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Keramik: Stile & Geschichte

Porzellanmuseum und Keramikmuseum: Die schönsten Ausflugsziele in Deutschland

PureKeramik Manufaktur · · 7 Min. Lesezeit

Ein Porzellanmuseum zeigt mehr als schöne Teller: Es erzählt von Erfindergeist, Fürstenhöfen, Industrie und Alltag. Hier finden Sie die wichtigsten Porzellan- und Keramikmuseen in Deutschland und in den Nachbarländern – von Meißen und Selb bis Düsseldorf und Höhr-Grenzhausen –, was Sie dort sehen, welche sich mit Kindern lohnen und wie Sie Museen und Märkte zu einem Ausflug verbinden.

Porzellanmuseen und Keramikmuseen auf einen Blick

MuseumOrtSchwerpunktIdeal für
Porzellanikon – Staatliches Museum für PorzellanSelb und Hohenberg an der Eger, OberfrankenFabrik und Technik in der ehemaligen Rosenthal-Fabrik, Sammlung in der Hutschenreuther-Villa, Rosenthal Museum, technische KeramikTechnikfans, Familien, Sammler
Porzellansammlung im ZwingerDresdenSammlung Augusts des Starken mit rund 20.000 Werken: chinesisches, japanisches und Meissener PorzellanKunstliebhaber
Erlebniswelt Haus MeissenMeißenSchauwerkstatt und Museum der ältesten Porzellanmanufaktur EuropasEinsteiger, Familien
Museum Schloss FürstenbergFürstenberg an der WeserPorzellan der 1747 gegründeten Manufaktur vom Rokoko bis heuteAusflug ins Weserbergland
KPM WeltBerlin-TiergartenGeschichte der Königlichen Porzellan-Manufaktur und heutige Handfertigung im historischen ManufakturgebäudeStädtereise
Hetjens – Deutsches KeramikmuseumDüsseldorfKeramik aus 8000 Jahren und allen Kontinenten auf 8500 QuadratmeternÜberblick über alle Keramikarten
GRASSI Museum für Angewandte KunstLeipzigangewandte Kunst von der Antike bis heute, darunter europäische Fayencen; jedes Jahr Ende Oktober die GrassimesseDesign-Interessierte
Keramikmuseum WesterwaldHöhr-GrenzhausenWesterwälder Steinzeug, Industriekeramik, zeitgenössische Keramik, WesterwaldpreisFamilien, Marktbesucher
KERAMIONFrechen bei KölnFrechener Keramikmuseum mit Dauer- und Wechselausstellungen in einem Bau von 1971Rheinland-Ausflug
Keramikmuseum StaufenStaufen im Breisgauoriginale Töpferwerkstatt mit Tongrube, Glasurmühle und Holzbrennöfen, zeitgenössische Keramik zum KaufenHandwerk erleben
Villeroy & Boch ErlebnisweltMettlach, SaarlandKeramikmuseum in der Alten Abtei, Museumscafé mit 15.000 handbemalten FliesenKultur und Einkauf
Ofen- und KeramikmuseumVelten, BrandenburgKachelöfen vom 16. bis 20. Jahrhundert und Keramik von Hedwig Bollhagen in einer Ofenfabrik von 1872Architektur und Design
Keramik-Museum BürgelBürgel, ThüringenBürgeler Keramik von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis heuteTöpfermarkt Ende Juni
Keramikmuseum RheinsbergRheinsberg, BrandenburgDekor und Form der Rheinsberger Keramik seit 1762Schloss und Töpfermarkt im Oktober

Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Führungen ändern sich – prüfen Sie sie vor dem Besuch immer auf der Website des jeweiligen Hauses.

Porzellanmuseum oder Keramikmuseum: Was ist der Unterschied?

Ein Porzellanmuseum konzentriert sich auf Porzellan: auf die Manufakturen, ihre Marken und Formen, auf höfische Tafelkultur und industrielle Fertigung. Ein Keramikmuseum zeigt die ganze Bandbreite – Irdenware, Steinzeug, Steingut, Fayence, Majolika und Porzellan, oft auch zeitgenössische Keramikkunst. Wie sich die Materialien unterscheiden, erklärt der Ratgeber Unterschied zwischen Keramik und Porzellan.

Museen der Manufakturen: Meißen, Fürstenberg, Berlin und Selb

In Meißen begann 1710 die Geschichte des europäischen Hartporzellans; die Manufaktur arbeitete bis Mitte des 19. Jahrhunderts auf der Albrechtsburg. In der Erlebniswelt Haus Meissen sehen Sie in der Schauwerkstatt, wie Porzellan geformt und bemalt wird, und in der Ausstellung Stücke aus der Geschichte der Manufaktur. Tipps für den Tag finden Sie unter Meissen besuchen.

Die Manufaktur Fürstenberg wurde 1747 gegründet und ist die zweitälteste Porzellanmanufaktur Deutschlands, die bis heute am selben Ort produziert. Seit 1957 zeigt das Museum Schloss Fürstenberg ihre Stücke vom Rokoko bis zur Gegenwart. In Berlin präsentiert die KPM Welt seit 2007 Geschichte und heutige Handfertigung der Königlichen Porzellan-Manufaktur, die Friedrich der Große 1763 übernahm. Mehr dazu in den Ratgebern Fürstenberg und Nymphenburg und KPM Berlin.

Das Porzellanikon hat zwei Standorte: In Selb zeigen sechs Häuser auf dem Gelände der ehemaligen Rosenthal-Fabrik Fabrik und Technik, das Rosenthal Museum und eines der ersten Museen Europas für technische Keramik. Im 1982 eröffneten Deutschen Porzellanmuseum in Hohenberg an der Eger, der früheren Direktorenvilla von Hutschenreuther, sind rund 12.000 Exponate ausgestellt. Einen ausführlichen Besuchsplan bietet der Ratgeber Porzellanikon in Selb.

Große Sammlungen: Dresden, Düsseldorf und Leipzig

Die Porzellansammlung im Dresdner Zwinger geht auf August den Starken zurück, der sie 1715 begründete. Von rund 20.000 Werken sind etwa 2000 ausgestellt: chinesisches Porzellan der Ming- und Qing-Zeit, japanisches Arita-Porzellan und frühes Meissener Porzellan. Die Ostasien-Galerie gestaltete der New Yorker Architekt Peter Marino. Von Dresden nach Meißen ist es nur eine kurze Fahrt – ein guter Doppelausflug.

Das Hetjens – Deutsches Keramikmuseum in Düsseldorf entstand aus dem Nachlass des Sammlers Laurenz Heinrich Hetjens und wurde 1909 gegründet. Heute zeigt es im Palais Nesselrode Keramik von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart: rheinisches Steinzeug, antike und vorkolumbische Keramik, islamische Keramik mit einer rekonstruierten Kachelkuppel, Fayence, Majolika, Porzellan und Studiokeramik. Wer verstehen möchte, wie Zinnglasur-Keramik entstand, liest vorab Majolika und Fayence.

Das GRASSI Museum für Angewandte Kunst in Leipzig sammelt seit 1874 Kunsthandwerk und Design aus Europa und anderen Kontinenten, insgesamt rund 230.000 Objekte. Jedes Jahr Ende Oktober findet dort die Grassimesse statt, eine Verkaufsmesse für angewandte Kunst und Design – eine gute Gelegenheit, zeitgenössische Keramik direkt bei den Gestaltern zu kaufen.

Keramik zum Anfassen: Westerwald, Frechen, Staufen und Velten

Das Keramikmuseum Westerwald in Höhr-Grenzhausen führt auf vier spiralförmig angeordneten Ebenen vom Ton bis zur Gegenwart und zeigt die Arbeiten zum Westerwaldpreis; alles Wichtige steht im Ratgeber Keramikmuseum Westerwald. Im KERAMION in Frechen, einem Bau des Architekten Peter Neufert von 1971, ist das Frechener Keramikmuseum untergebracht – Frechen war zwischen 1500 und 1650 die Stadt der Bartmannkrüge.

Besonders anschaulich ist das Keramikmuseum Staufen, ein Zweigmuseum des Badischen Landesmuseums: Hier ist eine historische Töpferwerkstatt mit Tongrube, Drehscheibe, Glasurmühle und denkmalgeschützten Holzbrennöfen erhalten. In Velten nördlich von Berlin zeigt das Ofen- und Keramikmuseum in einer noch produzierenden Ofenfabrik Kachelöfen vom 16. bis 20. Jahrhundert sowie Keramik von Hedwig Bollhagen. Zur Geschichte des grau-blauen Steinzeugs passt der Ratgeber Westerwälder Steinzeug.

Keramikmuseen in den Nachbarländern

  • Raeren (Belgien, bei Aachen): Das Töpfereimuseum in der Burg Raeren erzählt vom Raerener Steinzeug des 16. und 17. Jahrhunderts, dessen Töpfer später den Westerwald prägten.
  • Leeuwarden (Niederlande): Das Keramiekmuseum Princessehof zeigt Fliesen, Gefäße und keramische Skulptur, dazu asiatische Keramik über fast 5000 Jahre.
  • Genf (Schweiz): Das Musée Ariana ist das Schweizerische Museum für Keramik und Glas, mit mehr als 20.000 Objekten aus 1200 Jahren.
  • Wien (Österreich): Das Porzellanmuseum im Augarten zeigt die Geschichte des Wiener Porzellans, dessen Anfänge auf 1718 zurückgehen.
  • Sèvres bei Paris (Frankreich): Die 1740 in Vincennes gegründete Manufaktur arbeitet seit 1756 in Sèvres; heute gehört sie zum französischen Kulturministerium.

Mit Kindern ins Keramikmuseum

  • Wählen Sie Häuser, in denen man Herstellung sieht: die Schauwerkstatt in Meißen, die Maschinen und die Dampfmaschine im Porzellanikon in Selb oder die Töpferwerkstatt in Staufen.
  • Fragen Sie nach Kinderprogrammen: Das Keramikmuseum Westerwald etwa bietet einen Keramik-Club für 8- bis 15-Jährige und Kindergeburtstage an.
  • Planen Sie kurze Runden und verbinden Sie den Besuch mit Zeit im Freien.
  • Bereiten Sie den Besuch zu Hause vor: eine Tasse umdrehen, die Marke am Boden suchen und erzählen, dass Sie sehen werden, wie so etwas entsteht.

So holen Sie mehr aus dem Museumsbesuch

  • Achten Sie auf die Unterseiten in den Vitrinen: Bodenmarken erzählen die Geschichte der Manufakturen – mehr dazu im Ratgeber Porzellanmarken erkennen.
  • Vergleichen Sie Glasuren und Dekore verschiedener Epochen: Unterglasurblau, Aufglasurmalerei, Salzglasur, Zinnglasur.
  • Buchen Sie eine Führung – die Geschichten über Menschen und Fabriken bleiben oft länger hängen als die Objekte.
  • Werfen Sie einen Blick in den Museumsshop: Viele Häuser verkaufen Arbeiten zeitgenössischer Keramikerinnen und Keramiker.
  • Verbinden Sie Museum und Markt: Termine finden Sie im Ratgeber Töpfermärkte in Deutschland.

Ausflug planen: Porzellanmuseum und Region verbinden

RegionKombination für ein Wochenende
SachsenPorzellansammlung Dresden und Erlebniswelt Haus Meissen, dazu die Albrechtsburg
OberfrankenPorzellanikon in Selb und Hohenberg an der Eger an zwei Tagen
WesterwaldKeramikmuseum Westerwald mit dem Keramikmarkt Anfang Juni oder dem Europäischen Töpfermarkt im Oktober
RheinlandHetjens in Düsseldorf, KERAMION in Frechen und das Töpfereimuseum in Raeren
WeserberglandMuseum Schloss Fürstenberg mit einer Wanderung an der Weser
Berlin und BrandenburgKPM Welt, Ofen- und Keramikmuseum Velten und Keramikmuseum Rheinsberg

Wer nach dem Museum Lust auf feines Porzellan im Alltag hat: Unser Porzellan ist dünnwandig, lichtdurchlässig und bei 1280 °C glattgebrannt, in Porzellanweiß oder mit Seladon-Glasur – etwa das Kaffeeservice aus Porzellan für 2 Personen oder die Porzellan-Kaffeetasse 200 ml.

Häufige Fragen

Wo gibt es ein Porzellanmuseum in Deutschland?

Zu den wichtigsten gehören das Porzellanikon in Selb und Hohenberg an der Eger, die Porzellansammlung im Dresdner Zwinger, die Erlebniswelt Haus Meissen, das Museum Schloss Fürstenberg und die KPM Welt in Berlin.

Was zeigt das Porzellanikon in Selb?

In der ehemaligen Rosenthal-Fabrik Fabrik und Technik der Porzellanherstellung, das Rosenthal Museum und technische Keramik; der zweite Standort in Hohenberg an der Eger zeigt die Sammlung in der früheren Hutschenreuther-Villa.

Kann man in Meißen bei der Porzellanherstellung zusehen?

Ja, in der Schauwerkstatt der Erlebniswelt Haus Meissen sehen Sie, wie Porzellan geformt und von Hand bemalt wird.

Wo ist die Porzellansammlung Augusts des Starken?

Im Dresdner Zwinger. Die 1715 begründete Sammlung umfasst rund 20.000 Werke, davon sind etwa 2000 ausgestellt.

Welches Keramikmuseum zeigt die größte Bandbreite?

Das Hetjens – Deutsches Keramikmuseum in Düsseldorf: Keramik aus 8000 Jahren und allen Kontinenten, von antiken Gefäßen bis zur Studiokeramik.

Welche Keramikmuseen eignen sich für Kinder?

Häuser, in denen man Herstellung sieht oder selbst etwas tun kann, etwa die Schauwerkstatt in Meißen, das Porzellanikon in Selb, die Töpferwerkstatt in Staufen und das Keramikmuseum Westerwald mit Kinderprogramm.

Was ist die Grassimesse?

Eine Verkaufsmesse für angewandte Kunst und Design im GRASSI Museum in Leipzig, jedes Jahr Ende Oktober – auch mit zeitgenössischer Keramik.

Was ist der Unterschied zwischen Porzellanmuseum und Keramikmuseum?

Ein Porzellanmuseum zeigt vor allem Porzellan und Manufakturgeschichte, ein Keramikmuseum alle Keramikarten von Irdenware über Steinzeug und Fayence bis Porzellan.

Produkte aus diesem Ratgeber

Porzellan-Kaffeetasse 200 ml

200 ml, Porzellanweiß

22,90 €

Porzellanbecher 300 ml

300 ml, Porzellanweiß

19,90 €

Porzellan-Speiseteller 27 cm

27 cm, Porzellanweiß

32,90 €

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