Honig richtig aufbewahren: Temperatur, Gefäß und was tun, wenn er fest wird
Honig aufbewahren Sie am besten dunkel, trocken und kühl in einem gut schließenden Gefäß aus Glas oder glasierter Keramik – dann bleibt er weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus genießbar. Hier lesen Sie, welche Temperatur ideal ist, warum Honig fest wird und weshalb das kein Mangel ist, wie Sie ihn schonend wieder verflüssigen und woran Sie erkennen, dass er gärt.
Honig richtig aufbewahren: die wichtigsten Regeln
Honig gehört zu den haltbarsten Lebensmitteln, weil er wenig Wasser und viel Zucker enthält. Schaden können ihm Feuchtigkeit, Wärme, Licht und fremde Gerüche. Daraus ergeben sich fünf Regeln:
- Gut verschließen: Honig zieht Feuchtigkeit und Gerüche aus der Luft an.
- Dunkel lagern: Licht lässt Aroma und Farbe schneller altern.
- Kühl und trocken: Ideal ist ein Vorratsschrank oder die Speisekammer, nicht der Platz neben Herd, Backofen, Heizung oder auf der Fensterbank.
- Nur mit sauberem, trockenem Löffel entnehmen: Wasser, Butter- oder Brotkrümel bringen Hefen in den Honig und fördern die Gärung.
- Nicht in den Kühlschrank: Dort wird Honig schneller fest, und das Glas nimmt beim Öffnen Kondenswasser auf.
Welche Temperatur ist für Honig ideal?
Imker empfehlen, Honig nicht wärmer als etwa 18 °C zu lagern, für längere Zeit eher kühler. Für den täglichen Bedarf reicht ein schattiger Küchenschrank.
| Ort | Temperatur | Was passiert |
|---|---|---|
| Speisekammer, kühler Vorratsschrank | etwa 10–18 °C | ideal für den Vorrat; Honig behält Aroma und Konsistenz lange |
| Küchenschrank | etwa 20–22 °C | gut für das Glas, das gerade in Gebrauch ist |
| Neben Herd oder Heizung, auf der Fensterbank | über 25 °C | Aroma geht verloren, Qualität sinkt schneller |
| Kühlschrank | etwa 5–8 °C | nicht nötig; Honig wird schneller fest und zieht Kondenswasser |
| Gefrierschrank | −18 °C | für große Vorräte möglich; die Kristallisation stoppt weitgehend |
Gut zu wissen: Am schnellsten kristallisiert Honig bei etwa 13–15 °C. Ein Vorrat im kühlen Keller wird also eher fest als das Glas im warmen Küchenschrank – das schadet der Qualität aber nicht.
Glas, Keramik oder Metall: das richtige Gefäß
| Gefäß | Geeignet? | Warum |
|---|---|---|
| Schraubglas | ja | dicht, geschmacksneutral, der Klassiker beim Imker |
| Glasierte Keramik mit Deckel | ja | schützt zusätzlich vor Licht und steht schön auf dem Frühstückstisch |
| Edelstahl | kurzfristig | für den Vorrat besser Glas oder Keramik |
| Aluminium oder verzinktes Metall | nein | die Säuren im Honig greifen das Metall an |
| Kunststoff | nur lebensmittelecht und kurzfristig | kann Gerüche annehmen und abgeben |
Praktisch ist eine Aufteilung: Der Vorrat bleibt im verschlossenen Glas im Schrank, auf dem Tisch steht ein kleineres Gefäß, das Sie für ein bis zwei Wochen auffüllen. Unser Honigtopf mit Löffel aus Steinzeug fasst 300 ml, das sind gut 400 g Honig, und hat einen Deckel und einen Honiglöffel aus Holz. Den Topf dürfen Sie in die Spülmaschine geben, den Holzlöffel spülen Sie von Hand. Vor dem Nachfüllen muss der Topf vollständig trocken sein.
Warum wird Honig fest?
Das Festwerden heißt Kristallisation und ist ein natürlicher Vorgang: Der Traubenzucker im Honig bildet Kristalle. Fester Honig ist weder verdorben noch mit Zucker gestreckt und hat dieselbe Qualität wie flüssiger. Wie schnell es geht, hängt vor allem vom Verhältnis von Trauben- zu Fruchtzucker ab – je mehr Traubenzucker, desto schneller wird der Honig fest.
| Honigsorte | Kristallisation |
|---|---|
| Rapshonig | sehr schnell, oft schon nach wenigen Tagen bis Wochen; hell und cremig |
| Sonnenblumenhonig | schnell, kräftig gelb |
| Blütenhonig (Mischung) | meist innerhalb von Wochen bis Monaten |
| Lindenhonig, Buchweizenhonig | langsamer |
| Waldhonig, Tannenhonig | langsam, bleibt lange flüssig |
| Akazienhonig | sehr langsam, oft monatelang flüssig |
Weiße Schlieren und Muster an der Glaswand nennt man Blütenbildung. Dabei hat sich der kristallisierende Honig minimal von der Glaswand gelöst, es ist Luft dazwischen. Das ist kein Fehler, sondern ein Zeichen für naturbelassenen Honig.
Festen Honig wieder flüssig machen
- Das Glas geöffnet in einen Topf mit warmem Wasser stellen (Wasserbad).
- Die Wassertemperatur mit einem Thermometer prüfen: höchstens 40 °C. Darüber gehen wertvolle Enzyme und Aromen verloren.
- Ab und zu mit einem sauberen, trockenen Löffel umrühren, bis die Kristalle gelöst sind. Je nach Menge dauert das eine bis mehrere Stunden.
- Nicht in der Mikrowelle und nicht direkt auf dem Herd erwärmen: Dabei entstehen schnell heiße Stellen.
- Nur so viel verflüssigen, wie Sie bald verbrauchen, denn der Honig wird wieder fest.
Gut zu wissen: Beim Erhitzen bildet sich im Honig Hydroxymethylfurfural (HMF). Der Gehalt gilt als Maß für Erhitzung und Alter; für Speisehonig gilt in der EU in der Regel ein Höchstwert von 40 mg pro Kilo. Auch deshalb gilt: schonend und nicht wiederholt erwärmen.
Cremiger Honig: gerührt statt fest
Viele Imker rühren Honig, während er kristallisiert. So entstehen besonders feine Kristalle, und der Honig wird cremig und streichfähig statt steinhart. Das funktioniert vor allem bei Raps- und Blütenhonig. Cremiger Honig ist kein Zeichen von Zusätzen, sondern ein Handwerk der Imkerei. Wer festen Honig lieber streicht als löffelt, kauft gleich die cremige Variante.
Kann Honig schlecht werden?
| Was Sie sehen oder riechen | Was es bedeutet | Was Sie tun |
|---|---|---|
| Schaum an der Oberfläche, säuerlicher oder hefiger Geruch | Gärung: zu viel Wasser im Honig oder Feuchtigkeit von außen | nicht mehr pur essen |
| Flüssige Schicht über festem Honig | Entmischung, oft der Beginn einer Gärung | rasch verbrauchen, am besten zum Backen |
| Weiße Schlieren an der Glaswand | Blütenbildung, ganz natürlich | nichts – bedenkenlos essen |
| Schimmel | Honig ist verdorben | entsorgen |
Richtig gelagert hält Honig meist deutlich länger als das Mindesthaltbarkeitsdatum auf dem Glas. Mit der Zeit dunkelt er etwas nach und verliert an Aroma, gesundheitlich bedenklich ist das nicht. Wichtig: Säuglinge unter einem Jahr sollen keinen Honig bekommen, weil er Sporen von Bakterien enthalten kann, die für Babys gefährlich sind.
Honig in der Küche verwenden
- Tee und Milch: Honig erst einrühren, wenn das Getränk etwas abgekühlt ist. Wie heiß welcher Tee aufgegossen wird, zeigt der Ratgeber Tee richtig zubereiten.
- Backen: Honig ersetzt einen Teil des Zuckers. Rechnen Sie mit etwa drei Vierteln der Zuckermenge, reduzieren Sie die Flüssigkeit im Rezept leicht und backen Sie etwa 20 °C kühler, weil Honig schneller bräunt.
- Dressing: Honig, Senf, Essig und Öl ergeben das klassische Honig-Senf-Dressing.
- Aufs Brot: Fester oder cremiger Honig tropft nicht und lässt sich gut streichen.
- Frühstück: Über Porridge und Joghurt kommt Honig zum Schluss.
Beim Frühstück mit Gästen steht der Honigtopf neben Butter, Marmelade und Brot – Ideen für den ganzen Tisch sammelt der Ratgeber Brunch zu Hause.
Honig verschenken
Ein Glas guter Honig vom Imker ist ein einfaches Geschenk, das fast jedem Freude macht. Zusammen mit einem Honigtopf, einer Tasse oder einer Teekanne wird daraus ein kleines Set – für den Nikolausstiefel, zum Einzug oder als Dankeschön zum Abschied aus Kita und Schule. Passende Ideen finden Sie unter Nikolausgeschenke, Abschiedsgeschenk für Lehrerin und Erzieherin und Geschenke für Teeliebhaber.
Häufige Fragen
Wie bewahrt man Honig richtig auf?
Gut verschlossen in Glas oder glasierter Keramik, an einem dunklen, trockenen und kühlen Ort, und immer mit einem sauberen, trockenen Löffel entnehmen.
Muss Honig in den Kühlschrank?
Nein. Im Kühlschrank wird er schneller fest und nimmt beim Öffnen Kondenswasser auf. Ein kühler, dunkler Schrank ist besser.
Wie lange ist Honig haltbar?
Richtig gelagert meist deutlich länger als das Mindesthaltbarkeitsdatum. Mit der Zeit dunkelt er nach und verliert Aroma, verdirbt aber nicht, solange er trocken bleibt.
Ist kristallisierter Honig noch gut?
Ja. Das Festwerden ist ein natürlicher Vorgang und kein Qualitätsmangel. Sie können ihn so essen oder bei höchstens 40 °C wieder verflüssigen.
Wie macht man festen Honig wieder flüssig?
Das offene Glas in ein Wasserbad mit höchstens 40 °C stellen und gelegentlich umrühren, bis sich die Kristalle aufgelöst haben.
Darf man Honig in der Mikrowelle erwärmen?
Besser nicht: Die Mikrowelle erhitzt ungleichmäßig, dabei wird der Honig stellenweise zu heiß und verliert Aroma und Enzyme.
Woran erkennt man verdorbenen Honig?
An Schaum, säuerlichem oder hefigem Geruch und einer flüssigen Schicht über dem festen Honig – das deutet auf Gärung hin. Schimmel ist selten; dann entsorgen.
Ab wann dürfen Kinder Honig essen?
Erst ab dem ersten Geburtstag. Für Säuglinge kann Honig gefährlich sein, weil er Bakteriensporen enthalten kann.







