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Pflege & Reparatur

Keramik entsorgen: In welchen Müll gehören Tassen, Teller und Porzellan?

PureKeramik Manufaktur · · 6 Min. Lesezeit

Keramik entsorgen Sie in haushaltsüblichen Mengen über den Restmüll – nicht über das Altglas und nicht über die Gelbe Tonne. Größere Mengen, etwa nach einer Haushaltsauflösung, nimmt der Wertstoffhof meist als Bauschutt an, je nach Kommune kostenlos oder gegen Gebühr. Hier lesen Sie, wohin Tassen, Teller, Porzellan und Blumentöpfe gehören und was Sie mit heilem Geschirr tun können.

Keramik entsorgen: Welcher Müll ist richtig?

WasWohinGut zu wissen
einzelne kaputte Tassen, Teller und SchalenRestmüllScherben vorher in Zeitungspapier oder Karton einwickeln
Porzellan, Steinzeug, Steingut, TerrakottaRestmüllgilt für alle Keramikarten, glasiert oder unglasiert
Trinkgläser, Glasschüsseln, feuerfestes Glas, BleikristallRestmüllkein Verpackungsglas, deshalb nicht ins Altglas
Blumentöpfe und Übertöpfe aus KeramikRestmüll, große Kübel zum WertstoffhofErde und Pflanzenreste vorher herausnehmen
größere Mengen GeschirrWertstoffhof, meist als BauschuttKleinmengen oft kostenlos, sonst Gebühr
Waschbecken, WC, FliesenWertstoffhof als Bauschutt oder Bauschuttcontainernur Material ohne Anhaftungen wie Silikon oder Holz
heiles Geschirrverschenken, spenden, verkaufenIdeen weiter unten
leere Flaschen und KonservengläserAltglas, nach Farben getrenntnur Verpackungsglas gehört in den Container

Die verbindlichen Regeln legt Ihre Stadt oder Ihr Landkreis in der Abfallsatzung fest, und sie unterscheiden sich von Ort zu Ort. Im Abfall-ABC Ihrer Kommune – meist auf der Website oder in der Abfall-App – steht, wohin was gehört, welcher Wertstoffhof was annimmt und wann er geöffnet hat.

Warum Porzellan und Keramik nicht ins Altglas dürfen

Keramik, Porzellan und Steine gehören zu den lästigsten Fehlwürfen im Glascontainer. Sie schmelzen bei den Temperaturen, mit denen Altglas eingeschmolzen wird, nicht mit. Schon kleine Scherben bleiben als Einschlüsse im neuen Glas zurück, machen Flaschen und Gläser fehlerhaft und bruchanfällig und müssen in den Sortieranlagen aufwendig herausgeholt werden – dabei geht auch sauberes Altglas verloren.

Aus ähnlichen Gründen gehören auch Trinkgläser, Vasen, Glasgeschirr und feuerfeste Auflaufformen aus Glas nicht ins Altglas: Ihre Zusammensetzung unterscheidet sich von Verpackungsglas. In die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack kommen nur Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen, also ebenfalls keine Keramik.

Gebrannte Keramik lässt sich übrigens nicht wieder zu Ton aufweichen: Beim Brand verändert sich das Material dauerhaft. Was auf dem Wertstoffhof als Bauschutt gesammelt wird, wird zerkleinert und zum Beispiel im Wegebau verwendet.

Wertstoffhof: Wann er sich lohnt und was er kostet

Für die Tasse mit abgebrochenem Henkel reicht die Restmülltonne. Bei einer Haushaltsauflösung, einem kompletten Service oder vielen Blumentöpfen wird sie schnell zu klein oder zu schwer. Dann ist der Wertstoffhof oder Recyclinghof die richtige Adresse. Keramik und Porzellan laufen dort in der Regel unter Bauschutt.

  • Kleinmengen: Viele Höfe nehmen Bauschutt aus Privathaushalten nur in begrenzter Menge an. Im Landkreis Erding etwa sind es bis zu 100 Liter, also zehn Zehn-Liter-Eimer.
  • Kosten: Je nach Kommune ist die Abgabe kostenlos, oder es wird nach Eimer, Kofferraumladung oder Gewicht abgerechnet. In München zum Beispiel ist die Abgabe von Haushaltsbauschutt am Wertstoffhof inzwischen gebührenpflichtig.
  • Sortenrein anliefern: nur Keramik, Porzellan und Fliesen, ohne Erde, Kunststoff, Holz oder Metall.
  • Wohnort: Viele Wertstoffhöfe nehmen nur Abfälle aus dem eigenen Stadt- oder Kreisgebiet an.
  • Größere Mengen, etwa von einer Badsanierung, gehören zu einer Bauschuttdeponie oder einem Recyclingbetrieb.

Ein kurzer Blick auf die Website des Entsorgers vor der Fahrt spart Zeit: Dort stehen Öffnungszeiten, Mengengrenzen und aktuelle Gebühren.

Blumentöpfe aus Keramik und Terrakotta entsorgen

Für Blumentöpfe gilt dasselbe wie für Geschirr – ob glasiert oder aus unglasierter Terrakotta. Vorher räumen Sie den Topf aus: Pflanzenreste kommen in die Biotonne oder auf den Kompost, kleinere Mengen Blumenerde nach den Regeln Ihrer Kommune meist ebenfalls in die Biotonne.

  • kleine und mittlere Töpfe: Restmüll, gern zerbrochen und eingewickelt – so brauchen sie in der Tonne weniger Platz
  • große, schwere Pflanzkübel: zum Wertstoffhof als Bauschutt
  • Töpfe aus Kunststoff: je nach Kommune Gelbe Tonne oder Restmüll, das Abfall-ABC gibt Auskunft
  • Terrakotta-Scherben müssen nicht weg: Über das Abzugsloch eines neuen Topfs gelegt, verhindern sie, dass Erde ausgeschwemmt wird

Wie Sie Pflanzen in einen neuen Topf setzen, lesen Sie im Ratgeber Pflanzen umtopfen. Glasierte Blumentöpfe aus Keramik mit Untersetzer halten bei guter Pflege viele Jahre – im Winter gehören sie ins Haus oder an einen geschützten Platz.

Scherben sicher verpacken

  • große Scherben mit Handschuhen aufsammeln, kleine Splitter mit Handfeger und einem feuchten Küchentuch aufnehmen
  • die Scherben in mehrere Lagen Zeitungspapier wickeln oder in einen kleinen Karton geben
  • das Päckchen mit Klebeband verschließen und mit „Vorsicht, Scherben“ beschriften – so verletzt sich niemand, der den Beutel oder die Tonne anfasst
  • größere Mengen für den Wertstoffhof in stabilen Eimern oder Kartons transportieren, nicht in Müllsäcken

Heiles Geschirr: verschenken, spenden, verkaufen

Geschirr, das noch ganz ist, gehört nicht in den Müll. Für gut erhaltene Stücke gibt es viele Abnehmer:

  • Sozialkaufhäuser und Gebrauchtwarenhäuser nehmen oft Geschirr an – fragen Sie vor größeren Mengen nach dem Bedarf
  • Hilfsorganisationen und Frauenhäuser können Geschirr oft für die Erstausstattung von Wohnungen gebrauchen
  • Kleinanzeigen, Verschenk-Gruppen in Ihrer Nachbarschaft und der Flohmarkt
  • eine Kiste mit „Zu verschenken“ vor dem Haus, sofern Ihre Kommune das duldet
  • Sammelporzellan und Markengeschirr verkaufen: Was gesucht ist und wie Sie den Wert einschätzen, steht im Ratgeber Sammelporzellan

Angeschlagenes Geschirr hat eine besondere Verwendung: den Polterabend. Freunde und Familie zerschlagen vor der Hochzeit Porzellan und Keramik, denn Scherben sollen Glück bringen. Glas und Spiegel sind dabei tabu. Das Brautpaar kehrt die Scherben gemeinsam zusammen – große Mengen bringen Sie danach zum Wertstoffhof.

Zweites Leben für Scherben und angeschlagene Stücke

ZustandWas Sie daraus machen können
Tasse mit AbplatzerBecher für Stifte und Pinsel, Übertopf für Kräuter, Teelichthalter
Teller mit SprungUntersetzer unter einem Blumentopf, Schmuckablage
in wenige große Teile zerbrochenkleben oder mit goldener Fuge reparieren
viele kleine ScherbenMosaik für Blumentöpfe oder Trittsteine, Pflanzschilder mit Filzstift
Terrakotta-BruchAbdeckung für Abzugslöcher in Pflanzgefäßen

Wie Sie Henkel und Teller wieder zusammensetzen und was nach dem Kleben noch auf den Tisch darf, erklären wir im Ratgeber Keramik kleben. Beim Arbeiten mit Scherben gilt: Handschuhe und Schutzbrille tragen, Kanten mit Schleifpapier entschärfen.

Weniger Bruch im Alltag

  • Teller und Tassen in der Spülmaschine so einräumen, dass sie sich nicht berühren
  • Tassen nicht ineinanderstellen, Teller nicht zu hoch stapeln
  • Temperaturschocks vermeiden: keine kühlschrankkalte Form in den heißen Ofen, kein kochendes Wasser in eine eiskalte Tasse
  • schweres Geschirr in die unteren Fächer, Alltagsgeschirr nah an die Spülmaschine

Dickwandiges, dicht gebranntes Steinzeug steckt kleine Stöße im Alltag meist besser weg als sehr dünnes Porzellan. Warum Keramik dennoch springt und wie Sie Haarrisse früh erkennen, lesen Sie im Ratgeber Haarrisse in Keramik; die Unterschiede der Materialien erklärt Was ist Keramik?. Und falls doch einmal Ersatz nötig ist: Im Outlet finden Sie Stücke zweiter Wahl mit kleinen Schönheitsfehlern in der Glasur, voll nutzbar und günstiger. Unsere Versandverpackung aus Karton und Wabenpapier kommt übrigens ohne Luftpolsterfolie und Styropor aus und gehört nach dem Auspacken ins Altpapier.

Häufige Fragen

In welchen Müll gehört Keramik?

In haushaltsüblichen Mengen in den Restmüll, gut eingewickelt. Größere Mengen bringen Sie zum Wertstoffhof, wo sie meist als Bauschutt angenommen werden.

Darf Porzellan ins Altglas?

Nein. Porzellan und Keramik schmelzen bei der Glasschmelze nicht mit, hinterlassen Einschlüsse im neuen Glas und stören das Recycling.

Wo entsorge ich größere Mengen Geschirr?

Am Wertstoff- oder Recyclinghof Ihrer Kommune, meist im Bereich Bauschutt. Heiles Geschirr verschenken, spenden oder verkaufen Sie besser.

Was kostet es, Keramik am Wertstoffhof zu entsorgen?

Das legt jede Kommune selbst fest. Kleinmengen sind vielerorts kostenlos, anderswo wird nach Eimer, Volumen oder Gewicht abgerechnet – die aktuellen Gebühren stehen auf der Website Ihres Entsorgers.

Ist Keramik Bauschutt?

Auf dem Wertstoffhof in der Regel ja: Keramik, Porzellan und Fliesen werden dort mit dem mineralischen Bauschutt gesammelt. Einzelne Scherben aus dem Haushalt gehören dagegen in den Restmüll.

Wie entsorge ich Blumentöpfe aus Keramik?

Erde und Pflanzenreste herausnehmen, kleine Töpfe in den Restmüll, große Kübel zum Wertstoffhof. Terrakotta-Scherben können Sie als Abdeckung für Abzugslöcher weiterverwenden.

Wohin mit kaputten Trinkgläsern?

In den Restmüll. Trinkgläser, Glasgeschirr und feuerfestes Glas sind kein Verpackungsglas und gehören deshalb nicht in den Altglascontainer.

Kann man Keramik recyceln?

Nicht über den Hausmüll. Auf dem Wertstoffhof gesammelte Keramik wird zerkleinert und zum Beispiel im Wegebau verwendet; zu Ton aufweichen lässt sich gebrannte Keramik nicht mehr.

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