Weihnachtstisch dekorieren: Tischdeko und Gedeck Schritt für Schritt
Einen Weihnachtstisch dekorieren Sie am entspanntesten in vier Schritten: erst die Tischwäsche, dann das Gedeck für jeden Gast, danach der Platz für Platten und Schüsseln – und ganz zum Schluss die Deko, die flach bleibt, damit Schüsseln von Hand zu Hand gehen und sich alle über den Tisch hinweg ansehen können. Dazu finden Sie hier Maße, eine Geschirrtabelle für 6 bis 12 Gäste, vier Farbideen und einen Zeitplan.
Weihnachtstisch dekorieren: Heiligabend oder Festessen?
Bevor Sie dekorieren, klären Sie, was auf den Tisch kommt. In vielen Familien ist Heiligabend der unkomplizierte Abend: Kartoffelsalat mit Würstchen, Raclette oder Fondue, dazwischen die Bescherung und Kinder, die immer wieder aufspringen. Das große Festessen mit Gans, Ente oder Braten, Rotkohl und Klößen folgt am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag. Beide Abende stellen andere Ansprüche an den Tisch.
- Raclette oder Fondue: Das Gerät belegt die Tischmitte, rundherum stehen viele kleine Schälchen. Die Deko wandert an die Tischenden und auf die Fensterbank.
- Kartoffelsalat mit Würstchen: eine große Schüssel, eine Platte, Senf und Brot – es bleibt viel Platz für Kerzen und Grün.
- Festessen am Feiertag: mehrere heiße Platten und Schüsseln, Saucieren und oft eine Vorsuppe. Die Tischmitte gehört den Speisen, die Deko rückt an den Rand.
Für beide Abende gilt: Die Deko ergänzt das Essen, sie macht ihm keine Konkurrenz. Was in der Mitte steht, bleibt niedrig. Menü, Einkaufsmengen und Kochplan für die große Runde finden Sie im Ratgeber Weihnachtsessen für 12 Personen planen.
Schritt 1: Tischdecke, Läufer und Servietten
Beginnen Sie mit einer weißen, cremefarbenen oder naturfarbenen Tischdecke aus Leinen oder Baumwolle. Helle Tischwäsche ist der ruhigste Hintergrund für Kerzenlicht und farbige Speisen. Farbe bringen Läufer und Servietten ins Spiel – die lassen sich jedes Jahr neu kombinieren, ohne dass Sie eine neue Decke brauchen.
- Tischdecke: an jeder Seite etwa 20–30 cm Überhang. Ein Tischmolton darunter dämpft Geräusche und schützt die Tischplatte vor heißen Schüsseln.
- Läufer: in Tannengrün, Bordeaux, Gold oder ungefärbtem Leinen. Er markiert die Mitte, in der später Platten und Deko stehen.
- Servietten: aus Stoff, schlicht rechteckig gefaltet oder mit Baumwollkordel und einem kleinen Tannenzweig gebunden.
- Muster dosieren: Zu einer gemusterten Decke passt einfarbiges Geschirr, zu farbigem Geschirr eine ruhige, helle Decke.
Schritt 2: Das Gedeck für jeden Gast
Planen Sie pro Person mindestens 60 cm Tischbreite, bequemer sind 70 cm – bei Gans und Braten wird ausgiebig mit Messer und Gabel gearbeitet. Beim Menü stapeln Sie die Teller: unten der Speiseteller, darauf der tiefe Teller oder die Suppentasse für die Vorsuppe. Den Dessertteller bringen Sie erst nach dem Hauptgang an den Platz.
| Teil des Gedecks | Größe | Wofür |
|---|---|---|
| Speiseteller | 26–28 cm | Gans, Ente oder Braten mit Rotkohl und Klößen |
| Tiefer Teller oder Suppentasse | 22 cm oder 400 ml | Vorsuppe, etwa Rinderbrühe oder Maronensuppe |
| Frühstücksteller | 21 cm | Vorspeise wie Feldsalat oder Räucherlachs |
| Dessertteller | 15–19 cm | Dessert, später Stollen und Plätzchen zum Kaffee |
| Gläser | 2–3 pro Person | Wasser, Wein zum Essen, Sekt zum Anstoßen |
Das Besteck liegt in der Reihenfolge der Gänge von außen nach innen: Gabeln links, Messer und Suppenlöffel rechts, das Dessertbesteck quer oberhalb des Tellers. Die Gläser stehen rechts über den Messern. Die ausführliche Knigge-Anleitung mit Gläser- und Besteckreihenfolge finden Sie unter Tisch richtig decken.
Schritt 3: Platz für Platten, Schüsseln und Sauciere
Ein Festessen braucht mehr Servierteile, als man denkt. Stellen Sie am Vortag alle leeren Platten und Schüsseln probeweise auf den gedeckten Tisch: Dann sehen Sie, ob alles passt und wo noch Platz für Deko bleibt. Heiße Speisen kommen in vorgewärmte Gefäße – vorgewärmtes Steinzeug hält Klöße und Soße spürbar länger warm als kaltes Geschirr.
| Gericht | Servierteil | Tipp |
|---|---|---|
| Gans, Ente, Braten | Ovale Servierplatte 32 cm | Gans in der Küche zerlegen, Brust und Keulen auf der Platte anrichten |
| Bratensoße | Sauciere mit Untersetzer 400 ml | bei 12 Gästen zwei Saucieren, eine pro Tischende |
| Rotkohl | Servierschüssel 18 cm (1,1 l) | Nachschub warm im Topf lassen und nachfüllen |
| Klöße oder Knödel | Servierschüssel 22 cm (1,8 l) | vorwärmen und mit einem Teller abdecken |
| Vorsuppe | Suppenterrine 2,5 l | reicht für etwa zehn Portionen à 250 ml |
| Kartoffelsalat | Salatschüssel 26 cm (2,5 l) | für 12 Personen zwei Schüsseln, je eine pro Tischhälfte |
| Beilagen zu Raclette und Fondue | Snackschalen 150 ml | jede Tischhälfte bekommt einen eigenen Satz |
| Plätzchen und Stollen | Etagere oder Tortenplatte mit Fuß | nutzt die Höhe statt der Tischfläche |
| Wasser | Wasserkrug 1 l | ein Krug für vier bis sechs Gäste |
Wählen Sie die Servierteile möglichst in einer oder zwei Glasuren. Dann braucht der Tisch erstaunlich wenig Deko, weil Platten und Schüsseln selbst für ein ruhiges Bild sorgen.
Wie viel Geschirr brauchen Sie für 6, 8 oder 12 Gäste?
Vor Weihnachten fehlt am häufigsten eine Tellersorte. Zählen Sie früh und planen Sie eine Reserve ein – für einen Gast, der spontan dazukommt, oder einen Teller, der beim Abwasch zu Bruch geht.
| Gäste | Speiseteller | Tiefe Teller oder Suppentassen | Dessertteller | Platten und Schüsseln |
|---|---|---|---|---|
| 6 | 7 | 7 | 7 | 5–6 |
| 8 | 9 | 9 | 9 | 6–7 |
| 12 | 14 | 14 | 14 | 8–10 |
Fehlen nur einzelne Teile, brauchen Sie kein neues Service. Ergänzen Sie bewusst in einer zweiten Glasur, etwa Dessertteller in Salbeigrün zu Speisetellern in Milchweiß – dann wirkt der Mix gewollt und nicht zusammengesucht. Wie das gelingt, zeigt der Ratgeber Geschirr kombinieren. Wer neu anfängt, findet komplette Gedecke als Set, zum Beispiel das Tafelservice für 6 Personen (18-teilig, 387,90 €).
Schritt 4: Deko, die beim Essen nicht stört
Halten Sie in der Tischmitte einen Streifen von 25–30 cm für Platten frei. Die Deko steht an den Tischenden, bei den Kerzen oder zwischen den Gedecken. Gestecke bleiben unter etwa 30 cm, dann sehen sich alle über den Tisch hinweg. Ungerade Zahlen wirken ruhiger: drei Kerzen, drei Bäumchen, fünf Zapfen.
- Kerzen in niedrigen Kerzenhaltern aus Keramik oder Teelichter in kleinen Gruppen
- Zweige von Tanne, Kiefer oder Eukalyptus entlang des Läufers, dazwischen Zapfen
- Keramik-Tannenbäume in 16 und 24 cm als Dreiergruppe an einem Tischende
- Äpfel, Walnüsse und Mandarinen in einer flachen Schale
- Zimtstangen und Sternanis als kleiner Akzent auf jeder Serviette
- Platzkarten: ein Lebkuchenherz mit Namen oder ein Anhänger an einer Christbaumkugel
Bei aller Stimmung: Lassen Sie Kerzen nie unbeaufsichtigt brennen und stellen Sie sie mit Abstand zu Zweigen und Servietten auf. Tannengrün trocknet in geheizten Räumen schnell aus und fängt dann leicht Feuer.
Welche Farben passen zum Weihnachtstisch?
| Stil | Tischwäsche | Geschirr | Deko |
|---|---|---|---|
| Klassisch | Weiß und Rot | Milchweiß, dazu Weihnachtstassen in Kirschrot | rote Kerzen, Äpfel, Ilex |
| Natürlich | Leinen und Tannengrün | Sandmatt und Salbeigrün | Zweige, Zapfen, Holz, getrocknete Orangen |
| Festlich | Weiß und Gold | Porzellan in Porzellanweiß und Seladon | goldene Kerzen, Glas, Eukalyptus |
| Modern | Graphit und Dunkelgrün | Graphit gesprenkelt und Kohleschwarz | weiße Stabkerzen, Eukalyptus, Kupfer |
Die Regel dahinter: Ein Element darf kräftig sein, der Rest bleibt ruhig. Ist die Tischdecke gemustert, bleibt das Geschirr einfarbig; ist das Geschirr farbig, bleibt die Decke hell. Achten Sie auch auf die Oberfläche: Matte Glasuren wie Sandmatt oder Kohleschwarz nehmen das Kerzenlicht weich auf, glänzende wie Kobaltblau oder Porzellanweiß spiegeln es und wirken festlicher.
Weihnachtstisch in einer kleinen Wohnung
Passt nicht alles auf einen Tisch, teilen Sie auf: Am Esstisch stehen nur Gedecke, Brot, Kerzen und ein, zwei Schüsseln, der Rest wartet als Buffet auf Sideboard oder Arbeitsplatte. Die Suppe füllen Sie in der Küche aus der Terrine in Suppentassen und bringen sie an den Platz.
- Ausziehtisch oder ein zweiter Tisch in gleicher Höhe, darüber eine durchgehende Decke
- Klappstühle rechtzeitig bei Familie oder Nachbarn ausleihen
- Buffet in einer Glasur: Etageren und Platten in derselben Farbe sehen nach Absicht aus
- Frühstücksteller statt Speiseteller für die Vorspeise – das spart Platz am Gedeck
- Deko an Fenster, Wand oder Fensterbank statt auf den Tisch
Weihnachtliche Tischdeko selber machen
Die schönste Tischdeko kostet oft wenig: Zweige aus dem Garten, Zapfen vom Spaziergang, Orangen aus dem Backofen. Zusammen mit Keramik in warmen, erdigen Glasuren ergibt das einen ruhigen, natürlichen Tisch.
- Getrocknete Orangenscheiben: bei 80–100 °C etwa 2–4 Stunden im Backofen trocknen, die Tür mit einem Kochlöffel einen Spalt offen halten und die Scheiben zwischendurch wenden.
- Zapfen, Walnüsse und rote Äpfel in einer Schale als Mittelstück am Tischende
- Ein Läufer aus Tannenzweigen, am Festtag frisch geschnitten und bis zum Abend kühl gelagert
- Namenskärtchen auf Rindenstücken oder mit einem Rosmarinzweig in der Serviette
- Kerzen im Keramikgefäß an beiden Tischenden – das Gefäß nutzen Sie nach dem Abbrennen weiter
Häufige Fehler beim Weihnachtstisch
- Zu hohe Gestecke und Kerzen, hinter denen die Gäste verschwinden
- Zu viele Farben und Muster auf einmal
- Zu wenige Teller einer Sorte, weil kurzfristig jemand mitkommt
- Heißes Essen in kalten Schüsseln – Schüsseln und Teller vorher anwärmen
- Kerzen zu nah an Tannengrün und Servietten
- Deko in der Tischmitte, die beim Auftragen wieder weichen muss
- Das Kabel des Raclette-Geräts quer über den Tisch – Steckdose und Verlängerung vorher prüfen
Zeitplan: vom Advent bis zum Festessen
- Anfang Dezember: Gäste zählen, Teller, Besteck, Gläser und Servierteile prüfen, Fehlendes bestellen. Bei uns bitte bis Mitte Dezember: Wir versenden 1–2 Werktage nach Zahlungseingang, die Zustellung dauert meist 2–4 Werktage.
- Eine Woche vorher: Tischwäsche waschen und bügeln, Kerzen besorgen, Orangenscheiben trocknen.
- Zwei Tage vorher: Platzkarten schreiben, Zweige schneiden und kühl lagern.
- Am Vortag: Tisch decken, leere Platten probeweise aufstellen, Raclette- oder Fondue-Gerät testen.
- Am Festtag: Zweige, Deko und Kerzen platzieren, Teller im Backofen bei 50–60 °C vorwärmen – ist der Ofen mit dem Braten belegt, mit heißem Wasser –, Terrine und Schüsseln heiß ausspülen.
- Kurz vor dem Essen: Kerzen anzünden, Wasserkrüge füllen.
Beim Vorwärmen gilt: Geschirr mit dem Ofen zusammen aufheizen, nie kalt in den heißen Ofen stellen. Unsere Teller und Schalen vertragen bis 220 °C, schnelle Temperaturwechsel dagegen mag kein Steinzeug.
Häufige Fragen
Wie dekoriere ich den Weihnachtstisch einfach und schön?
Mit heller Tischdecke, einem Läufer in Grün oder Rot, niedrigen Kerzen, Zweigen und Zapfen. Die Tischmitte bleibt für Platten frei, die Deko steht an den Enden und zwischen den Gedecken.
Wie hoch darf die Tischdeko sein?
Gestecke und Kerzenhalter bleiben am besten unter etwa 30 cm, damit sich die Gäste über den Tisch hinweg sehen. Hohe Deko gehört auf Sideboard oder Fensterbank.
Wie viele Teller braucht man pro Person beim Weihnachtsessen?
Bei Suppe, Hauptgang und Dessert drei: tiefer Teller oder Suppentasse, Speiseteller und Dessertteller. Mit Vorspeise kommt ein Teller von etwa 21 cm dazu.
Wie weit sollte die Tischdecke überhängen?
An allen Seiten etwa 20–30 cm. Kürzer wirkt knapp, deutlich länger stört beim Sitzen.
Welche Farben passen zum Weihnachtstisch?
Klassisch sind Weiß und Rot, natürlich wirken Leinen mit Salbeigrün und Sand, festlich Weiß mit Gold, modern Graphit mit Dunkelgrün. Wichtig ist, dass nur ein Element kräftig ist.
Wie decke ich den Tisch für Raclette an Heiligabend?
Das Gerät steht in der Mitte, rundherum Schälchen mit Beilagen, pro Person ein Speiseteller. Die Deko kommt an die Tischenden, und Steckdose und Kabelweg prüfen Sie vorher.
Wann sollte man den Weihnachtstisch decken?
Am besten am Vorabend oder am Vormittag des Festtags. Zweige, Kerzen und Serviettendeko kommen zuletzt, die Teller werden kurz vor dem Essen vorgewärmt.
Wo stehen die Kerzen auf dem Weihnachtstisch?
Niedrig, an den Tischenden oder zwischen den Gedecken, mit Abstand zu Zweigen und Servietten. Hohe Stabkerzen gehören nicht direkt vor die Gäste.







