Teller töpfern: Plattentechnik Schritt für Schritt – ohne Töpferscheibe
Einen Teller töpfern Sie am einfachsten in Plattentechnik: Ton 6–7 mm dick ausrollen, mit Schablone ausschneiden, in einer flachen Schale formen und langsam trocknen lassen. Eine Töpferscheibe brauchen Sie dafür nicht. Hier finden Sie die Anleitung mit Größentabelle, Tipps gegen verzogene Ränder und eine Variante aus lufttrocknendem Ton.
Was Sie zum Teller töpfern brauchen
- Ton: für Geschirr ein fein schamottierter Steinzeug- oder Steingutton, für Deko auch lufttrocknender Ton; für einen Frühstücksteller etwa 500–700 g
- Nudelholz und zwei Leisten von 6–7 mm Stärke, damit die Platte überall gleich dick wird
- Baumwolltuch oder Jute als Unterlage, damit der Ton nicht festklebt
- Schablone aus Pappe, Messer oder Töpfernadel, Schwamm, eine Gummi- oder Metallziehklinge
- Form: eine flache Schüssel oder einen Teller zum Hineinlegen, alternativ eine umgedrehte Schüssel zum Darüberlegen
- Frischhaltefolie und eine saugfähige Trockenunterlage, etwa eine Gipsplatte, ein Holzbrett oder Zeitungspapier
Welcher Ton sich wofür eignet und wo Sie ihn kaufen, steht im Ratgeber Ton zum Töpfern. Die übrigen Werkzeuge stellt Töpferwerkzeug für Anfänger vor.
Schablone und Plattendicke: Größen-Tabelle
Ton schwindet beim Trocknen und Brennen zusammen meist um 10–15 %. Die Schablone muss deshalb größer sein als der fertige Teller, bei einer gewölbten Form noch 1–2 cm mehr. Den genauen Wert finden Sie auf der Packung Ihres Tons.
| Fertiger Teller | Schablone (Ø) | Plattendicke |
|---|---|---|
| Dessertteller, Ø 15 cm | ca. 17–18 cm | 5–6 mm |
| Frühstücksteller, Ø 20–21 cm | ca. 23–25 cm | 6 mm |
| Speiseteller, Ø 26–27 cm | ca. 30–32 cm | 7–8 mm |
Welche Durchmesser bei gekauftem Geschirr üblich sind, zeigt der Ratgeber Tellerarten und Tellergrößen.
Teller töpfern in Plattentechnik: Schritt für Schritt
- Ton kneten, bis er gleichmäßig weich ist und keine Luftblasen mehr enthält.
- Den Ton auf dem Tuch zwischen den Leisten ausrollen. Wenden Sie die Platte zwischendurch und rollen Sie in wechselnde Richtungen – so verdichtet sich der Ton gleichmäßig.
- Beide Seiten mit der Ziehklinge glatt streichen. Das verdichtet die Oberfläche und beugt Rissen in der Tellermitte vor.
- Schablone auflegen und den Kreis senkrecht ausschneiden.
- Die Kante mit einem feuchten Schwamm oder einem Stück Leder abrunden.
- Die Platte mit dem Tuch anheben und in die mit Folie ausgelegte Schüssel legen oder über eine umgedrehte Schüssel legen. Ziehen Sie den Ton dabei nicht, sonst wird er dünner.
- Für einen flachen Teller ohne Form den Rand leicht anheben und mit gerollten Zeitungsstreifen stützen.
- Lederhart werden lassen – fest, aber noch kühl und schneidbar. Das dauert je nach Raumklima etwa einen Tag.
- Herausnehmen, Kante nacharbeiten und bei Bedarf einen Standring ansetzen.
Ein Standring aus einer dünnen Tonwulst lässt größere Teller ruhig stehen und hebt den Boden etwas an, sodass er gleichmäßiger trocknet. Rauen Sie dazu Unterseite und Wulst an, bestreichen Sie beides mit etwas Tonschlicker, drücken Sie den Ring an und verstreichen Sie die Naht. Kleine Dessertteller kommen auch mit flachem Boden aus.
Langsam trocknen: So verzieht sich der Teller nicht
Flache Formen verziehen sich leicht, weil der Rand schneller trocknet als die Mitte. Je langsamer und gleichmäßiger ein Teller trocknet, desto flacher bleibt er.
- die ersten Tage locker mit Folie abdecken, den Rand eventuell mit einem zusätzlichen Folienstreifen schützen
- nicht auf Heizung, Fensterbank oder in die Sonne stellen
- auf einer saugfähigen Unterlage trocknen und regelmäßig wenden, sobald der Teller stabil genug ist
- bewährt: den Teller zwischen zwei Brettern oder Gipsplatten wenden, ohne ihn zu biegen
- insgesamt mit ein bis zwei Wochen rechnen; trocken ist der Teller, wenn er gleichmäßig hell ist und sich an der Wange nicht mehr kühl anfühlt
Wölbt sich der Rand nach oben, hat die Oberseite schneller getrocknet als die Unterseite. Drehen Sie den Teller dann früher um. Feine Risse in der Mitte deuten auf eine zu wenig verdichtete Platte hin.
Teller verzieren: Abdruck, Ritzen, Engobe
| Technik | Zeitpunkt | Wirkung |
|---|---|---|
| Abdrücke von Blättern, Spitze oder Stempeln | weicher Ton, direkt nach dem Ausrollen | Relief, das unter Glasur besonders schön wirkt |
| Ritzen mit der Nadel | lederhart | feine Linien und Zeichnungen |
| Engobe (farbiger Tonschlicker) | lederhart | farbige Flächen unter der Glasur |
| Sgraffito | Engobe angetrocknet | zweifarbiges Kratzbild |
| Unterglasurfarben | Schrühling | gemaltes Motiv unter transparenter Glasur |
Wie Engobe und Sgraffito gelingen, zeigt der Ratgeber Engobe und Sgraffito. Motive zum Nachmalen finden Sie unter Keramik bemalen: Ideen.
Schrühbrand, Glasur und Glasurbrand
Der völlig trockene Teller wird zuerst im Schrühbrand bei 900–950 °C gebrannt. Danach tragen Sie die Glasur auf: Für die Seite, von der gegessen wird, nur eine Glasur, die der Hersteller für Ess- und Trinkgeschirr freigibt. Standring oder Standfläche bleiben glasurfrei, damit der Teller nicht an der Brennplatte festschmilzt. Im Glasurbrand liegt der Teller flach auf der Platte.
Wie Sie Glasur anrühren und auftragen, steht in Keramik glasieren. Wo Sie ohne eigenen Ofen brennen lassen können, erklärt Brennofen für Keramik. Ob Ihr Teller später in die Spülmaschine darf, hängt vom Scherben ab: Dicht gebranntes Steinzeug mit spülmaschinenfester Glasur verträgt sie, poröses Steingut eher nicht.
Teller aus lufttrocknendem Ton
- lufttrocknenden Ton 5–6 mm dick ausrollen
- Form ausschneiden und in einer mit Folie ausgelegten Schale wölben
- Muster eindrücken, etwa ein Blatt oder einen Stempel
- 24–72 Stunden trocknen lassen und dabei mehrmals wenden
- Kanten mit feinem Schleifpapier glätten
- mit Acrylfarbe bemalen und mit Klarlack schützen
So ein Tellerchen eignet sich als Ablage für Schmuck, Schlüssel oder eine Kerze – nicht für Lebensmittel, denn lufttrocknender Ton ist weder wasserfest noch lebensmittelecht.
Mehrere gleich große Teller töpfern
Für ein Set verwenden Sie dieselbe Schablone, dieselben Leisten, denselben Ton und dieselbe Form und trocknen alle Teller nebeneinander. Kleine Unterschiede bleiben trotzdem – sie gehören zum Charme von selbst gemachter Keramik.
Ideen: Teller, Platten und Schalen aus der Tonplatte
- Schmuckteller mit eingedrücktem Blatt
- Untersetzer für Kerze oder Blumentopf
- Etagere-Tellerchen auf einem Fuß aus einer Tonwulst
- Dessertteller mit dem Spitzenmuster einer alten Tischdecke
- ovale Servierplatte, über eine Schale gewölbt
Weitere Einsteigerprojekte finden Sie unter Töpfern Ideen: 12 Projekte. Und wenn es heute Abend schon schön gedeckt sein soll: Unsere Keramik-Teller sind von Hand glasiert und spülmaschinenfest.
Häufige Fragen
Wie töpfert man einen Teller ohne Töpferscheibe?
In Plattentechnik: Ton 6–7 mm dick ausrollen, mit einer Schablone ausschneiden und in einer flachen Schale oder über einer umgedrehten Schüssel formen.
Wie dick muss ein Teller aus Ton sein?
Meist 5–7 mm, große Speiseteller 7–8 mm. Wichtiger als die genaue Zahl ist, dass die Platte überall gleich dick ist.
Warum verzieht sich mein Teller beim Trocknen?
Meist trocknet der Rand schneller als die Mitte. Trocknen Sie langsam unter Folie, auf saugfähiger Unterlage und wenden Sie den Teller regelmäßig.
Wie lange muss ein getöpferter Teller trocknen?
Ein bis zwei Wochen. Er ist bereit für den Brand, wenn er gleichmäßig hell ist und sich nicht mehr kühl anfühlt.
Kann man von einem Teller aus lufttrocknendem Ton essen?
Nein. Lufttrocknender Ton ist nicht wasserfest und nicht lebensmittelecht, auch nicht mit Lack.
Muss ein Teller aus Ton glasiert werden?
Für Essen ja: mit einer Glasur für Ess- und Trinkgeschirr, gebrannt bei der angegebenen Temperatur.
Wie viel schrumpft Ton beim Brennen?
Zusammen mit dem Trocknen meist 10–15 %. Die Schablone für einen 20-cm-Teller sollte deshalb etwa 23–25 cm messen.







