Wurstplatte anrichten: 8 Ideen Schritt für Schritt
Eine schöne Wurstplatte anrichten heißt: Aufschnitt dünn schneiden, Sorten nach Farbe und Form abwechseln und die Lücken mit Gurken, Radieschen und Kräutern füllen. Hier finden Sie 8 Legetechniken von der Schinkenrolle bis zur Salamirose, Mengen pro Person für Abendbrot, Brotzeit und Buffet sowie einen Zeitplan, damit die Platte frisch und appetitlich auf den Tisch kommt.
Grundregeln: So wirkt die Wurstplatte appetitlich
- Dünn schneiden: Aufschnitt mit etwa 1–2 mm Stärke lässt sich rollen und falten. An der Frischetheke können Sie die Schnittstärke angeben, Salami und Cervelat dürfen noch dünner sein.
- Groß rollen, klein fächern: Kochschinken, Bierschinken und Mortadella rollen oder falten Sie, Salami und Cervelat legen Sie als Fächer oder Welle.
- Von groß nach klein arbeiten: erst Schälchen und große Elemente platzieren, dann die Zwischenräume füllen.
- Farben abwechseln: heller Kochschinken neben dunkler Salami, rosa Lachsschinken neben fast schwarzem Schwarzwälder Schinken.
- Platz für Beilagen lassen: Gurken, Radieschen, Trauben und Kräuter brauchen eigene kleine Inseln, sonst wirkt die Platte überladen.
- Vorlegebesteck bereitlegen: eine Gabel oder Zange pro Platte, für Streichwurst ein eigenes Messer.
Richten Sie den Aufschnitt auf einer gekühlten Platte an. Steinzeug hält Kälte gut, 20–30 Minuten im Kühlschrank genügen. Eine ovale Servierplatte mit 32 cm reicht für 4–6 Personen. Für größere Runden stellen Sie besser zwei mittelgroße Platten auf als eine sehr große: Sie lassen sich leichter weiterreichen und nachfüllen. Schneiden Sie Wurst nicht direkt auf der Platte – Messer hinterlassen auf matten Glasuren graue Striche. Das ist Metallabrieb, den Sie mit einer Paste aus Natron und Wasser wieder entfernen, wie im Ratgeber Besteckspuren entfernen beschrieben.
8 Ideen: Aufschnitt dekorativ legen
| Technik | Passt zu | So geht’s |
|---|---|---|
| Röllchen | Kochschinken, Putenbrust, Bierschinken | Scheibe straff aufrollen, die Röllchen dicht nebeneinanderlegen wie Holzscheite |
| Gefaltete Viertel | Kochschinken, Lachsschinken | Scheibe zur Hälfte falten, dann noch einmal falten und die Viertel fächerförmig überlappend auflegen |
| Welle | Salami, Cervelat, Mortadella | Scheiben halb überlappend in einer Schlangenlinie quer über die Platte legen |
| Salamirose | Salami, Cervelat | Scheiben überlappend über den Rand eines Weinglases legen, drei bis vier Lagen nach innen ergänzen, Glas auf die Platte stürzen und vorsichtig abheben |
| Rosette | Schwarzwälder Schinken, Coppa, Lachsschinken | Scheiben strahlenförmig vom Rand zur Mitte legen, ideal für runde Platten |
| Dachziegel | Bierschinken, Jagdwurst, Lyoner | Scheiben in Reihen halb überlappend legen, jede Sorte als eigener Streifen |
| Gefüllte Röllchen | Kochschinken | mit Frischkäse, Spargel oder Meerrettichsahne füllen und mit einem Schnittlauchhalm binden |
| Spießchen | Salami, Kabanossi, Käsewürfel | mit Cornichon, Traube oder Olive auf Zahnstocher stecken und in eine halbe Melone setzen, wie beim klassischen Käseigel |
Für eine gemischte Platte genügen zwei bis drei Techniken, zum Beispiel Röllchen am Rand, eine Welle in der Mitte und eine Salamirose als Blickfang. Mehr Formen wirken schnell unruhig. Je ruhiger die Platte, desto klarer die Linien: Auf einer einfarbigen Glasur wie Milchweiß treten die Farben des Aufschnitts deutlich hervor.
Schritt für Schritt: Wurstplatte für Gäste anrichten
- Platte vorbereiten: Platte 20–30 Minuten kühlen, Aufschnitt erst kurz vor dem Legen aus dem Kühlschrank nehmen.
- Fixpunkte setzen: Schälchen mit Senf, Meerrettich, Gewürzgurken oder Obatzda zuerst auf die Platte stellen – sie geben die Aufteilung vor.
- Große Elemente legen: Schinkenröllchen und gefaltete Scheiben entlang des Rands oder in einem Bogen anordnen.
- Linien ziehen: Salami als Welle quer über die Platte führen, die Salamirose neben ein Schälchen setzen.
- Brühwurst ergänzen: Bierschinken, Jagdwurst oder Lyoner als Dachziegel in die freien Flächen legen.
- Lücken füllen: Radieschen, Cornichons, Kirschtomaten und Trauben in die Zwischenräume setzen.
- Zum Schluss garnieren: Petersilie, Schnittlauch oder Kresse sparsam und erst kurz vor dem Servieren.
Streichwurst wie Leberwurst und Teewurst legen Sie im Stück oder im Schälchen dazu, jeweils mit eigenem Messer. Für ein klassisches Abendbrot stellen Sie Brot, Butter in der Butterdose mit Deckel und eine Schale Gewürzgurken daneben – mehr braucht es nicht. Senf und Meerrettich passen in kleine Snackschalen mit 150 ml, die direkt auf der Platte stehen können.
Wie viel Aufschnitt pro Person?
| Anlass | Wurst und Schinken | Käse dazu | Brot |
|---|---|---|---|
| Vorspeise oder Snack zum Aperitif | 50–80 g | 30–50 g | 1 Scheibe oder ein paar Cracker |
| Buffet mit weiteren Gerichten | 100–150 g | 50–80 g | 1–2 Brötchen oder 2 Scheiben Brot |
| Abendbrot oder Brotzeit als Hauptmahlzeit | 150–200 g | 80–100 g | 2 Brötchen oder 2–3 Scheiben Brot |
Für 10 Gäste an einem Buffet mit Salaten und warmen Gerichten rechnen Sie also mit 1–1,5 kg Aufschnitt und 0,5–0,8 kg Käse. Bei einem langen Abend mit Getränken planen Sie eher am oberen Ende, bei vielen Kindern am unteren. Für 4–6 Personen genügen vier bis fünf Sorten, ab zehn Personen dürfen es sechs bis acht sein. Mehr Sorten bringen kaum Abwechslung, aber viele angebrochene Packungen.
Welche Wurstsorten gehören auf die Platte?
Eine ausgewogene Platte mischt Schinken, Rohwurst, Brühwurst und Streichwurst. So findet jeder Gast etwas, und die Platte bekommt unterschiedliche Farben und Formen.
- Schinken: gekochter Schinken, Lachsschinken, Schwarzwälder Schinken oder Serranoschinken – die Basis jeder Platte.
- Rohwurst: Salami (mild, mit Pfeffer oder Paprika), Cervelatwurst, Landjäger oder Kabanossi in Scheiben.
- Brühwurst: Bierschinken, Jagdwurst, Lyoner, Mortadella – mild und bei Kindern beliebt.
- Streichwurst: grobe oder feine Leberwurst, Teewurst, Zwiebelmettwurst – im Stück oder im Schälchen.
- Für die Brotzeit: Presssack, kalter Leberkäse in Scheiben, dazu Obatzda, Radi und Brezn.
- Geflügel: Putenbrust oder Hähnchenbrust für Gäste, die kein Schweinefleisch essen.
Achten Sie auf Kontraste: Zu milden Sorten gehört mindestens eine kräftige, zu Scheiben mindestens eine streichfähige Sorte.
Wurstplatte garnieren: Beilagen und Deko
| Beilage | Passt besonders zu |
|---|---|
| Petersilie, Schnittlauch, Kresse | jeder Platte, zum Füllen kleiner Lücken |
| Radieschen, Gurkenscheiben, Paprikastreifen | Brühwurst, Kochschinken, Abendbrot |
| Gewürzgurken, Cornichons, Silberzwiebeln | Bierschinken, Jagdwurst, Leberwurst |
| Weintrauben, Feigen, Birnenspalten | Rohschinken und Käse |
| Oliven, getrocknete Tomaten, Peperoni | Salami, Coppa, Antipasti |
| Senf und Meerrettich | Kochschinken, Kasseler, Leberkäse |
Ein Radieschen-Röschen oder ein Fächer aus Gurkenscheiben reicht als Blickfang. Mehr Schnitzereien lenken vom Aufschnitt ab. Salatblätter als Unterlage sehen frisch aus, welken aber schon nach etwa einer Stunde. Legen Sie sie nur unter Sorten, die schnell gegessen werden, oder verzichten Sie ganz darauf.
Wurst- und Käseplatte: getrennt oder zusammen?
Wurst schmeckt gekühlt am besten, Käse dagegen sollte 30–60 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank kommen, damit sich sein Aroma entfaltet. Bei größeren Runden lohnt sich deshalb eine eigene Käseplatte, zum Beispiel auf dem dunklen Serviertablett Kohle, auf dem helle Käsesorten gut zur Geltung kommen. Wenn Sie beides auf einer Platte anrichten, legen Sie den Käse auf eine Seite und die Wurst auf die andere. Welche Sorten und Mengen sich für Käse bewähren, lesen Sie im Ratgeber Käseplatte anrichten.
Wie lange vorher vorbereiten – und wie lange darf sie stehen?
| Zeitpunkt | Was zu tun ist |
|---|---|
| am Vortag | Aufschnitt kaufen und die Schnittstärke angeben, Platten, Schälchen und Vorlegebesteck bereitstellen |
| 3–4 Stunden vorher | Platte kühlen, Aufschnitt legen, mit Frischhaltefolie abdecken und kalt stellen |
| 30–60 Minuten vorher | Käse aus dem Kühlschrank nehmen, Brot aufschneiden |
| kurz vor dem Servieren | Folie abnehmen, Kräuter, Obst und Gemüse ergänzen, Besteck dazulegen |
Kräuter, Trauben und aufgeschnittene Tomaten kommen erst zum Schluss dazu, sonst welken sie oder geben Saft ab. Auf dem Tisch sollte Aufschnitt als Faustregel nicht länger als etwa zwei Stunden bei Zimmertemperatur liegen, an heißen Tagen kürzer. Bei langen Feiern bewährt sich eine zweite, gleich gelegte Platte im Kühlschrank: Sie tauschen die Platten aus, statt die angegriffene nachzufüllen.
Wurstplatte transportieren
Decken Sie die fertige Platte mit zwei Lagen Frischhaltefolie ab und stellen Sie sie im Auto auf eine Antirutschmatte, am besten in eine Kühlbox oder zwischen Kühlakkus. Eine Steinzeugplatte ist schwer und steht dadurch stabil. Kräuter, Trauben und Tomaten packen Sie getrennt ein und ergänzen sie erst vor Ort.
Häufige Fehler beim Anrichten
- Zu dicke Scheiben: Sie lassen sich schlecht rollen und mit der Gabel kaum aufnehmen.
- Gleiche Farben nebeneinander: Kochschinken neben Putenbrust und Lyoner wirkt blass.
- Überladene Platte: Wer eine Scheibe nimmt, zieht drei weitere mit.
- Kein Vorlegebesteck: Gäste greifen zur eigenen Gabel oder zu den Fingern.
- Zu viel Deko: Gurkenschnitzereien und Salatberge verdecken den Aufschnitt.
- Zu früh aus dem Kühlschrank: Die Wurst wird weich, glänzt fettig und rollt sich an den Rändern.
Eine Platte für Gäste ohne Fleisch
Planen Sie eine eigene vegetarische Platte und stellen Sie sie mit etwas Abstand zur Wurstplatte auf: Käse, gegrilltes Gemüse wie Paprika, Zucchini und Aubergine, Hummus, Obatzda, eingelegte Pilze, Oliven und getrocknete Tomaten. Vegetarischer Aufschnitt lässt sich rollen und falten wie Schinken. Ein kleines Schild zeigt, was auf welcher Platte liegt. Für frisches Obst daneben finden Sie Ideen im Ratgeber Obstplatte anrichten.
Wurstplatte zu Ostern, Geburtstag und Silvester
Zum Osterfrühstück gehören Kochschinken, Rohschinken und gefärbte Eier auf den Tisch – die Eier stehen am besten auf einer eigenen Eierplatte. Bei Geburtstagen und Konfirmationen ist die Wurstplatte mit belegten Brötchen der Klassiker für den Abend, an Silvester liefert sie zum Raclette gleich den Belag für die Pfännchen. Für einen langen Vormittag mit Gästen zeigt der Ratgeber Brunch zu Hause, was Sie zusätzlich einplanen sollten. Mehr Formen und Größen finden Sie bei unseren Servierplatten aus Steinzeug.
Häufige Fragen
Wie richte ich eine Wurstplatte schön an?
Schneiden Sie den Aufschnitt dünn, wechseln Sie Farben und Formen ab (Röllchen, Welle, Rosette) und arbeiten Sie von großen zu kleinen Elementen. Die Lücken füllen Sie mit Gurken, Radieschen, Trauben und Kräutern.
Wie viel Aufschnitt rechnet man pro Person?
An einem Buffet mit weiteren Gerichten 100–150 g Wurst und 50–80 g Käse pro Person. Ist die Platte die Hauptmahlzeit, etwa beim Abendbrot, sind es 150–200 g Wurst und 80–100 g Käse.
Wie viel Wurst brauche ich für 10 Personen?
Für ein Buffet mit Salaten 1–1,5 kg Aufschnitt, als alleinige Abendmahlzeit 1,5–2 kg. Dazu kommen 0,5–1 kg Käse.
Wie macht man eine Salamirose?
Legen Sie Salamischeiben überlappend über den Rand eines Weinglases, ergänzen Sie drei bis vier Lagen nach innen und stürzen Sie das Glas auf die Platte. Wenn Sie das Glas vorsichtig abheben, bleibt die Rose stehen.
Wie lange vorher kann man eine Wurstplatte vorbereiten?
Bis zu 3–4 Stunden, wenn sie mit Folie abgedeckt im Kühlschrank steht. Kräuter, Obst und Tomaten kommen erst kurz vor dem Servieren dazu.
Wie lange darf eine Wurstplatte ungekühlt stehen?
Als Faustregel höchstens etwa zwei Stunden bei Zimmertemperatur, an warmen Tagen kürzer. Bei langen Feiern tauschen Sie die Platte gegen eine zweite aus dem Kühlschrank.
Welche Platte eignet sich für eine Wurstplatte?
Für 4–6 Personen eine ovale Platte mit 30–35 cm, für Rosetten eine runde Platte mit etwa 30 cm. Steinzeug lässt sich vorkühlen und ist spülmaschinenfest.
Womit kann man eine Wurstplatte garnieren?
Mit Petersilie, Schnittlauch, Kresse, Radieschen, Gewürzgurken, Weintrauben oder Feigen. Ein bis zwei Blickfänge genügen, der Aufschnitt soll die Hauptrolle spielen.







