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Pflege & Reparatur

Darf Porzellan in die Spülmaschine und in die Mikrowelle?

PureKeramik Manufaktur · · 6 Min. Lesezeit

Porzellan darf in die Spülmaschine und in die Mikrowelle, wenn es keinen Gold-, Platin- oder Lüsterdekor hat und nicht auf der Glasur bemalt ist. Weißes Porzellan, Dekore unter oder in der Glasur und dicht gebranntes Steinzeug vertragen beides. Hier finden Sie eine Übersicht nach Geschirrart, die schonende Spülmaschinen-Pflege und Tipps gegen Teeränder.

Porzellan in der Spülmaschine: die kurze Antwort

GeschirrSpülmaschineMikrowelle
weißes Porzellan ohne Dekorjaja
Porzellan mit Dekor unter oder in der Glasurjaja, wenn ohne Metall
Porzellan mit Dekor auf der Glasurbesser von Hand, die Farben werden mit der Zeit mattja, wenn ohne Metall
Gold-, Platin- oder Lüsterdekornein, nur Handwäschenein, Metall funkt
Bone China ohne Metalldekormeist ja, Herstellerangabe beachtenja
antikes und Sammelporzellanneinnein
glasiertes Steinzeug, bei 1200–1300 °C gebranntjaja
Steingut, Fayence, Majolikabesser von Handnur kurz, kann heiß werden
unglasierte Terrakottaneinnein

Die Faustregel: Je dichter der Scherben und je besser das Dekor von der Glasur geschützt ist, desto besser verträgt ein Stück die Spülmaschine. Metall gehört nie in die Mikrowelle. Ob ein Stück dafür gekennzeichnet ist, verraten die Zeichen auf dem Boden – erklärt im Ratgeber Symbole auf Geschirr.

Goldrand und Handbemalung: Warum sie in die Handwäsche gehören

Goldränder, Platinränder und die meisten Handbemalungen sind Aufglasurdekore: Sie werden auf die fertige Glasur gemalt und bei deutlich niedrigerer Temperatur eingebrannt als die Glasur selbst. Heißes Wasser und alkalische Spülmaschinenreiniger lösen sie Spülgang für Spülgang an – Gold wird stumpf und reibt sich ab, Farben verblassen. In der Mikrowelle kommt ein zweites Problem hinzu: Metalldekore funken und können dabei Dekor und Gerät beschädigen.

So spülen Sie dekoriertes Porzellan von Hand:

  • warmes, nicht heißes Wasser mit mildem Spülmittel verwenden
  • nicht lange einweichen, vor allem nicht in Wasser mit Zitrone oder Essig
  • keine Scheuerschwämme, Stahlwolle oder Scheuermilch
  • sofort mit einem weichen Tuch abtrocknen
  • Teller mit Goldrand mit Filz- oder Papierzwischenlagen stapeln

So schonen Sie Porzellan in der Spülmaschine

  • Einräumen ohne Kontakt: Stoßen Teller und Tassen aneinander, entstehen Abplatzer an den Rändern. Tassen gehören kopfüber in den Oberkorb.
  • Normal- oder Eco-Programm statt Intensivprogramm: 50–65 °C reichen für Geschirr mit normalen Essensresten.
  • Reiniger nach Herstellerangabe dosieren: Zu viel Reiniger greift Dekore an, ohne sauberer zu spülen.
  • Regeneriersalz und Wasserhärte richtig einstellen, dann bleiben Kalkflecken aus.
  • Stücke mit Goldrand oder Aufglasurdekor gar nicht erst in die Maschine stellen, auch nicht im Schonprogramm.

Graue Striche auf Tellern sind übrigens meist kein Spülschaden, sondern Metallabrieb vom Besteck. Wie Sie ihn entfernen, steht im Ratgeber Besteckspuren auf Tellern entfernen.

Porzellan und Keramik in der Mikrowelle

Porzellan und glasiertes Steinzeug ohne Metalldekor sind mikrowellengeeignet. Das dichte Material nimmt selbst kaum Mikrowellenenergie auf; warm wird es vor allem durch die heißen Speisen darin.

  • kein Gold-, Platin- oder Lüsterdekor und keine Metallteile wie Bügel oder Beschläge
  • keine Stücke mit Riss: Wasser, das in den Riss gezogen ist, wird heiß und kann den Riss erweitern
  • Deckel nur auflegen, nicht fest verschließen, damit Dampf entweichen kann
  • Gefäß mit einem Topflappen herausnehmen – es übernimmt die Hitze der Speise

Wird ein leeres Gefäß in der Mikrowelle selbst heiß, liegt das meist an Wasser im Scherben. Poröses Steingut, Terrakotta und Keramik mit feinen Rissen nehmen Feuchtigkeit auf, die sich erhitzt. Solche Stücke gehören nicht in die Mikrowelle; im Zweifel hilft der Test mit einem Glas Wasser, den wir unter Symbole auf Geschirr beschreiben.

Ist Porzellan ofenfest?

Nicht automatisch. Porzellan wird zwar bei sehr hohen Temperaturen gebrannt, doch im Backofen erwärmen sich Teller und Tassen ungleichmäßig, und dünnwandige Stücke reagieren empfindlich auf Temperaturschocks. In den Ofen gehört nur, was ausdrücklich als backofenfest gekennzeichnet ist, etwa Auflauf- oder Souffléformen.

Teller vorwärmen ist dagegen unproblematisch: Bei niedriger Temperatur von etwa 50–70 °C im Backofen nimmt auch Porzellan keinen Schaden. Wichtiger als die Temperatur selbst ist der Wechsel. Stellen Sie keine kühlschrankkalte Form in den heißen Ofen und gießen Sie kein kochendes Wasser in eine eiskalte Tasse – warum Keramik dabei springt, erklärt der Ratgeber Haarrisse in Keramik. Unsere Auflaufformen aus Steinzeug sind backofenfest bis 250 °C.

Darf bemalte Keramik in die Spülmaschine?

Das hängt davon ab, womit sie bemalt wurde:

BemalungSpülmaschineWarum
Unterglasurfarben, danach glasiert und im Brennofen gebranntjadie Farbe liegt geschützt unter der Glasur
Porzellanstifte oder Porzellanfarben, im Haushaltsbackofen fixiertbesser von Handdie Farbe härtet auf der Glasur aus, verschmilzt aber nicht mit ihr
Acrylfarbe ohne Brandneinnur für Deko, nicht für Lebensmittel

Welche Farbe für welchen Zweck taugt, lesen Sie im Ratgeber Keramikfarben, eine Anleitung für Becher und Teller unter Tasse bemalen.

Kann Keramik in die Spülmaschine? Steinzeug und Steingut

Keramik ist nicht gleich Keramik. Steinzeug wird bei 1200–1300 °C dicht gebrannt und nimmt kaum Wasser auf – es verträgt Spülmaschine und Mikrowelle so gut wie Porzellan. Steingut und Fayence werden niedriger gebrannt und bleiben porös. Hat ihre Glasur feine Netzrisse, zieht Spülwasser in den Scherben: Das Stück verfärbt sich, riecht mit der Zeit und kann springen. Solche Teile spülen Sie besser von Hand und trocknen sie gut. Die Unterschiede der Materialien erklärt der Ratgeber Was ist Keramik?.

Unser gesprenkeltes Steinzeug wird im zweiten Brand bei 1250 °C gebrannt, hat eine Wasseraufnahme unter 1 % und ist spülmaschinenfest – auch in Gastro-Spülmaschinen – sowie mikrowellengeeignet, sofern beim Produkt nichts anderes steht. Deko-Stücke wie Vasen und Figuren wischen Sie nur feucht ab. Alle Einzelheiten stehen in unseren Pflegehinweisen.

Teeränder und Kaffeeflecken entfernen

  • Tasse 30 Minuten in warmem Wasser mit zwei Teelöffeln Natron einweichen und mit einem weichen Schwamm auswischen
  • hartnäckige Ränder mit einer Paste aus Natron und wenig Wasser einreiben
  • alternativ eine Gebissreinigertablette in warmem Wasser auflösen und die Tasse einige Stunden darin stehen lassen
  • Kalkränder mit Zitronensäure lösen, bei Gold- und Aufglasurdekor aber nur kurz
  • keine Chlorbleiche und keine Scheuermittel auf dekoriertem Porzellan

Porzellan richtig aufbewahren

Stapeln Sie Teller nicht zu hoch, etwa zehn bis zwölf Stück, und legen Sie zwischen Teller mit Goldrand oder Aufglasurdekor Filz oder Küchenpapier. Tassen stellen Sie nicht ineinander, sonst leiden die Ränder. Antikes Porzellan steht am besten in einer Vitrine, fern von Heizung und direkter Sonne. Alltagsgeschirr bewahren Sie nah an der Spülmaschine auf: Je kürzer der Weg, desto weniger geht zu Bruch.

Häufige Fragen

Darf Porzellan in die Spülmaschine?

Ja, wenn es keinen Gold-, Platin- oder Lüsterdekor hat und nicht auf der Glasur bemalt ist. Antikes und Sammelporzellan spülen Sie immer von Hand.

Darf Porzellan mit Goldrand in die Spülmaschine?

Besser nicht. Der Goldrand ist ein Aufglasurdekor, den heißes Wasser und Reiniger mit jedem Spülgang angreifen; in die Mikrowelle darf er nie.

Kann Keramik in die Mikrowelle?

Glasiertes Steinzeug und Porzellan ohne Metalldekor ja. Poröses Steingut, unglasierte Terrakotta und Stücke mit Riss gehören nicht hinein.

Warum wird Keramik in der Mikrowelle heiß?

Meist überträgt sich die Hitze der Speise auf das Gefäß. Wird ein leeres Gefäß heiß, hat der Scherben Wasser aufgenommen – dann ist es nicht mikrowellengeeignet.

Ist Porzellan ofenfest?

Nur, wenn es ausdrücklich als backofenfest gekennzeichnet ist, etwa bei Auflaufformen. Zum Vorwärmen von Tellern genügen 50–70 °C, die normales Porzellan verträgt.

Darf selbst bemalte Keramik in die Spülmaschine?

Wenn mit Unterglasurfarben bemalt, glasiert und im Brennofen gebrannt wurde, ja. Mit Porzellanstiften bemalte und im Backofen fixierte Stücke spülen Sie besser von Hand.

Wie bekomme ich Teeränder aus Porzellantassen?

Mit Natron: 30 Minuten in warmem Natronwasser einweichen oder mit einer Natronpaste einreiben. Auch eine Gebissreinigertablette löst Teeränder.

Darf Bone China in die Spülmaschine?

Bone China ohne Metalldekor ist meist spülmaschinengeeignet; maßgeblich ist die Angabe des Herstellers. Stücke mit Goldrand spülen Sie von Hand.

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