Zum Inhalt springen

Plastikfrei verpackt Versandkostenfrei ab 69 €

Merkliste

Keramik selber machen

Keramik bemalen: Anleitung, Farben, Kosten und Tipps – im Atelier und zu Hause

PureKeramik Manufaktur · · 18 Min. Lesezeit

Keramik bemalen geht auf drei Wegen: Im Atelier oder Mal-Café verzieren Sie vorgebrannte Rohlinge mit Unterglasurfarben, das Atelier glasiert und brennt sie – das Ergebnis ist in der Regel spülmaschinenfest. Zu Hause halten Porzellanfarben, die Sie im Backofen bei etwa 150–170 °C einbrennen; Acrylfarbe eignet sich nur für Deko. Hier finden Sie Anleitungen, Kosten, Zeitbedarf und eine Tabelle, was danach in die Spülmaschine darf.

Was heißt Keramik bemalen?

Keramik bemalen heißt, ein Gefäß oder eine Figur aus gebranntem Ton mit Farben zu verzieren, die anschließend durch einen Brand, durch Einbrennen im Backofen oder durch Trocknen dauerhaft haften. Wie lange das Dekor hält, entscheidet vor allem dieser letzte Schritt: Farben, die im Brennofen unter einer Glasur eingeschmolzen werden, halten so lange wie das Gefäß selbst. Farben, die nur im Backofen aushärten oder an der Luft trocknen, bleiben eine Schicht auf der Oberfläche und nutzen sich mit der Zeit ab.

Im Atelier – je nach Anbieter Mal-Café, Keramik-Café oder Keramikmalstudio genannt – bemalen Sie Rohlinge, die bereits einmal gebrannt wurden. Diese sogenannte Schrühware, auch Biskuit genannt, ist porös und saugt die Farbe auf wie Papier. Zu Hause malen Sie dagegen meist auf fertig glasiertem Geschirr, auf dessen glatter Oberfläche nur spezielle Porzellanfarben halten. Die wichtigsten Begriffe:

  • Rohling: das unbemalte Stück; in Ateliers meist schon einmal vorgebrannt (Schrühbrand bei rund 950 °C)
  • Unterglasurfarbe: wasserbasierte Keramikfarbe, die auf den Rohling kommt, mit durchsichtiger Glasur überzogen und zusammen mit ihr gebrannt wird
  • Transparentglasur: farbloser Glasurüberzug, der das Dekor versiegelt und die Oberfläche glatt, glänzend und abwaschbar macht
  • Glasurbrand (Glattbrand): der zweite Brand, bei dem Glasur und Farbe mit dem Scherben verschmelzen – in Mal-Ateliers bei etwas über 1000 °C
  • Porzellanfarbe und Porzellanmalstift: Farben für glasierte Oberflächen, die im Haushaltsbackofen fixiert werden
  • Scherben: der gebrannte Tonkörper unter der Glasur

Drei Wege, Keramik selbst zu bemalen

Welcher Weg der richtige ist, hängt davon ab, wie Sie das Stück später nutzen wollen. Die Tabelle zeigt die Unterschiede auf einen Blick.

WegFarbe und UntergrundFixierungHaltbarkeitSpülmaschineFür Speisen und Getränke
Atelier oder Mal-CaféUnterglasurfarben auf vorgebranntem RohlingGlasurbrand bei über 1000 °C durch das Ateliersehr hoch, wie gekauftes Geschirrin der Regel jaja, wenn die Glasur lebensmittelecht ist
Zu Hause mit BackofenfarbenPorzellanfarben oder Porzellanmalstifte auf glasierter WareEinbrennen im Backofen, meist bei 150–170 °Cgut, nutzt sich beim Spülen langsam abje nach Produkt, oft nur bis 50 °Cnur außen bemalen, Trinkrand und Innenseite frei lassen
Ohne BrennenAcrylfarbe, Acrylstifte, LackTrocknen an der Luft, Klarlackgering, empfindlich gegen Reiben und Spülenneinnein, nur für Deko

Für eine Tasse, aus der Sie jeden Tag trinken wollen, ist das Atelier die sicherste Wahl. Backofenfarben passen gut zu Geschenken mit Namen, Datum oder einfachen Mustern, wenn Sie das Stück schonend spülen. Acryl lohnt sich für Blumentöpfe, Vasen und Deko, die nie mit Speisen oder Spülwasser in Berührung kommen.

Dazwischen gibt es eine praktische Mischform: Manche Ateliers geben Rohling, Farben und Pinsel als Set mit nach Hause. Sie malen in Ruhe am Küchentisch und bringen das Stück danach zum Glasieren und Brennen zurück – mit derselben Haltbarkeit wie beim Malen vor Ort.

Keramik bemalen im Atelier: So läuft es ab

Ein Besuch im Mal-Atelier ist der einfachste Einstieg. Sie brauchen weder Vorkenntnisse noch eigenes Material, und das fertige Stück ist so robust wie Geschirr aus dem Laden. Der Ablauf ist fast überall gleich:

  • Termin buchen: Viele Ateliers arbeiten mit festen Zeitfenstern von etwa 2–3 Stunden. Am Wochenende sollten Sie reservieren, unter der Woche klappt es oft auch spontan.
  • Rohling auswählen: Tassen, Teller, Müslischalen, Vasen, Figuren, Spardosen oder Fliesen stehen unbemalt im Regal. Der Rohling ist meist der größte Kostenpunkt.
  • Farben wählen: Nasse Unterglasurfarben sehen blass und kreidig aus. Fragen Sie nach gebrannten Farbmustern – erst sie zeigen, wie ein Ton nach dem Brand wirkt.
  • Vorzeichnen: Ein Bleistift ist erlaubt, die Linien verbrennen im Ofen. Zeichnen Sie nur leicht vor.
  • Malen: Tragen Sie jede Farbfläche in zwei bis drei Schichten auf und lassen Sie jede Schicht kurz antrocknen. Eine einzelne Schicht wirkt nach dem Brand durchscheinend und streifig – was bei Aquarell-Effekten allerdings gewollt sein kann.
  • Signieren: Schreiben Sie Ihren Namen oder ein Kürzel auf den Boden, damit Ihr Stück eindeutig zugeordnet werden kann.
  • Glasieren und Brennen: Das Atelier überzieht das Stück mit Transparentglasur und brennt es bei etwas über 1000 °C. Mit Aufheizen und Abkühlen dauert der Brand rund einen Tag.
  • Abholen: Je nach Atelier ist das Stück nach etwa 7–14 Tagen fertig. Einige Ateliers verschicken es auch.

Gut zu wissen: Rohlinge, die bei gut 1000 °C fertig gebrannt werden, sind Steingut. Steinzeug dagegen wird erst bei rund 1200–1300 °C dicht – unser eigenes Steinzeug brennen wir im zweiten Brand bis 1250 °C, die Wasseraufnahme liegt dann unter 1 %. Steingut bleibt unter der Glasur leicht porös. Solange die Glasur intakt ist, spielt das im Alltag keine Rolle; ein Stück mit abgeplatzter Kante sollten Sie aber nicht mehr für Speisen nutzen. Die Unterschiede der Materialien erklärt der Ratgeber Steinzeug, Steingut und Porzellan im Vergleich.

Wer selbst getöpferte Stücke brennen lassen möchte, fragt am besten in Töpferwerkstätten nach einem Brennservice. Nicht jedes Mal-Atelier bietet ihn an, und je nach Ton und Glasur sind andere Temperaturen nötig als für die Mal-Rohlinge.

Keramik zu Hause bemalen: Anleitung mit Backofenfarben

Für zu Hause eignen sich Porzellanfarben im Glas und Porzellanmalstifte. Sie haften auf glasiertem Porzellan, Steinzeug und Steingut und werden im normalen Backofen fixiert. Anders als im Brennofen schmelzen sie dabei nicht in die Glasur ein, sondern härten als dünner Film auf ihr aus. Das brauchen Sie:

  • weißes oder hell glasiertes Geschirr mit glatter Oberfläche, das backofenfest ist
  • Porzellanfarben im Glas (meist 20 ml) oder Porzellanmalstifte mit feiner und breiter Spitze
  • Rundpinsel der Größen 0–4 für Details und Flachpinsel der Größen 6–12 für Flächen
  • Spülmittel, Spiritus oder Isopropanol und ein fusselfreies Tuch
  • Bleistift, Kohlepapier und Malerkrepp
  • Wattestäbchen und ein Glas Wasser für Korrekturen

So gehen Sie Schritt für Schritt vor:

  • Reinigen: Spülen Sie das Stück mit Spülmittel, trocknen Sie es und wischen Sie die Malfläche mit Spiritus oder Isopropanol ab. Fassen Sie die Fläche danach nicht mehr an – Fingerfett lässt die Farbe abperlen.
  • Malzone festlegen: Innenseiten, die Schneidefläche von Tellern und etwa 2 cm unter dem Trinkrand bleiben frei. Kleben Sie die Grenze mit Malerkrepp ab.
  • Vorzeichnen: Übertragen Sie das Motiv mit Kohlepapier oder skizzieren Sie es leicht mit Bleistift.
  • Malen: Ziehen Sie zuerst die Konturen, dann die Flächen. Tragen Sie dünn auf – lieber zwei dünne Schichten als eine dicke, denn dicke Farbe kann beim Einbrennen Blasen werfen oder reißen.
  • Korrigieren: Fehler wischen Sie weg, solange die Farbe nass ist, am besten mit einem feuchten Wattestäbchen. Ziehen Sie Malerkrepp ab, bevor die Farbe trocken ist, sonst reißen die Kanten aus.
  • Trocknen: Lassen Sie das Stück je nach Farbe etwa 4–24 Stunden an einem staubfreien Ort trocknen.
  • Einbrennen: Stellen Sie es in den kalten Backofen, heizen Sie auf die angegebene Temperatur auf (meist 150–170 °C) und halten Sie diese für die angegebene Zeit (meist 25–40 Minuten). Danach kühlt das Stück im geschlossenen Ofen ab.
  • Benutzen: Erst nach vollständigem Abkühlen in Gebrauch nehmen und die Spülhinweise auf der Verpackung beachten.

Die Angaben schwanken von Hersteller zu Hersteller deutlich: Manche Farben brauchen 150 °C für 35 Minuten, andere 160 °C für 25 oder 30 Minuten, einzelne Sets sogar über 200 °C. Maßgeblich ist immer die Anleitung der verwendeten Farbe. Mischen Sie keine Farben verschiedener Marken auf einem Stück, wenn deren Einbrennwerte voneinander abweichen.

Keramik bemalen ohne Brennen

Ohne Brennofen und ohne Backofen halten Acrylfarben, Acrylstifte und Lacke. Nach dem Trocknen ist Acrylfarbe wasserfest, aber nicht abriebfest: Spülmittel, Schwamm und heißes Wasser lösen sie mit der Zeit. Deshalb eignet sich diese Methode nur für Stücke, die nicht mit Lebensmitteln in Berührung kommen und nicht gespült werden. So hält die Farbe besser:

  • Glasierte Flächen gründlich entfetten und leicht anschleifen oder grundieren, damit die Farbe Halt findet
  • unglasierte Terrakotta vorher grundieren, weil sie Feuchtigkeit aufsaugt
  • mehrere dünne Schichten auftragen und jede durchtrocknen lassen
  • zum Schluss mit Klarlack versiegeln
  • Pflanzgefäße nur außen bemalen und mit Einsatztopf nutzen, damit Gießwasser die Farbe nicht erreicht

Gut geeignet sind Übertöpfe, Blumentöpfe, Vasen (außen), Deko-Figuren, Wanddeko und kleine Steine oder Fliesen als Dekoration. Manche Porzellanfarben härten übrigens wahlweise auch an der Luft aus – das dauert rund drei Tage. Ob das Stück danach gespült werden darf, steht in der jeweiligen Anleitung. Welche Farbe auf welchem Untergrund hält, vergleicht der Ratgeber Keramikfarben: Welche Farbe hält auf Keramik?

Was Sie zum Keramik bemalen brauchen

Im Atelier liegt alles bereit. Für zu Hause reicht eine kleine Grundausstattung, die Sie für viele Projekte wiederverwenden:

WerkzeugWofürTipp
Rundpinsel, Größe 0–4Konturen, Punkte, Schriftsynthetische Haare halten die Spitze länger
Flachpinsel, Größe 6–12Flächen, Streifen, Rändermit wenig Druck in einem Zug malen
Langer Linienpinsel (Schlepper)lange, gleichmäßige Linien, Rankenviel Farbe aufnehmen und ohne Druck ziehen
SchwammHintergründe, Verläufe, Stempelmusterfast trocken tupfen
Punktierstäbe oder PinselstielPunkte, Tupfenblüten, Mandalasfür gleich große Punkte jedes Mal neu eintauchen
Malerkrepp oder Washi-TapeStreifen, Karos, ausgesparte FormenKanten fest andrücken
Bleistift, Pauspapier, KohlepapierMotive übertragenauf Rohlingen Bleistift, auf glasierter Ware Kohlepapier
TortendrehtellerRinge auf Tellern, Tassen und SchalenPinsel ruhig halten und das Stück drehen
Wattestäbchen, SpiritusEntfetten und KorrigierenFehler entfernen, solange die Farbe nass ist

Beim Pinselkauf lohnt es sich, nicht zum billigsten Set zu greifen: Ausfransende Spitzen machen saubere Linien fast unmöglich. Waschen Sie wasserbasierte Farben sofort mit Wasser und etwas Seife aus den Pinseln, bevor sie antrocknen.

Was kostet Keramik bemalen?

Im Atelier kostet Keramik bemalen für eine Tasse meist etwa 20–45 € – Farben, Glasur und Brand eingeschlossen. Der größte Posten ist der Rohling, bei manchen Anbietern kommt eine Studiogebühr pro Person hinzu. Zu Hause starten Sie mit einem Set Porzellanmalstifte ab etwa 14 €. Die folgenden Richtwerte stammen aus aktuellen Preislisten von Ateliers und Fachhandel:

PostenTypischer PreisHinweis
Tasse oder Becher (Rohling)ca. 10–35 €günstige Rohlinge oft zuzüglich Studiogebühr
Tellerca. 18–50 €abhängig vom Durchmesser
Müslischaleca. 18–30 €–
Kleinteile wie Eierbecher oder Dipschälchenca. 10–16 €gut für Kinder und zum Ausprobieren
Große Schalen, Vasen, Platten, Teekannenca. 26–75 €mehr Fläche, mehr Malzeit einplanen
Studiogebühr pro Person0–15 €bei vielen Ateliers im Rohlingpreis enthalten
Kindergeburtstag im AtelierPauschalen ab ca. 15 € pro KindGruppengröße und Leistungen vorher klären
Porzellanfarbe im Glas, 20 mlca. 3–4 €reicht für mehrere Tassen
Porzellanfarben-Set, 6 × 20 mlca. 16–21 €Grundfarben zum Mischen
Porzellanmalstifte, Set mit 5–12 Stiftenca. 14–20 €einfach für Schrift und Konturen
Acrylstifte, 12–18 Stückca. 9–16 €nur für Deko

Rechenbeispiel: Zwei Erwachsene bemalen je eine Tasse für 25 € in einem Atelier ohne Studiogebühr – das macht zusammen 50 €. Berechnet das Atelier 15 € Studiogebühr pro Person, sind es 80 €. Zu Hause kostet ein Set Porzellanmalstifte samt zwei schlichten weißen Tassen oft weniger als ein einzelner Atelierbesuch; dafür ist das Ergebnis weniger strapazierfähig. Preise können sich ändern – vergleichen Sie vor dem Besuch die Preisliste auf der Website des Ateliers.

Wie lange dauert Keramik bemalen?

Im Atelier malen Sie meist 2–3 Stunden; abholen können Sie das glasierte und gebrannte Stück nach etwa 7–14 Tagen. Mit Backofenfarben ist eine Tasse nach ein bis zwei Tagen fertig, je nachdem, wie lange die Farbe vor dem Einbrennen trocknen muss.

SchrittAtelierBackofenfarbenOhne Brennen
Malen2–3 Stunden (übliches Zeitfenster)je nach Motiv 1–2 Stundenje nach Motiv 1–2 Stunden
Trocknenübernimmt das Atelier4–24 Stunden je nach Farbejede Schicht laut Hersteller, danach Klarlack
FixierenGlasurbrand, mit Abkühlen rund 24 Stunden25–40 Minuten plus Aufheizen und AbkühlenDurchtrocknen und Klarlack nach Herstellerangabe
Fertig nachetwa 7–14 Tagen (Abholung)1–2 Tagenje nach Farbe und Lack 1–3 Tagen

Für Geschenke rechnen Sie am besten rückwärts: Wer ein bemaltes Stück zum Geburtstag oder zu Weihnachten verschenken möchte, malt im Atelier spätestens zwei Wochen vorher. In der Adventszeit sind die Termine gefragt – reservieren Sie früh.

Keramik bemalen in der Nähe: So finden Sie ein gutes Atelier

Mal-Ateliers gibt es inzwischen in vielen Städten. So finden Sie das passende in Ihrer Umgebung:

  • in Karten-Apps und Suchmaschinen nach „Keramik bemalen“, „Mal-Café“, „Keramik-Café“ oder „Keramikmalstudio“ und Ihrem Ort suchen
  • Freizeit- und Familienportale sowie den Veranstaltungskalender Ihrer Stadt prüfen – dort stehen auch Termine für Kinder und Malabende
  • das Programm der Volkshochschule ansehen: Einige bieten Keramikmal-Termine an
  • Bewertungen und Fotos fertiger Stücke ansehen: Sie zeigen, wie die Farben nach dem Brand wirken

Bevor Sie buchen, lohnen sich ein Blick auf die Website und ein paar Fragen:

Frage an das AtelierWarum sie wichtig ist
Sind Farben, Glasur und Brand im Preis enthalten?Manche Ateliers berechnen Rohling und Studiogebühr getrennt.
Wie lang ist ein Zeitfenster, und muss ich reservieren?Übliche Termine dauern 2–3 Stunden, am Wochenende sind sie schnell vergeben.
Welche Stornobedingungen gelten?Bei einer Absage kurz vor dem Termin, oft weniger als 48 Stunden vorher, wird häufig eine Gebühr fällig.
Wann und zu welchen Zeiten kann ich abholen?Die Abholung dauert meist 7–14 Tage; die Abholzeiten sind teils kürzer als die Öffnungszeiten.
Ist die Glasur lebensmittelecht und spülmaschinenfest?Nur dann eignet sich das Stück als Alltagsgeschirr.
Ab welchem Alter dürfen Kinder mitmalen?Je nach Atelier ab etwa 3–4 Jahren mit Begleitung, manche Angebote erst ab 7 oder 10 Jahren.
Gibt es Termine für Gruppen?Kindergeburtstage, Junggesellinnenabschiede und Firmenfeiern laufen oft als exklusiver Termin.
Wird das fertige Stück verschickt?Praktisch, wenn Sie im Urlaub malen oder nicht noch einmal vorbeikommen können.
Darf ich Getränke oder Kuchen mitbringen?Beim Kindergeburtstag bringen Familien den Kuchen oft selbst mit.

Fotografieren Sie Ihr Stück vor der Abgabe – das hilft bei der Abholung, wenn viele ähnliche Tassen im Regal stehen. Ziehen Sie Kleidung an, die Farbe abbekommen darf, oder fragen Sie nach einer Schürze.

Keramik bemalen als Geschenk: Viele Ateliers verkaufen Wertgutscheine. Fragen Sie, ob der Betrag für einen Rohling samt Glasur und Brand reicht und wie lange der Gutschein gilt. Wer lieber ein fertiges, von Hand glasiertes Stück schenkt, findet bei uns den Geschenkgutschein über 25, 50, 75 oder 100 € – drei Jahre gültig und für alle Produkte einlösbar.

Darf selbst bemalte Keramik in die Spülmaschine?

Im Atelier glasierte und gebrannte Keramik darf in der Regel in die Spülmaschine – vorausgesetzt, das Atelier verwendet eine spülmaschinenfeste, lebensmittelechte Glasur. Mit Backofenfarben bemalte Stücke vertragen je nach Produkt die Maschine, oft aber nur im Gläserprogramm bis 50 °C. Acryl gehört nie hinein.

MethodeSpülmaschineMikrowelleKontakt mit SpeisenPflege
Atelier mit Glasurbrandmeist jameist ja, im Atelier nachfragenja, bei lebensmittelechter Glasurwie normales Geschirr; Temperaturschocks vermeiden
Backofenfarbenje nach Hersteller, oft nur bis 50 °Cnur, wenn die Anleitung es ausdrücklich erlaubtnur außen, mit Abstand zum TrinkrandHandwäsche mit weichem Schwamm verlängert die Lebensdauer
Acryl und Lackneinneinneinnur feucht abwischen

Der Grund für die Unterschiede: Im Brennofen schmilzt die Glasur zu einer glasartigen Schicht und schließt die Farbe ein. Backofenfarben härten bei 150–170 °C dagegen nur aus und liegen als Film auf der Oberfläche – Scheuern und lange Spülgänge tragen sie mit der Zeit ab. Stücke mit Gold- oder Metallicfarben stellen Sie besser nicht in die Mikrowelle.

Lebensmittelecht heißt: Aus der Oberfläche dürfen keine bedenklichen Mengen an Schwermetallen wie Blei oder Cadmium in Speisen übergehen. In unserer Manufaktur arbeiten wir mit bleifreien Glasuren nach eigenen Rezepturen und prüfen jede neue Glasurcharge auf Lebensmittelechtheit. Was die Grenzwerte bedeuten, erklärt der Ratgeber Blei und Cadmium in Keramik.

Vorlagen übertragen und Techniken für Einsteiger

Motive müssen nicht freihändig gelingen. Mit diesen Methoden übertragen Sie Vorlagen sauber auf Rohling oder Geschirr:

  • Bleistift auf dem Rohling: leicht vorzeichnen – die Linien verbrennen im Glasurbrand
  • Bleistift-Pausmethode: die Rückseite des ausgedruckten Motivs mit weichem Bleistift schwärzen, auflegen, mit Malerkrepp fixieren und die Linien mit einem Kugelschreiber nachfahren
  • Kohlepapier auf glasierter Ware: für Backofenfarben; übrige Linien vor dem Einbrennen mit einem feuchten Wattestäbchen entfernen, ohne die Farbe zu berühren
  • Schablonen und Aufkleber: aus Folie oder Malerkrepp ausschneiden, auflegen, umtupfen und abziehen, solange die Farbe noch feucht ist
  • Raster auf Tellern: mit Bleistift in Viertel oder Achtel teilen – so wiederholen sich Muster gleichmäßig

Als Vorlagen eignen sich eigene Skizzen, Kinderzeichnungen, abgepauste Blätter oder ausgedruckte Schriften. Wenn Sie Stücke verkaufen möchten, verzichten Sie auf fremde Figuren und Logos – sie sind urheber- oder markenrechtlich geschützt. Diese Techniken gelingen schon beim ersten Versuch:

  • Tupfen (Dotting): Punkte mit Pinselstiel oder Punktierstab setzen; aus Punkten in abnehmender Größe entstehen Blüten und Mandalas
  • Schwammtechnik: Hintergründe und Verläufe mit einem fast trockenen Schwamm auftupfen
  • Abklebetechnik: Streifen, Karos und geometrische Flächen mit Malerkrepp aussparen
  • Seifenblasentechnik: Farbe und Wasser zu etwa gleichen Teilen mit ein paar Tropfen Spülmittel mischen, mit einem Strohhalm Blasen pusten und diese auf den Rohling tupfen – es entstehen zarte Kreismuster
  • Kratztechnik (Sgraffito): Farbe in mehreren Schichten auftragen, antrocknen lassen und Linien mit einem Holzstäbchen herauskratzen
  • Spritztechnik: verdünnte Farbe mit einer alten Zahnbürste über den Daumen auf das Stück spritzen

Die klassische Kratztechnik mit farbigem Tonschlicker auf lederhartem Ton zeigt der Ratgeber Engobe und Sgraffito. Über 60 Motive nach Gegenstand, Stil und Jahreszeit finden Sie in unseren Ideen zum Keramik bemalen.

Häufige Fehler beim Keramik bemalen

FehlerFolgeSo vermeiden Sie ihn
Farbe im Atelier nur einmal aufgetragennach dem Brand blass und streifigjede Fläche zwei- bis dreimal malen
Farbe nach dem nassen Aussehen gewähltTon wirkt nach dem Brand anders als gedachtgebrannte Farbmuster ansehen
Zu viele Farben auf einmalunruhiges Bild, nass ineinander gemalt entstehen trübe Mischtönemit zwei bis drei Farben planen
Fettige Oberfläche bei BackofenfarbenFarbe perlt ab oder blättert spätermit Spiritus entfetten, Fläche nicht mehr anfassen
Zu dick aufgetragenBlasen, Risse, Laufnasenin dünnen Schichten malen
Zu früh eingebranntBlasen in der FarbeTrockenzeit laut Anleitung einhalten
Stück in den heißen Ofen gestelltTemperaturschock, im schlimmsten Fall ein Sprungin den kalten Ofen stellen und darin abkühlen lassen
Trinkrand oder Innenseite mit Backofenfarbe bemaltFarbe nutzt sich ab und kommt mit Mund oder Speisen in Kontakt2 cm Rand und Innenseiten frei lassen
Malerkrepp zu spät abgezogenausgefranste Kantenabziehen, solange die Farbe feucht ist
Acryl auf Gebrauchsgeschirrlöst sich beim Spülen, nicht für Speisen geeignetAcryl nur für Deko verwenden

Pflege: So bleibt bemalte Keramik lange schön

  • Atelier-Stücke behandeln Sie wie normales Geschirr. Vermeiden Sie Temperaturschocks, etwa kochendes Wasser in einer Tasse direkt aus dem Kühlschrank.
  • Stücke mit Abplatzern an der Kante nutzen Sie besser nur noch als Deko oder Stiftebecher.
  • Mit Backofenfarben bemaltes Geschirr spülen Sie am besten von Hand mit einem weichen Schwamm, ohne Scheuermittel und ohne langes Einweichen.
  • Erlaubt der Hersteller die Spülmaschine, wählen Sie das Gläser- oder Eco-Programm und den oberen Korb.
  • Acryl-Deko nur feucht abwischen und nicht dauerhaft nass stehen lassen.
  • Graue Striche auf matten Glasuren sind meist Metallabrieb von Besteck; eine Paste aus Natron und Wasser entfernt sie.

Erste Ideen zum Nachmalen

Für den ersten Versuch funktionieren einfache, wiederholte Formen am besten. Sie verzeihen kleine Unregelmäßigkeiten und wirken trotzdem ruhig:

  • Punkte in zwei Größen rund um eine Tasse
  • breite Streifen, mit Malerkrepp abgeklebt
  • ein einzelner Zweig mit Blättern auf weißem Grund
  • Initialen und ein Datum auf der Fahne eines Tellers
  • Zitronen oder Kirschen als Streumuster auf einer Schale
  • blaue Wellenlinien rund um eine Müslischale
  • ein Karomuster aus zwei Farben
  • eine Kinderzeichnung, abgepaust auf einen Teller

Schritt für Schritt zur eigenen Tasse führt der Ratgeber Tasse bemalen. Mit Kindern lohnen sich Geburtstagsteller und Kinderteller – Tipps dazu stehen unter Keramik bemalen mit Kindern. Und für die Adventszeit haben wir Ideen zum Keramik bemalen zu Weihnachten gesammelt.

Aus unserer Manufaktur: von Hand glasiert und bemalt

Pinsel, Glasur und Brennofen gehören auch zu unserem Alltag: Wir glasieren jedes Stück in unserer Manufaktur von Hand im Tauchverfahren, deshalb verlaufen Glasurkante und Glasurläufer bei jedem Exemplar ein wenig anders. Die Dekore unserer Deko-Häuschen und Deko-Hühner bemalen wir von Hand mit dem Pinsel. Auch hier gilt: Eine Glasur zeigt ihre endgültige Farbe erst nach dem Brand. Wie Glasuren aufgetragen und gebrannt werden, erklärt der Ratgeber Keramik glasieren.

Ihre selbst bemalte Tasse braucht Gesellschaft auf dem Frühstückstisch? Oder Sie möchten jemandem ein fertiges Stück schenken, das niemand erst malen muss? Dann passen unsere von Hand glasierten Tassen, Teller und Schalen aus gesprenkeltem Steinzeug – spülmaschinenfest und mikrowellengeeignet.

Häufige Fragen

Welche Farbe braucht man zum Keramik bemalen?

Für Rohlinge, die anschließend im Brennofen gebrannt werden, Unterglasurfarben. Für fertig glasiertes Geschirr zu Hause Porzellanfarben oder Porzellanmalstifte, die im Backofen eingebrannt werden. Acrylfarbe hält nur auf Deko-Stücken.

Kann man Keramik im Backofen brennen?

Nein. Ton braucht zum Brennen rund 950 °C und mehr, das schafft nur ein Brennofen. Im Backofen fixieren Sie lediglich Porzellanfarben bei etwa 150–170 °C auf bereits glasierter Ware. Was ein eigener Ofen kostet, steht im Ratgeber Brennofen für Keramik.

Wie lange muss bemalte Keramik in den Backofen?

Meist 25–40 Minuten bei 150–170 °C, gerechnet ab Erreichen der Temperatur. Stellen Sie das Stück in den kalten Ofen und lassen Sie es darin abkühlen; maßgeblich ist immer die Anleitung der Farbe.

Ist selbst bemalte Keramik lebensmittelecht?

Im Atelier glasierte Stücke sind es, wenn die verwendete Glasur als lebensmittelecht ausgewiesen ist – fragen Sie nach. Backofenfarben und Acryl gehören nicht auf Flächen, die mit Speisen oder dem Mund in Berührung kommen.

Kann man auf glasierter Keramik malen?

Ja, mit Porzellanfarben oder Porzellanmalstiften, die anschließend im Backofen eingebrannt werden. Unterglasurfarben brauchen dagegen einen unglasierten, vorgebrannten Rohling und einen Brand im Brennofen.

Was kostet Keramik bemalen pro Person?

Im Atelier meist etwa 20–45 € für eine Tasse, inklusive Farben, Glasur und Brand. Bei Anbietern mit Studiogebühr kommen bis zu 15 € pro Person hinzu; große Schalen und Vasen kosten bis etwa 75 €.

Wie lange dauert Keramik bemalen im Atelier?

Das Malen dauert meist 2–3 Stunden. Abholen können Sie das glasierte und gebrannte Stück nach etwa 7–14 Tagen.

Ab welchem Alter können Kinder Keramik bemalen?

Je nach Atelier ab etwa 3–4 Jahren mit Begleitung; manche Angebote beginnen erst mit 7 oder 10 Jahren. Tipps für Familien stehen im Ratgeber Keramik bemalen mit Kindern.

Geht Keramikfarbe aus der Kleidung wieder raus?

Frische Flecken von wasserbasierten Unterglasurfarben lassen sich meist mit Wasser und Seife auswaschen. Getrocknete Acryl- und Porzellanfarbe geht dagegen kaum noch heraus – tragen Sie ältere Kleidung oder eine Schürze.

Kann ich selbst getöpferte Stücke im Atelier brennen lassen?

Nicht jedes Mal-Atelier bietet das an; fragen Sie auch in Töpferwerkstätten nach. Klären Sie vorher, welcher Ton und welche Glasur verwendet wurden, denn davon hängt die Brenntemperatur ab.

Produkte aus diesem Ratgeber

Steinzeugtasse Sand Dune

320 ml (Filterkaffee, Cappuccino), Sandmatt

22,90 €

Tasse Atelier 320 ml

320 ml, Milchweiß

22,90 €

Deko-Häuschen aus Keramik

10 cm, Milchweiß

14,90 €

Weiterlesen