Zamioculcas: Pflege, Gießen und warum sie gelb wird
Die Zamioculcas, auch Glücksfeder oder ZZ-Pflanze genannt, verzeiht Schatten, trockene Heizungsluft und drei Wochen Urlaub – nasse Erde dagegen nicht. Für die Zamioculcas-Pflege heißt das: selten, dann aber gründlich gießen, hell ohne pralle Mittagssonne aufstellen und einen Topf wählen, aus dem überschüssiges Wasser abläuft. Hier finden Sie Gießplan, Standort, Erde, Umtopfen, Vermehrung und eine Tabelle, was gelbe Blätter bedeuten.
Zamioculcas-Pflege auf einen Blick
Die Zamioculcas zamiifolia gehört zu den Aronstabgewächsen und stammt aus dem Osten und Südosten Afrikas, wo lange Trockenzeiten zum Jahr gehören. Sie speichert Wasser in einem dicken, knollenartigen Rhizom unter der Erde und in den an der Basis verdickten Blattstielen. Jeder Trieb ist ein einziges gefiedertes Blatt mit glänzenden, ledrigen Fiederblättchen. Im Zimmer wächst sie langsam und wird meist 60–100 cm hoch.
| Pflegepunkt | Was die Zamioculcas braucht |
|---|---|
| Licht | hell bis halbschattig, ohne pralle Mittagssonne; verträgt Schatten, wächst dort aber langsamer |
| Temperatur | 18–26 °C, im Winter nicht unter 15 °C |
| Gießen | erst, wenn die Erde fast ganz durchgetrocknet ist: im Sommer etwa alle 2–3 Wochen, im Winter alle 3–5 Wochen |
| Luftfeuchtigkeit | verträgt trockene Heizungsluft, Besprühen ist nicht nötig |
| Erde | durchlässig: Grünpflanzenerde mit grobem Sand, Perlite oder Blähton im Verhältnis 3:1 |
| Düngen | April bis September etwa alle 4 Wochen, flüssiger Grünpflanzendünger in halber Dosis |
| Umtopfen | alle 2–3 Jahre im Frühjahr, junge Pflanzen auch jährlich |
| Vermehren | Teilung beim Umtopfen oder Blattstecklinge |
| Giftig? | leicht giftig für Menschen, Katzen und Hunde (Calciumoxalat) |
Zamioculcas gießen: wie oft und wie viel?
Gießfehler sind der häufigste Grund, warum eine Glücksfeder eingeht – und fast immer ist es zu viel Wasser, nicht zu wenig. Das Rhizom ist ein Wasserspeicher, der mehrere Wochen Trockenheit überbrückt. Bleibt die Erde dagegen dauerhaft feucht, wird es weich und beginnt zu faulen.
| Jahreszeit | Gießabstand (Richtwert) | Worauf Sie achten |
|---|---|---|
| Frühjahr und Sommer (April–September) | etwa alle 2–3 Wochen | durchdringend gießen, Wasser im Untersetzer nach 15 Minuten abgießen |
| Herbst und Winter (Oktober–März) | etwa alle 3–5 Wochen | kleinere Mengen; bei 15–18 °C Raumtemperatur noch seltener |
| dunkler Standort oder großer Topf | seltener als oben angegeben | die Erde trocknet langsamer – vor jedem Gießen prüfen |
- Prüfen Sie die Erde vor jedem Gießen: Stecken Sie ein Holzstäbchen bis zum Topfboden. Kommt es trocken und ohne anhaftende Erde heraus, ist es Zeit.
- Gießen Sie dann gründlich, bis Wasser aus dem Abzugsloch läuft. Was sich nach 15 Minuten im Untersetzer oder Übertopf gesammelt hat, schütten Sie weg.
- Zimmerwarmes Leitungswasser genügt. Ist Ihr Wasser sehr kalkhaltig, lassen Sie es über Nacht stehen oder nehmen Sie ab und zu Regenwasser; weiße Kalkränder auf der Erde schaden der Pflanze nicht.
- Im Zweifel ein paar Tage warten: Trockenheit steckt die Zamioculcas weg, Staunässe nicht.
- Besprühen ist überflüssig. Wischen Sie Staub alle paar Wochen mit einem feuchten Tuch von den Blättern, dann glänzen sie und bekommen mehr Licht.
Vor dem Urlaub gießen Sie einfach wie gewohnt. Drei bis vier Wochen ohne Wasser übersteht eine eingewurzelte Pflanze problemlos, ein Bewässerungssystem braucht sie nicht. Erst wenn die Fiederblättchen schlaff werden oder sich einrollen, hat sie wirklich Durst.
Standort: hell, aber ohne pralle Mittagssonne
Am kräftigsten und kompaktesten wächst die Glücksfeder in hellem, indirektem Licht: am Ost- oder Westfenster oder ein bis zwei Meter vom Südfenster entfernt. Ein Nordfenster genügt ebenfalls. Direkte Mittagssonne hinter Glas verursacht helle, trockene Flecken – Sonnenbrand, der nicht mehr verschwindet.
Für Flur, Büro und dunklere Wohnungen gehört sie zu den besten Pflanzen, weil sie mit wenig Licht und Kunstlicht auskommt. Dort wächst sie langsamer, neue Stiele werden länger und weicher, und Sie gießen noch seltener. Stellen Sie sie alle paar Monate für einige Wochen näher ans Fenster oder ergänzen Sie eine Pflanzenlampe. In einem Raum ganz ohne Tageslicht hält sie nur mit Pflanzenlampe dauerhaft durch – Alternativen für solche Räume finden Sie im Ratgeber Pflanzen fürs Bad mit und ohne Fenster.
Heizungsluft macht ihr wenig aus, ein Platz direkt über dem Heizkörper aber schon: Dort trocknet die Erde ungleichmäßig aus. Kalte Zugluft beim Stoßlüften im Winter und Plätze unter 15 °C meiden Sie besser. Im Sommer darf die Zamioculcas an einen geschützten, halbschattigen Platz auf Balkon oder Terrasse, solange die Nächte nicht unter 15 °C fallen; gewöhnen Sie sie dabei langsam an das hellere Licht.
Der richtige Topf: mit Abzugsloch oder als Übertopf
Weil Staunässe der Hauptfeind ist, muss Gießwasser immer abfließen können. Dafür gibt es zwei Lösungen, die beide gut funktionieren:
- Blumentopf mit Abzugsloch und Untersetzer: Die Pflanze sitzt direkt in der Erde des Keramiktopfs, überschüssiges Wasser läuft in den Untersetzer, den Sie nach dem Gießen leeren. Gut für junge Pflanzen, etwa im Blumentopf mit Untersetzer 14 cm.
- Übertopf ohne Loch mit Kulturtopf: Die Pflanze bleibt in ihrem Kunststofftopf mit Löchern, der in einem Übertopf aus Keramik steht. Heben Sie den Innentopf zum Gießen heraus oder kippen Sie überschüssiges Wasser nach 15 Minuten aus. Eine 2–3 cm hohe Schicht Blähton im Übertopf hält den Topfboden zusätzlich über dem Wasser.
- Nie direkt in ein Gefäß ohne Loch pflanzen: Dort sammelt sich das Wasser unten, und das Rhizom fault, ohne dass Sie es von oben sehen.
Die Rhizome werden mit den Jahren kräftig und drücken dünne Kunststofftöpfe aus der Form, manchmal sprengen sie sie sogar. Ein schwerer Topf aus Steinzeug steht auch mit einer großen, kopflastigen Pflanze stabil. Unsere Übertöpfe und großen Pflanzkübel sind innen glasiert, haben kein Abzugsloch und nehmen die Pflanze samt Kulturtopf auf – so kommt kein Wasser auf Parkett oder Fensterbank.
| Größe der Zamioculcas | Kulturtopf (Ø) | Passender Keramiktopf (Richtwert) |
|---|---|---|
| jung, bis ca. 30 cm | bis 11 cm | Übertopf 12 cm oder direkt in den Blumentopf 14 cm |
| ca. 30–50 cm | 12–16 cm | Übertopf 18 cm |
| ca. 50–80 cm | 17–23 cm | Übertopf 25 cm |
| ab ca. 80 cm | ab 24 cm | Pflanzkübel 30 cm oder Zylinder-Pflanzkübel 32 cm |
Faustregel für die Größe: Der neue Topf ist nur 2–4 cm breiter als der Wurzelballen. In einem zu großen Topf bleibt viel Erde lange nass, die die Wurzeln gar nicht erreichen – genau das, was die Zamioculcas nicht verträgt.
Erde und Dünger für die Glücksfeder
Normale Blumenerde hält für die Zamioculcas zu viel Wasser. Mischen Sie Grünpflanzenerde im Verhältnis 3:1 mit grobem Sand, Perlite oder Blähton; Kakteenerde mit etwas Grünpflanzenerde funktioniert ebenso – ähnlich wie bei der Sukkulenten-Pflege. Auch in Hydrokultur wächst die Glücksfeder gut.
Gedüngt wird nur in der Wachstumszeit von April bis September, etwa alle vier Wochen mit flüssigem Grünpflanzendünger in halber Dosis und immer auf leicht feuchte Erde. Von Oktober bis März braucht sie keinen Dünger. Frisch umgetopfte Pflanzen düngen Sie erst nach sechs bis acht Wochen, denn neue Blumenerde ist vorgedüngt.
Zamioculcas umtopfen: wann und wie
Umgetopft wird alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr, junge Pflanzen auch jährlich. Zeit ist es, wenn die Rhizome den Topf ausfüllen, den Kunststofftopf verformen, Wurzeln aus dem Abzugsloch wachsen oder die Erde nach dem Gießen auffällig schnell trocknet.
- Ziehen Sie Handschuhe an – der Pflanzensaft kann Haut und Augen reizen.
- Gießen Sie zwei, drei Tage vorher nicht, dann löst sich der Ballen leichter. Einen verformten Kunststofftopf schneiden Sie notfalls auf.
- Lockern Sie den Ballen und kontrollieren Sie die Rhizome: Gesunde sind fest und hell. Weiche, braune Stellen schneiden Sie mit einem sauberen Messer heraus.
- Füllen Sie in den neuen Topf mit Abzugsloch eine 2–3 cm hohe Drainageschicht aus Blähton und darauf etwas Erde.
- Setzen Sie die Pflanze so tief ein wie zuvor, die Rhizome liegen knapp unter der Oberfläche. Füllen Sie Erde nach, ohne sie festzustampfen.
- Gießen Sie erst nach drei bis sieben Tagen, damit kleine Wunden an Rhizom und Wurzeln abtrocknen.
Die ausführliche Anleitung für alle Zimmerpflanzen, inklusive Topfgrößen-Regel, finden Sie unter Pflanzen umtopfen Schritt für Schritt.
Zamioculcas vermehren: Teilung und Blattstecklinge
Am schnellsten geht die Teilung beim Umtopfen. Große Pflanzen haben meist mehrere Rhizome. Trennen Sie den Ballen mit den Händen oder einem scharfen Messer in zwei bis drei Teile, jeder mit eigenem Rhizom und mindestens zwei, drei Blättern, und topfen Sie diese einzeln ein.
Geduld brauchen Blattstecklinge. Zupfen Sie einzelne Fiederblättchen ab oder schneiden Sie ein ganzes Blatt ab, lassen Sie die Schnittstellen einen Tag antrocknen und stecken Sie die Blättchen etwa 2 cm tief in Anzuchterde mit Sand. Bei mindestens 20 °C, hell und mäßig feucht bildet sich an der Basis nach einigen Wochen eine kleine Knolle mit Wurzeln. Bis der erste neue Trieb erscheint, vergeht oft fast ein Jahr. Bewurzeln im Wasserglas funktioniert ebenfalls.
Warum wird die Zamioculcas gelb? Ursachen und Lösungen
Gelbe Blätter haben fast immer eine Ursache im Wurzelbereich. Wichtig zu wissen: Gelbe Blätter werden nicht wieder grün. Schneiden Sie sie am Ansatz ab und beheben Sie den Grund.
| Symptom | Häufige Ursache | Was Sie tun |
|---|---|---|
| Blätter vergilben von unten, Stiele am Ansatz weich oder dunkel | Staunässe, faulendes Rhizom | austopfen, Fäulnis wegschneiden, in trockene, durchlässige Erde setzen |
| ein einzelnes altes Blatt wird langsam gelb, neue Triebe sind gesund | natürliche Alterung | nichts – das Blatt entfernen, wenn es ganz gelb ist |
| lange, blassgrüne Stiele, die umkippen | zu wenig Licht | heller stellen, Stiele vorübergehend stützen |
| helle, trockene oder braune Flecken | Sonnenbrand hinter Glas | vor Mittagssonne schützen |
| Fiederblättchen fallen ab | Kälte, Zugluft oder sehr lange Trockenheit | wärmer stellen, nicht unter 15 °C; staubtrockene Erde gründlich wässern |
| braune Blattspitzen | Überdüngung oder sehr kalkhaltiges Wasser | weniger düngen, Erde mit klarem Wasser durchspülen |
| feine Gespinste, helle Sprenkel | Spinnmilben bei trockener Heizungsluft | Pflanze abduschen, Blätter feucht abwischen, stark befallene Blätter entfernen |
| keine neuen Triebe | Winterruhe, wenig Licht oder zu großer Topf | bis zum Frühjahr warten, Standort und Topfgröße prüfen |
So retten Sie eine überwässerte Zamioculcas: Nehmen Sie die Pflanze aus dem Topf, entfernen Sie die nasse Erde und schneiden Sie matschige, braune Rhizom- und Wurzelteile bis ins feste, helle Gewebe zurück. Lassen Sie die Schnittflächen einen Tag an der Luft trocknen und setzen Sie die gesunden Teile in frische, trockene Erde. In der ersten Woche gießen Sie nicht. Ist das ganze Rhizom weich, bleiben nur noch gesunde Fiederblättchen als Stecklinge.
Ist die Zamioculcas giftig für Katzen, Hunde und Kinder?
Die Zamioculcas ist für Menschen, Katzen und Hunde leicht giftig, weil alle Pflanzenteile Calciumoxalat enthalten. Wer ein Blatt anknabbert, spürt Brennen an Lippen, Mund und Rachen; Katzen und Hunde reagieren mit Speicheln, Würgen oder Erbrechen. Weil die Blätter bitter schmecken, bleibt es meist bei einem Biss, schwere Vergiftungen sind selten.
Stellen Sie die Pflanze trotzdem außer Reichweite von Kleinkindern und neugierigen Tieren, tragen Sie beim Umtopfen und Schneiden Handschuhe und leeren Sie Untersetzer und Übertopf, damit niemand das Gießwasser trinkt. Bei Beschwerden rufen Sie den Tierarzt oder den Giftnotruf an.
Sorten: von ‚Raven‘ bis ‚Zenzi‘
| Sorte | Aussehen |
|---|---|
| Grüne Zamioculcas (Wildform) | glänzend dunkelgrüne Fiederblättchen, im Zimmer bis etwa 1 m hoch |
| ‚Raven‘ | neue Triebe erscheinen hellgrün und färben sich innerhalb einiger Wochen fast schwarz |
| ‚Zenzi‘ | kompakt und gedrungen, die Fiederblättchen sind leicht nach innen gewölbt |
| ‚Zamicro‘ | kleine, kompakte Sorte für Schreibtisch und Fensterbank |
| ‚Variegata‘ | grün-cremeweiß panaschiert, wächst langsamer und braucht etwas mehr Licht |
Die fast schwarze ‚Raven‘ kommt in hellen Glasuren wie Sandmatt oder Milchweiß zur Geltung, die klassisch grüne Form wirkt ruhig in Graphit gesprenkelt, Kohleschwarz oder Terrakotta. Ähnlich genügsam ist übrigens der Bogenhanf – wie Sie ihn pflegen, lesen Sie in Bogenhanf-Pflege: Gießen und der richtige Topf.
Häufige Fragen
Wie oft muss ich eine Zamioculcas gießen?
Im Sommer etwa alle 2–3 Wochen, im Winter alle 3–5 Wochen – aber immer erst, wenn die Erde fast vollständig durchgetrocknet ist. An dunklen Plätzen und in großen Töpfen noch seltener.
Warum bekommt meine Zamioculcas gelbe Blätter?
Meist wegen Staunässe: Das Rhizom fault, und die Blätter vergilben von unten. Seltener sind Lichtmangel, Kälte oder die natürliche Alterung einzelner alter Blätter die Ursache.
Kann die Zamioculcas im dunklen Flur stehen?
Ja, sie kommt mit wenig Licht aus, wächst dann aber langsamer und braucht noch weniger Wasser. In Räumen ganz ohne Fenster hält sie nur mit Pflanzenlampe dauerhaft durch.
Ist die Zamioculcas giftig für Katzen?
Ja, leicht. Sie enthält Calciumoxalat, das Maul und Rachen reizt und Speicheln oder Erbrechen auslösen kann. Stellen Sie sie außer Reichweite und rufen Sie bei Beschwerden den Tierarzt an.
Braucht die Zamioculcas einen Topf mit Loch?
Ja, das Wasser muss abfließen können. Pflanzen Sie sie in einen Blumentopf mit Abzugsloch und Untersetzer, oder lassen Sie sie im Kulturtopf und stellen Sie diesen in einen Übertopf, den Sie nach dem Gießen leeren.
Warum fallen die Stiele meiner Zamioculcas um?
Entweder sind die Stiele an einem zu dunklen Platz lang und weich gewachsen, oder ihr Ansatz ist durch zu viel Wasser weich geworden. Prüfen Sie zuerst die Erde, stellen Sie die Pflanze dann heller und stützen Sie die Stiele vorübergehend.
Blüht die Zamioculcas?
Selten. Ältere Pflanzen bilden manchmal dicht über der Erde einen kleinen, blassen Blütenkolben mit Hüllblatt, wie er für Aronstabgewächse typisch ist.
Ist Glücksfeder dasselbe wie Zamioculcas?
Ja. Glücksfeder, ZZ-Pflanze und Zamie sind deutsche Namen für Zamioculcas zamiifolia. „Zamie“ ist allerdings irreführend, denn echte Zamien sind Palmfarne.







