schönen Topf ohne Abzugsloch?

Wann sollte man Pflanzen umtopfen?

Die beste Zeit ist das Frühjahr von März bis Mai, wenn die Tage länger werden und die Pflanzen neu austreiben. Die Wurzeln erobern die frische Erde dann schnell. Notfälle wie faulende Wurzeln behandeln Sie dagegen sofort, egal zu welcher Jahreszeit.

WarnzeichenWas es bedeutet
Wurzeln wachsen aus dem Abzugsloch oder oben aus der Erdedie Pflanze ist aus dem Topf herausgewachsen
Gießwasser läuft sofort durch, die Erde ist nach ein, zwei Tagen trockender Ballen besteht fast nur noch aus Wurzeln
der Kunststofftopf ist verformt oder gerissendie Wurzeln brauchen dringend mehr Platz
die Pflanze kippt oder ist viel zu hoch für den Topfsie braucht einen größeren, schwereren Topf
weiße Krusten auf der Erde, die Erde ist hart und verdichtetdie Erde ist ausgelaugt und sollte erneuert werden
kein Wachstum trotz Licht, Wasser und Düngermöglicherweise fehlt den Wurzeln der Platz

Wie oft umgetopft wird, hängt vom Wachstum ab: Schnell wachsende Grünpflanzen wie die Monstera in jungen Jahren jährlich, langsam wachsende wie Zamioculcas oder Bogenhanf alle zwei bis drei Jahre, Kakteen und Sukkulenten nur alle paar Jahre. Nicht umtopfen sollten Sie blühende Pflanzen während der Blüte, kranke oder von Schädlingen befallene Pflanzen (außer zur Rettung) und frisch gekaufte Pflanzen, die gesund aussehen – geben Sie ihnen zwei bis drei Wochen, sich an den neuen Platz zu gewöhnen.

Welche Topfgröße ist die richtige?

  • Der neue Topf ist bei kleinen Pflanzen etwa 2–4 cm, bei großen etwa 4–6 cm breiter als der alte.
  • Ein viel zu großer Topf ist ein häufiger Fehler: Die Erde, die die Wurzeln nicht erreichen, bleibt lange nass, und die Wurzeln beginnen zu faulen.
  • Jeder Topf, in dem Erde ist, braucht ein Abzugsloch. Gefäße ohne Loch nutzen Sie als Übertopf (mehr dazu weiter unten).
  • Flachwurzler wie Sukkulenten wachsen gut in niedrigen, breiten Schalen, Tiefwurzler wie Palmen oder Strelitzien in hohen Töpfen.
  • Hohe, kopflastige Pflanzen brauchen einen schweren Topf. Keramik gibt mehr Standfestigkeit als Kunststoff.

Auch das Material spielt eine Rolle. Glasierte Keramik nimmt kein Wasser auf, ist leicht zu reinigen und lässt nichts auf die Fensterbank durch. Unglasierter Ton (Terrakotta) ist porös: Ein Teil des Wassers verdunstet über die Wand, die Erde trocknet schneller. Das ist gut für Sukkulenten und mediterrane Kräuter – mehr dazu im Ratgeber Sukkulenten-Pflege. Neue Terrakottatöpfe stellen Sie vor dem Bepflanzen einige Stunden ins Wasser, damit sie der frischen Erde nicht sofort die Feuchtigkeit entziehen.

Pflanzen umtopfen: Anleitung Schritt für Schritt

  • Gießen Sie die Pflanze am Vortag, dann löst sich der Ballen leichter. Bei Sukkulenten und Zamioculcas ist ein trockener Ballen besser.
  • Legen Sie bereit: neuen Topf mit Abzugsloch, eine Tonscherbe oder ein Stück Vlies für das Loch, etwas Blähton, frische Erde für die jeweilige Pflanze, eine saubere Schere oder ein Messer und Handschuhe – bei giftigen Pflanzen wie Zamioculcas oder Anthurie unbedingt.
  • Legen Sie die Scherbe oder das Vlies über das Abzugsloch und geben Sie eine dünne Schicht Blähton und darauf etwas Erde in den neuen Topf.
  • Nehmen Sie die Pflanze aus dem alten Topf, indem Sie sie am Stammansatz halten und den Topf umdrehen. Sitzt sie fest, fahren Sie mit einem Messer an der Topfwand entlang; einen Kunststofftopf können Sie auch aufschneiden.
  • Lockern Sie die Wurzeln vorsichtig mit den Fingern und schütteln Sie alte, verbrauchte Erde ab.
  • Kontrollieren Sie die Wurzeln: Gesunde sind fest und hell, faulende braun, weich und riechen muffig. Schneiden Sie diese bis ins gesunde Gewebe zurück.
  • Setzen Sie die Pflanze mittig und genauso tief wie vorher in den neuen Topf.
  • Füllen Sie rundherum Erde auf, drücken Sie sie leicht an und klopfen Sie den Topf ein paar Mal auf die Arbeitsfläche, damit keine Hohlräume bleiben.
  • Lassen Sie oben 1–2 cm Gießrand frei, damit das Wasser nicht überläuft.
  • Gießen Sie mäßig an, damit sich die Erde um die Wurzeln legt. Sukkulenten, Kakteen und Zamioculcas gießen Sie erst nach einigen Tagen bis einer Woche.

Gut zu wissen: Eine dicke Drainageschicht ist im Topf mit Abzugsloch nicht nötig. Eine dünne Schicht verhindert, dass Erde das Loch verstopft – mehr nimmt den Wurzeln nur Platz weg. Wichtiger ist eine lockere, durchlässige Erde.

Die richtige Erde für jede Pflanze

PflanzengruppeGeeignete Erde
Grünpflanzen (Monstera, Gummibaum, Zamioculcas)Grünpflanzenerde, aufgelockert mit Perlite, Rinde oder Blähton
Sukkulenten und KakteenKakteenerde oder Blumenerde mit Sand und feinem Kies
Orchideengrobes Orchideensubstrat aus Rinde, keine Blumenerde
säureliebende Pflanzen (Gardenie, Azalee)Rhododendron- oder Azaleenerde
blühende Zimmerpflanzen (Anthurie, Strelitzie)strukturstabile, nährstoffreiche Erde; für Anthurien mit Orchideensubstrat gemischt
KüchenkräuterKräutererde, für mediterrane Kräuter mit Sand

Torffreie oder torfreduzierte Erden gibt es inzwischen für fast alle Pflanzengruppen. Sie trocknen an der Oberfläche oft schneller ab, deshalb lohnt die Fingerprobe vor dem Gießen. Wie Sie Orchideen in Rinde umtopfen, erklärt der Ratgeber Orchideen pflegen.

Nach dem Umtopfen: So wächst die Pflanze gut an

  • Stellen Sie die Pflanze ein, zwei Wochen hell, aber ohne pralle Sonne.
  • Düngen Sie frühestens nach vier bis sechs Wochen: Frische Erde ist vorgedüngt, und die Wurzeln müssen sich erst erholen.
  • Gießen Sie vorsichtig und erst wieder, wenn die Oberfläche abgetrocknet ist. In mehr Erde hält sich das Wasser länger.
  • Ein, zwei hängende oder abfallende Blätter sind eine normale Reaktion auf den Stress des Umtopfens.

Topf ohne Abzugsloch: Was tun?

In einem Gefäß ohne Loch kann überschüssiges Wasser nirgendwohin. Es sammelt sich am Boden, die Wurzeln stehen im Nassen, bekommen keine Luft und faulen – oft, während die Erde oben noch trocken aussieht. Deshalb pflanzen Sie in ein Gefäß ohne Loch nicht direkt, sondern nutzen es als Übertopf: Die Pflanze bleibt in einem Kulturtopf mit Löchern, der im Übertopf steht.

LösungVorteileNachteile
Übertopf mit Kulturtopfsicherste Lösung, Wasser leicht zu kontrollieren, Pflanze lässt sich zum Gießen heraushebenWasser im Übertopf nach dem Gießen ausleeren
Übertopf mit Blähtonschicht unter dem Kulturtopfder Topfboden steht über dem Restwasser, das langsam verdunstetder Übertopf muss etwas höher sein
direkt in ein Gefäß ohne Loch pflanzensieht am einfachsten aushohes Risiko für Wurzelfäule, nur mit sehr vorsichtigem Gießen

Möchten Sie trotzdem direkt pflanzen, etwa ein Sukkulenten-Arrangement in einer Schale, füllen Sie mindestens ein Viertel der Höhe mit Blähton oder Kies, wählen trockenheitsverträgliche Pflanzen und gießen nur kleine Mengen. Gefäße wie unsere Übertöpfe aus Keramik sind genau für den anderen Weg gemacht: innen glasiert, ohne Loch, für die Pflanze im Kulturtopf.

Übertopf richtig nutzen: Größe, Höhe und Gießen

  • Messen Sie den Kulturtopf oben am Rand. Der Übertopf sollte innen 1–3 cm Luft lassen, damit Sie den Topf leicht herausheben können.
  • Ist der Übertopf tiefer als der Kulturtopf, heben Sie die Pflanze mit einer Schicht Blähton oder einem umgedrehten Untersetzer an, bis der Kulturtopfrand knapp unter dem Rand des Übertopfs verschwindet.
  • Gießen Sie kleine Pflanzen am besten in der Spüle und stellen Sie sie abgetropft zurück. Große Pflanzen gießen Sie im Übertopf und schütten nach 15–30 Minuten das Wasser aus, das sich am Boden gesammelt hat.
  • Kontrollieren Sie bei schweren Kübeln mit einem Holzstab am Rand, ob am Boden Wasser steht.
Kulturtopf (Ø oben)Passender Übertopf
bis 11 cmÜbertopf 12 cm
12–16 cmÜbertopf 18 cm
17–23 cmÜbertopf 25 cm
ab ca. 24 cmPflanzkübel 30 cm, Zylinder-Pflanzkübel 32 cm oder Bodenpflanzkübel 40 cm

Auch unsere großen Pflanzkübel haben kein Abzugsloch und werden mit Kulturtopf benutzt. Für Pflanzen, die Sie direkt einpflanzen möchten, gibt es Blumentöpfe mit Abzugsloch und Untersetzer.

Kann man in Keramik ein Loch bohren?

Technisch ist es möglich, aber riskant. Sie brauchen eine Diamantbohrkrone oder einen Fliesenbohrer, bohren ohne Schlagfunktion bei niedriger Drehzahl mit wenig Druck und kühlen die Stelle ständig mit Wasser. Ein Streifen Kreppband verhindert, dass der Bohrer auf der glatten Glasur abrutscht. Trotzdem kann gerade dicht gebranntes, glasiertes Steinzeug dabei springen. Bei einem Übertopf, der ohnehin für einen Kulturtopf gedacht ist, lohnt sich das Risiko nicht: Nutzen Sie ihn so, wie er gedacht ist.

Große Kübelpflanzen: Erde erneuern statt umtopfen

Ab einer gewissen Größe lässt sich eine Pflanze kaum noch umtopfen. Dann genügt es, jedes Frühjahr die oberen 3–5 cm Erde vorsichtig abzutragen und durch frische zu ersetzen. So bekommt die Pflanze neue Nährstoffe, ohne dass Sie den schweren Ballen bewegen müssen. Ziehen Sie dabei möglichst wenige Wurzeln mit heraus.

Alte Erde und kaputte Töpfe entsorgen

Alte Blumenerde kommt auf den Kompost oder in haushaltsüblichen Mengen in die Biotonne. Erde von kranken oder von Schädlingen befallenen Pflanzen gehört in den Restmüll. Gebrauchte Keramiktöpfe waschen Sie mit heißem Wasser und einer Bürste aus, Kalkränder lösen sich mit Essigwasser oder Zitronensäure. Ein zerbrochener Keramiktopf gehört nicht ins Altglas, sondern in den Restmüll, größere Mengen auf den Wertstoffhof – Einzelheiten im Ratgeber Keramik entsorgen.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit zum Umtopfen?

Das Frühjahr von März bis Mai, wenn die Pflanzen neu austreiben. Faulende Wurzeln behandeln Sie sofort, egal zu welcher Jahreszeit.

Wie viel größer sollte der neue Topf sein?

Bei kleinen Pflanzen etwa 2–4 cm, bei großen etwa 4–6 cm im Durchmesser. In einem viel größeren Topf bleibt die Erde zu lange nass.

Soll man Pflanzen nach dem Umtopfen gießen?

Ja, mäßig, damit sich die Erde um die Wurzeln legt. Sukkulenten, Kakteen und Zamioculcas gießen Sie erst nach einigen Tagen bis einer Woche.

Wann darf man nach dem Umtopfen düngen?

Frühestens nach vier bis sechs Wochen. Frische Erde enthält bereits Nährstoffe, und die Wurzeln müssen sich erst erholen.

Kann man Pflanzen in einen Topf ohne Loch pflanzen?

Besser nicht direkt: Nutzen Sie ihn als Übertopf für einen Kulturtopf mit Löchern und leeren Sie überschüssiges Wasser nach dem Gießen aus. Direkt gepflanzt drohen Staunässe und Wurzelfäule.

Braucht ein Blumentopf eine Drainage?

Im Topf mit Abzugsloch genügt eine Scherbe oder ein Vlies über dem Loch und eine dünne Schicht Blähton. Im Übertopf hält eine Blähtonschicht den Kulturtopf über dem Restwasser.

Soll man Pflanzen direkt nach dem Kauf umtopfen?

Nur wenn der Topf viel zu klein ist oder die Erde schlecht aussieht. Gesunde Pflanzen bekommen zwei bis drei Wochen Zeit, sich einzugewöhnen.

Kann man in einen Keramiktopf ein Loch bohren?

Mit einer Diamantbohrkrone, Wasserkühlung und niedriger Drehzahl ist es möglich, aber glasiertes Steinzeug kann dabei springen. Einfacher ist es, den Topf als Übertopf zu nutzen.

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