Tee richtig zubereiten: Wassertemperatur und Ziehzeit für jede Sorte (Tabelle)
Tee richtig zubereiten heißt vor allem, Wassertemperatur und Ziehzeit auf die Sorte abzustimmen: Schwarzer Tee braucht 95–100 °C und 3–5 Minuten, grüner Tee nur 70–85 °C und 1–3 Minuten. Hier finden Sie alle Werte in einer Tabelle, dazu die Menge pro Tasse, 80 °C ohne Thermometer, die Zubereitung in der Kanne und den Ostfriesentee mit Kluntje und Sahne.
Wassertemperatur und Ziehzeit: Tabelle für jede Teesorte
| Teesorte | Wassertemperatur | Ziehzeit | Menge pro 200 ml | Aufgüsse |
|---|---|---|---|---|
| Schwarzer Tee (Assam, Ceylon, Ostfriesenmischung) | 95–100 °C | 3–5 Minuten | 2–3 g | 1 |
| Darjeeling First Flush | 85–90 °C | 2–3 Minuten | 2 g | 1–2 |
| Grüner Tee, japanisch (Sencha) | 70–80 °C | 1–2 Minuten | 2–3 g | 2–3 |
| Grüner Tee, chinesisch | 75–85 °C | 2–3 Minuten | 2–3 g | 2–3 |
| Weißer Tee | 75–85 °C | 2–5 Minuten | 2–4 g | 2–3 |
| Oolong | 85–95 °C | 2–4 Minuten | 3–4 g | 3–5 |
| Pu-Erh | 95–100 °C | 2–3 Minuten, den ersten kurzen Aufguss weggießen | 3–4 g | mehrere |
| Rooibos | 100 °C | 5–10 Minuten | 2–3 g | 1 |
| Kräuter- und Früchtetee | 100 °C, sprudelnd kochend | mindestens 5 Minuten, meist 5–10 | 2–3 g | 1 |
| Matcha | 70–80 °C | 15–30 Sekunden aufschlagen | 1–2 g auf 70–80 ml | 1 |
Die Werte sind Richtwerte für losen Tee. Steht auf der Packung etwas anderes, beginnen Sie damit. Für einen kräftigeren Tee nehmen Sie lieber mehr Blätter, statt ihn länger ziehen zu lassen – sonst wird er nicht stärker, sondern bitter. Ein gehäufter Teelöffel losen Tees wiegt je nach Blattgröße etwa 2–3 g.
Gut zu wissen: Kräuter- und Früchtetees können Keime enthalten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt deshalb, sie mit sprudelnd kochendem Wasser aufzugießen und mindestens fünf Minuten ziehen zu lassen. Heißwasserspender mit 80–85 °C reichen dafür nicht.
80 °C ohne Thermometer: So kühlen Sie Wasser ab
Am zuverlässigsten ist ein Wasserkocher mit Temperaturwahl. Ohne ihn mischen Sie kochendes Wasser mit kaltem Leitungswasser. Die Werte gelten für Leitungswasser mit etwa 15 °C; in ein vorgewärmtes Gefäß gegossen, liegen Sie damit nah am Ziel.
| Gewünschte Temperatur | Kochendes : kaltes Wasser | Für |
|---|---|---|
| etwa 90 °C | 9 : 1 | Oolong, Darjeeling First Flush |
| etwa 80–85 °C | 4 : 1 | weißer Tee, chinesischer Grüntee |
| etwa 75–80 °C | 3 : 1 | Sencha, Matcha |
| etwa 70 °C | 2 : 1 | zarter japanischer Grüntee |
Auch Umgießen kühlt: Jedes Mal, wenn Sie kochendes Wasser in ein kaltes Gefäß gießen, verliert es einige Grad. Wer einfach wartet, braucht Geduld – wie schnell Wasser abkühlt, hängt stark von Menge und Gefäß ab, und bis 80 °C vergehen oft mehrere Minuten.
Tee in der Kanne zubereiten: Schritt für Schritt
- Kanne vorwärmen: mit heißem Wasser ausspülen und das Wasser weggießen.
- Tee abmessen: 2–3 g pro 200 ml, für eine Kanne mit 800 ml also 8–12 g.
- Mit Wasser in der passenden Temperatur aufgießen und den Deckel schließen.
- Die Ziehzeit mit einem Timer messen. Danach Blätter und Tee trennen: das Sieb herausnehmen oder den Tee vollständig in die Tassen oder eine zweite, vorgewärmte Kanne gießen.
- Grünen und weißen Tee sowie Oolong erneut aufgießen und die Ziehzeit dabei jedes Mal um 30–60 Sekunden verlängern.
Bei unserer Teekanne 800 ml mit Sieb sitzt das Sieb in der Kannenwand vor dem Ausguss; die Blätter bleiben beim Ausgießen in der Kanne. Gießen Sie deshalb nach der Ziehzeit den ganzen Tee aus. Die Kanne reicht für vier Tassen. Für zwei Personen genügt die kleine Teekanne mit 500 ml, für eine Person das Tea-for-One-Set aus Kännchen mit 450 ml und Teeschale mit 150 ml.
Teekanne mit Stövchen: So bleibt der Tee warm
Ein Stövchen hält die Kanne mit einem Teelicht warm – in Norddeutschland gehört es traditionell auf die Teetafel. Damit der Tee darauf nicht bitter wird, beachten Sie drei Regeln:
- Erst die Blätter entfernen: Auf dem Stövchen zieht der Tee sonst weiter und wird herb.
- Nur eine gefüllte Kanne auf das brennende Stövchen stellen, nie eine leere.
- Kräuter- und Früchtetee nicht stundenlang warm halten, sondern lieber frisch aufgießen.
Eine vorgewärmte Kanne aus Steinzeug hält die Wärme ohnehin lange: Für die ersten zwei, drei Tassen bleibt der Tee darin oft auch ohne Stövchen warm genug.
Ostfriesentee: Kluntje, Sahne und drei Tassen
Nirgends in Deutschland wird so viel Tee getrunken wie in Ostfriesland: Nach Angaben des Deutschen Teeverbands sind es rund 300 Liter pro Kopf und Jahr. Seit 2016 steht die Ostfriesische Teekultur im Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO-Kommission.
- Tee: eine kräftige schwarze Mischung, überwiegend aus Assam, 3–5 Minuten gezogen und in der Kanne auf dem Stövchen.
- Kluntje: ein Stück weißer Kandiszucker kommt zuerst in die leere Tasse; der heiße Tee wird darübergegossen und lässt ihn knistern.
- Sahne: mit einem kleinen Löffel am Tassenrand auf den Tee geben. Sie sinkt ab, steigt wieder auf und bildet das „Wulkje“, das Wölkchen.
- Nicht umrühren: Erst schmeckt man die milde Sahne, dann den kräftigen Tee, zuletzt die Süße des Kandis.
- Drei Tassen gelten als „Ostfriesenrecht“. Wer genug hat, stellt den Löffel in die Tasse.
Für die Teetafel brauchen Sie eine Zuckerdose für den Kandis und ein Milchkännchen für die Sahne. Wie Teetraditionen in China und Japan aussehen, lesen Sie im Ratgeber Teezeremonie zu Hause.
Häufige Fehler beim Tee zubereiten
- Kochendes Wasser auf grünen Tee: Er wird bitter und herb statt frisch.
- Zu lange Ziehzeit bei schwarzem Tee: Es gehen mehr Gerbstoffe über, der Tee schmeckt streng.
- Blätter in der Kanne lassen: Der Tee zieht weiter, besonders auf dem Stövchen.
- Abgestandenes oder mehrfach aufgekochtes Wasser: Der Tee schmeckt flach. Nehmen Sie jedes Mal frisches Wasser.
- Sehr hartes Wasser: Auf schwarzem Tee bildet sich ein Film, der Aufguss wird trüb. Ein Wasserfilter hilft.
- Ein kleines Tee-Ei randvoll füllen: Die Blätter können sich nicht entfalten. Besser ist ein großes Sieb oder die Kanne selbst.
- Kräutertee aus dem Heißwasserspender: 80–85 °C reichen nicht, um mögliche Keime abzutöten.
Teebeutel oder loser Tee?
Teebeutel enthalten meist fein geschnittenen Tee. Er zieht schneller und kräftiger, wird aber auch schneller bitter – nehmen Sie den Beutel deshalb pünktlich heraus. Loser Blatttee braucht Platz, damit sich die Blätter entfalten: In der Kanne oder einem großen Sieb schmeckt er voller als im kleinen Tee-Ei. Gute grüne Tees, weiße Tees und Oolongs lassen sich zudem mehrmals aufgießen, was mit Beuteln selten gelingt.
Tee mit Milch, Zitrone oder Honig
- Milch oder Sahne passt zu kräftigem schwarzem Tee wie Assam oder Ostfriesenmischung und macht ihn milder.
- Zitrone hellt schwarzen Tee sichtbar auf. Nehmen Sie die Scheibe nach kurzer Zeit wieder heraus.
- Honig rühren Sie erst ein, wenn der Tee auf Trinktemperatur abgekühlt ist, etwa 40–50 °C; so bleibt sein Aroma erhalten.
- Grüner und weißer Tee brauchen meist keine Zutaten.
Teeränder und Kalk entfernen
- Teeränder in Kanne und Tasse: 1 Esslöffel Natron hineingeben, mit heißem Wasser auffüllen, über Nacht stehen lassen und ausspülen.
- Ausguss und Sieb: mit einer schmalen Flaschenbürste reinigen. Keine Stahlwolle, sie zerkratzt die Glasur.
- Wasserkocher: zur Hälfte mit lauwarmem Wasser füllen, 1–2 Esslöffel Zitronensäure zugeben, 30 Minuten einwirken lassen, gründlich ausspülen und einmal frisches Wasser aufkochen und weggießen.
- Weniger Kalk von Anfang an: Bei hartem Leitungswasser lohnt sich ein Wasserfilter – für den Wasserkocher und für den Geschmack.
Unsere Teekannen und Tassen aus Steinzeug sind spülmaschinenfest. Grundlagen zu Spülmaschine, Mikrowelle und Flecken finden Sie in den Pflegehinweisen.
Worin serviert man welchen Tee?
Grünen Tee und Oolong trinkt man gern aus kleinen Teeschalen mit 100–150 ml: Jeder Aufguss ist getrunken, bevor er abkühlt. Schwarzer Tee gehört in Teetassen mit 200–250 ml – niedrig und breit, damit er schneller Trinktemperatur erreicht und seine Farbe zeigt.
Für eine Tasse zwischendurch eignet sich eine Teetasse mit Sieb und Deckel: Der Deckel hält den Tee beim Ziehen warm, danach nehmen Sie das Sieb heraus. Matcha schlagen Sie in einer breiten Schale auf; Menge, Temperatur und Rezept für Matcha Latte stehen im Ratgeber Matcha zubereiten.
Häufige Fragen
Wie heiß muss das Wasser für grünen Tee sein?
Für japanischen Grüntee wie Sencha 70–80 °C, für chinesischen 75–85 °C. Kochendes Wasser macht grünen Tee bitter.
Wie lange muss schwarzer Tee ziehen?
3–5 Minuten bei 95–100 °C. Darjeeling First Flush schmeckt mit 85–90 °C und 2–3 Minuten feiner.
Wie viel Tee nimmt man pro Tasse?
2–3 g losen Tee pro 200 ml, das ist etwa ein gehäufter Teelöffel. Für eine Kanne mit 800 ml brauchen Sie 8–12 g.
Wie oft kann man grünen Tee aufgießen?
Meist zwei- bis dreimal, Oolong auch öfter. Verlängern Sie die Ziehzeit bei jedem Aufguss um 30–60 Sekunden.
Warum muss Kräutertee mit kochendem Wasser aufgegossen werden?
Kräuter und Früchte können Keime enthalten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt sprudelnd kochendes Wasser und mindestens fünf Minuten Ziehzeit.
Wirkt lange gezogener schwarzer Tee beruhigend?
Er enthält nicht weniger Koffein, denn der größte Teil löst sich schon in den ersten Minuten. Längeres Ziehen macht den Tee vor allem herber, weil mehr Gerbstoffe übergehen.
Wie trinkt man Ostfriesentee?
Kandis (Kluntje) in die Tasse, kräftigen schwarzen Tee darüber, Sahne am Rand dazugeben – und nicht umrühren. Drei Tassen gelten als Ostfriesenrecht.
Wie bekomme ich 80 °C ohne Thermometer?
Mischen Sie vier Teile kochendes Wasser mit einem Teil kaltem Leitungswasser. Das ergibt etwa 80–85 °C, wenn Sie in ein vorgewärmtes Gefäß gießen.







